Bamberg
Kreistag

Hospiz für Kinder und Familien

Für die geplante Hilfseinrichtung in Bamberg bildet sich eine Trägergesellschaft aus städtischer Sozialstiftung, Hospizverein und Landkreis-Krankenhausgesellschaft. Der ganze nordbayerische Raum soll profitieren.
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Für die geplante Hilfseinrichtung in Bamberg bildet sich eine Trägergesellschaft aus städtischer Sozialstiftung, Hospizverein und Landkreis-Krankenhausgesellschaft. Der ganze nordbayerische Raum soll profitieren.Manche Geschichten sind so unendlich traurig, dass sie so gar nicht in die Weihnachtszeit passen wollen, in der Menschen auf der ganzen Welt die Geburt eines Kindes feiern. Um diese Geschichten geht es in Einrichtungen wie der, die am Bruderwald in Bamberg entstehen soll: Ein Hospizhaus, das unheilbar und tödlich erkrankten Kindern mit deren Familien Halt geben soll. Mit zwölf stationären und vier tagesstationären Plätzen soll das Haus für Menschen aus dem ganzen nordbayerischen Raum ein Rückzugsort in schlimmsten Zeiten sein.

10 Millionen Euro vom Freistaat

Für dieses "Leuchtturmprojekt" hat das bayerische Kabinett Bamberg als Standort ausgesucht. Die ersten wichtigen Weichen für die Realisierung sind nun gestellt. Die Staatsregierung hat im Doppelhaushalt 2019/2020 einen Förderbetrag von zehn Millionen Euro vorgesehen.

Für die laufenden Kosten hat die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern (Arge) mündlich die Bereitschaft erklärt, diese zu übernehmen. Eine wichtige Voraussetzung für die Entscheidung des Kabinetts, wie die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) erklärt, die maßgeblich für die Standortentscheidung ihrer Kabinettskollegen verantwortlich ist. " Der Betreiber des Kinderhospizes muss mit der Arge der Krankenkassen einen Versorgungsvertrag schließen, anhand dessen die Leistungsabrechnung erfolgt. In diesem Sinne trägt das unternehmerische Risiko des Kinderhospizes der Betreiber."

Auf lokaler Ebene hat sich nun ein Dreiergespann gefunden, das als Betreibergesellschaft auftritt, als "Franken Hospiz gemeinnützige GmbH", die am 1. Januar gegründet werden soll. Gesellschafter dieser GmbH sind der Hospizverein Bamberg mit 24 Prozent, die Gemeinnützige Krankenhausgesellschaft des Landkreises (GKG) mit 25 Prozent sowie die Sozialstiftung mit 51 Prozent an den Gesellschaftsanteilen in Höhe von 25 000 Euro.

Kreistag stimmt GmbH zu

Durch diese Aufteilung und die Gewichtung auf Seiten der Sozialstiftung wollen die Verantwortlichen die räumliche Nähe der neuen Einrichtung neben dem bestehenden Hospizzentrum auch steuerlich nutzen. Anschaffungen können über die vorhandene Verwaltung laufen und abgerechnet werden. Das spart Zeit und Geld. Die Basis der wirtschaftlichen Betriebsführung liege damit "im Organkreis der Sozialstiftung", erklärte Steffen Nickel, im Landratsamt für zentrale Aufgaben zuständig, im Bamberger Kreistag.

Der war das letzte der drei Entscheidungsgremien hinter der GmbH, das noch zustimmen musste. Die Sozialstiftung und der Hospizverein hatten schon grünes Licht gegeben. Der Kreistag als Entscheider über die Krankenhausgesellschaft folgte einstimmig.

"Das ist ein gutes Zeichen", wertete Landrat Johann Kalb (CSU) das Abstimmungsergebnis. "Genau zur Weihnachtssitzung ist das Thema eine passende Angelegenheit." Konkret fördert der Landkreis das Projekt in gleicher Höhe wie die Stadt - Bamberg stellt das Grundstück zur Verfügung, der Kreis zahlt dessen Wert. "Wir haben hier eine Chance bekommen und die wollen wir ergreifen", erklärte Kalb dazu.

"Riesige Hilfe für die Betroffenen"

Im Kreistag herrschte große Einigkeit bei dem Thema: "Es handelt sich um eine unheimliche Entlastung für die betroffenen Familien", sagte CSU-Fraktionssprecher Wolfgang Möhrlein. Die Region Bamberg profitiere. "Wenn der Freistaat hier mit zehn Millionen Euro in die Sache reingeht, ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, hier mitzugehen."

"Das Projekt ist nicht nur ein Segen für die Region, sondern auch eine riesige Hilfe für die Betroffenen", sagte Bernd Fricke für die GAL-Fraktion. Er hob besonders hervor, dass es nicht nur um das stationäre Angebot gehe, sondern auch um das Krafttanken die Familien: "Luft holen für den nächsten Abschnitt", wie er sagte.

Der Hospizverein Bamberg wurde von allen Sprechern gelobt. Dessen Vorsitzender Konrad Göller freute sich, dass alles so reibungslos lief. "Wir begleiten schon 38 Familien, die einen Elternteil oder ein Kind verloren haben. Hier ist schon Erfahrung da", sagte er.

Die ehrenamtliche Arbeit brauche aber auch Sachkompetenz dahinter - in der Verwaltung. Die sei durch das Dreiergespann gegeben. "Es geht darum, Familien in der ganzen nordbayerischen Region zu unterstützen, teilweise wirklich über Jahrzehnte."

Wie geht es nun weiter? "Im Januar erfolgt die Abstimmung mit dem Ministerium, im Weiteren geht es dann um Förderanträge, Bauplanung und, und, und", erklärte Brigitte Dippold, Sprecherin der Bamberger Sozialstiftung auf Nachfrage.



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