Nach intensiven Vorbereitungen und einer langen Planungsphase war es am Mittwoch soweit: Für ein Biomasse-Heizwerk auf einer Gesamtfläche von 2781 Quadratmetern wurde der erste Spatenstich gesetzt. Es soll Ende des Jahres in Betrieb genommen werden. Realisiert wird dieses 1,36 Millionen Euro teure Vorhaben vom Landkreis Bamberg, der Stadt Scheßlitz und dem Förderschulverein des Landkreises Bamberg.

Das Heizwerk wird unter anderem zur Wärmeversorgung des Schulzentrums Scheßlitz genutzt und leistet außerdem einen Beitrag zum Klimaschutz. Statt fossiler Brennstoffe sollen hauptsächlich Waldhackschnitzel und thermisch verwertbares Grüngut genutzt werden - ein Novum in der Region. Was laut Ingenieur Wolfgang Schmidt in Österreich bereits zum Standard gehört, wird auch in Deutschland immer beliebter. Die wichtigsten Vorteile liegen hierbei im Einsatz heimischer Ressourcen und einer maßgeblichen Minderung der CO2- Emission.

So werden von der Waldbesitzervereinigung Bamberg zukünftig jährlich bis zu 250 Tonnen Waldhackschnitzel geliefert. Der restliche Bedarf von rund 500 Tonnen wird durch Grüngut hackschnitzel aus der Abfallwirtschaft des Landkreises gedeckt. Die Versorgung des Heizwerkes erfolgt also unabhängig von traditionellen Heizmaterialien, wie Öl oder Gas. Um eine optimale Abgasreinigung zu gewährleisten, wird in die spezielle Anlagentechnik zusätzlich ein Elektrofilter eingebaut. "Zwingend notwendig ist das nicht, aber es war uns sehr wichtig, die Filterung zu optimieren. Vor allem im Hinblick auf die Bevölkerung", so Wolfgang Schmidt. Nicht zuletzt für die Schüler solle durch den Neubau ein Zeichen gesetzt werden.

Norbert Renner, Rektor der Mittelschule Scheßlitz, weiß, wie wichtig eine intensive Aufklärung von Kindern und Jugendlichen ist: "Umwelt- und Klimaschutz werden bei uns selbstverständlich auch im Unterricht thematisiert. Wir möchten hier mit gutem Beispiel vorangehen." Auch Landrat Günther Denzler (CSU) betonte die Bedeutung der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes. 2008 wurde die Klima-Allianz Bamberg ins Leben gerufen, die es sich zum Ziel gesetzt hat, relevante Maßnahmen zur Energieeinsparung zu ergreifen und erneuerbare Energien auszubauen. Bis 2035 soll der Energiebedarf der Region zu 100 Prozent eigenständig durch erneuerbare Energien gedeckt werden.