Wohin man auch blickte, überall gut gelaunte und freudestrahlende Gesichter, denen sich Merkendorf als lebendiger Ort mit großer Kreativität und Gemeinsinn zeigte. Das Höfefest am Sonntag war der Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten. Vor 850 Jahren wurde der Ort zum ersten Mal urkundlich erwähnt und vor 150 Jahren wurde der Grundstein der Pfarrkirche "Kreuzerhöhung" gelegt.

Seinen Teil trug auch das spätsommerliche Bilderbuchwetter bei: Besucher aus der ganzen Region feierten mit den Mer kendorfern. "Es kommen viel mehr Leute, als wir gedacht haben", freute sich der Chef der Hummel-Brauerei, Julius Hummel, am Nachmittag. Sein Neffe Georg Hummel, seines Zeichens ebenfalls Braumeister, fand, dass das Fest "richtig gut ankommt", während Azubi Florian Odörfer nicht müde wurde, den Besuchern die historische Handflaschenabfüllmaschine vorzuführen.

Nicht weit davon entfernt zeigten die Brauer Thomas Hoffmann und Frank Schneider von der Merkendorfer Brauerei Wagner, wie Bier eigentlich gebraut wird: "Malz, Hopfen, Hefe und Wasser sind die Hauptzutaten, aus denen wir nach dem Reinheitsgebot von 1516 unsere Biere brauen", erklären sie den Festbesuchern, die überrascht waren, wie diffizil und schwierig die Braukunst ist.



Ein Highlight im Hof Daiminger war die Ausstellung von Motorrädern und Bulldogs von anno dazumal. Aus Waischenfeld kam Franz Bezold mit seinem Viktoria-Motorrad. Bereitwillig startete er für die Bewunderer das 1932 gebaute Zweirad, das immerhin 17 Pferdestärken aus 600 ccm mit röhrendem Sound umsetzt. Einen Blick in die historische Vergangenheit Merkendorfs boten fast alle Vereine des Memmelsdorfer Gemeindeteils: eine Foto-Austellung aus vergangenen Tagen über Merkendorf, eine Ausstellung mit alten und neuen Feuerwehrgeräten oder ein Rückblick auf die Geschichte des Radfahrervereins "Concordia" Merkendorf, der auch schon 100 Jahre besteht und sich mit Theatervorführungen auch ein kulturelles Standbein geschaffen hat. Der Kindergarten bot für die kleinen Festgäste traditionelle Spiele an. Bernhard Einwich, Vorsitzender der "Concordia" und Ur-Merkendorfer, freute sich ebenfalls über die große Resonanz, und Rainer Voll bezeichnete den Höfetag als "Werbung für die ganze Region".

Zur Unterhaltung trugen in den Höfen unter anderem der Musikverein Memmelsdorf, der Gesangverein Merkendorf, der Schützenverein mit einer Waffenaustellung, der Hof Büttel mit Wissenswertem rund die Imkerei oder im Hof Diller eine Strohhüpfburg bei, während in den benachbarten Ställen Kälbchen und Kühe gemächlich wiederkäuend dem bunten Jubiläumstreiben zusahen.