"Dankeschön für‘s Kommen!" Dieses nach dem finalen Alpenjodler von Hubert von Goisern in den Abendhimmel über dem Domberg geschickte Merci retournierte man gern. Merci für knapp zweieinhalb Stunden einer Weltmusikreise von ganz weit weg bis ganz nah, in deren Mittelpunkt Hubert, der bald Sechzigjährige, aus dem oberösterreichischen Bad Goisern stand.

Da Abwechslung Freude macht, wechselte Hubert von Goisern nahezu nach jedem Lied das Instrument. Maultrommel, Gitarre, Glocken und Ziehharmonikas in verschiedenen (Klang-)Farben und Stimmungen gab es gleich zum Auftakt. An einer auf den Oberschenkeln platzierten Lap-Steel-Gitarre, am E-Piano, an Mundharmonika und Klarinette sollte der Multi-Instrumentalist und Vollblutmusiker noch zu erleben sein.

Stilistisch alternierten innige Balladen und langsamer Blues, etwa die Liebeserklärung an seine Heimatstadt, mit Alpenrock und Jodler, mit dem von Goisern und Co.
den begeisterten Domberg nach Hause schicken. Mitgetanzt und mitgesungen wurde nicht erst bei dem aktuellen Großerfolg, dem rapartigen "Brenna tuat's guat". Bei dieser zu fetziger Musik gewordenen Kapitalismuskritik hielt es niemanden mehr auf den Beinen. Das lag auch an der phänomenalen Begleitband, den drei wahrhaft "Überobertrans-Österreichern". Alex Pohn am Schlagzeug, E-Bassist Helmut Schartlmüller und Severin Trogbacher an der Gitarre wissen, was sie tun.


"Gut, wenn ihr nicht alles versteht"



Ob sie alles verstehen würden, hatte von Goisern seine Zuhörer gefragt und angefügt, es sei vielleicht ganz gut, nicht alles zu begreifen: "Dann könnt ihr eure Fantasie anstrengen!" Genau. Allerdings trafen manche seiner Bemerkungen beim Publikum auf Widerspruch. Etwa jene sich auf den ewigen Franken-versus-Bayern-Streit beziehenden. Und eine Klarinette mag man als "Schwarzwurzel" bezeichnen, Hubert von Goisern mag darauf gern auch mal danebengreifen oder kieksen dürfen. Anders als, wie der Alpenrocker aus dem Salzkammergut sagte, wie er vielleicht sagen musste, die Berliner Philharmoniker.

Denn auch deren zweiter Solo-Klarinettist kommt seit kurzem aus Österreich. Aber zu behaupten, wenn dem etwas danebenginge, fände er vielleicht Platz bei den Bambergern? Bekanntlich sind aus einigen Symphonikern an der Regnitz Philharmoniker an Havel und Spree geworden. Zuletzt übrigens Máté Szücs, Solo-Bratsche. Wie auch immer. Die Musik passte, von Goisern und Band waren glänzend aufgelegt und wussten den Zuhörern einzuheizen. Die Atmosphäre, die Abendstimmung am Nabel der Bamberger Welt, der ab und an hinter den Wolken hervorschauende Fast-Vollmond taten ein Übriges.