Laden...
Hallstadt
Hochwasser

Hochwasser um Bamberg: Entspannung auf hohem Niveau

Noch einmal sind die Pegel am Main leicht angestiegen. In Hallstadt wurde dennoch damit begonnen, die Sandsack-Barrieren rückzubauen. Auch die Regnitz und der Main-Donau-Kanal blieben voll.
Artikel drucken Artikel einbetten
Auch bei Hallstadt führte der Main am späten Montagnachmittag noch Hochwasser, aber die Lage stabilisiert sich. Fotos: Ronald Rinklef
Auch bei Hallstadt führte der Main am späten Montagnachmittag noch Hochwasser, aber die Lage stabilisiert sich. Fotos: Ronald Rinklef
+1 Bild
Durch den Regen in der Nacht auf Montag sind die Flusspegel im Landkreis gestern teilweise zwar noch einmal leicht gestiegen, doch in und an den gefährdeten Orten macht sich allmählich Entspannung breit. "Die Anspannungsspitze war schon am Freitagnachmittag", sagte Hallstadts Bürgermeister Markus Zirkel (SPD) am Montag. Und auch Matthias Schmolke, als Geschäftsbereichsleiter im Landratsamt für Sicherheit und Ordnung zuständig, berichtete, dass er und der Katastrophenschutz bereits am Wochenende nur noch in Rufbereitschaft waren. Zuvor waren am Freitag neben Hallstadt noch Litzendorf und Ebrach Einsatzschwerpunkte gewesen. Dort waren vor allem Straßen überflutet worden.

Sandsäcke schon wieder weg

Der Pegel des Mains bei Kemmern stieg am Montag noch bis zum Nachmittag an.
Nach 5,80 Meter am Sonntagabend erreichte er gestern Mittag 6,05 Meter, die durchfließende Wassermenge schwoll in diesem Zeitraum noch einmal von 350 auf 380 Kubikmeter pro Sekunde an. Für den Main galt damit weiterhin die zweithöchste Meldestufe 3. So hielt auch das Wasserwirtschaftsamt Kronach seine Hochwasserwarnung für den Landkreis Bamberg am Montag aufrecht.

Doch sowohl Zirkel als auch Schmolke sahen darin eine Stabilisierung der Lage. Dem entsprechen auch die Prognosen des Hochwassernachrichtendienstes, die im ungünstigsten Fall für die Nacht 6,15 erwarteten, im günstigsten Fall aber sogar einen Rückgang auf 5,45 Meter sahen.

Der Scheitelpunkt der Welle auf dem Main lag damit immer noch fast einen ganzen Meter unter der Marke, die die beiden Hochwasserwellen im Januar 2011 gesetzt hatten. Dass in Hallstadt trotzdem einige Keller vollliefen, lag also nicht an überspülten Dämmen, sondern an einem stark erhöhten Grundwasserspiegel. In Hallstadt selbst stieg am Montag auch wieder der Gründleinsbach an. Am stadteigenen Pegel wurden nach einem Rückgang auf 86 Zentimeter am Sonntagnachmittag gestern gegen Mittag laut Zirkel 1,29 gemessen. Den Grund dafür sieht der Bürgermeister, darin, dass der Bach nicht mehr so rasch in den Main ablaufenden kann wie noch am Sonntag.

Dennoch wurde in Hallstadt damit begonnen, die am Freitag in aller Eile errichteten Sandsackbarrieren rückzubauen. Insgesamt waren in Hallstadt über das Wochenende rund 7000 Sandsäcke an kritischen Stellen zum Einsatz gekommen. Nun wird zusammen mit dem Katastrophenschutz des Landkreises überlegt, wie sie nach dem Hochwasser weiter verwendet werden können. Laut Zirkel sind momentan zwei Möglichkeiten im Gespräch: Entweder gibt die Stadt Hallstadt einen Teil davon an andere Gemeinden ab, oder sie werden zentral im Landkreis für den Einsatz beim nächsten Hochwasser gelagert.

Jedenfalls ist man in Hallstadt heilfroh, dass man 2011 eine eigene Sandsack-Abfüllanlage angeschafft hat. "Die hat sich echt bewährt", stellt Pressesprecherin Kerstin Bönisch fest. Am Freitag herrschte dort im städtischen Bauhof Hochbetrieb, als Feuerwehr und THW die Säcke befüllten. "Die Zulieferung der Säcke und des Sandes hat reibungslos geklappt", freut sich der Bürgermeister. Die Sandsäcke haben sich bewährt. Vor allem im Bereich des Sportplatzes kamen sie in direkten Kontakt mit den Fluten.

Nachlaufende Welle

Ebenfalls weiter entspannt hat sich die Hochwassersituation an der Regnitz. Der Pegel Pettstadt, der am Sonntag über fünf Meter geklettert war, sank bis Montagnachmittag wieder unter 4,80 Meter. Die Wassermenge ging von 470 auf unter 420 Kubikmeter pro Sekunde zurück. Allerdings waren die Prognosen für die Nacht zum Dienstag etwas unsicherer als am Main. Das lag vor allem aus dem weiterhin nur leicht rückläufigen hohen Zufluss aus Aisch, Reicher und Rauher Ebrach. Außerdem nahte aus dem Nürnberger Raum über die Regnitz selbst noch eine nachlaufende zweite Hochwasserwelle, da die Niederschläge in Mittelfranken kräftiger ausgefallen waren als im Raum Bamberg. Für Pettstadt lag der Unsicherheitsbereich für die PegelPrognose deshalb zwischen 4,20 Meter und 5,25 Meter für die Nacht zum Dienstag.

Die Meldestufe 3, die bei 5,10 Meter am Pegel Pettstadt beginnt, könnte also im ungünstigsten Fall - also weiteren Regenfällen - überschritten werden. Aber auch hier zeigt ein Vergleich mit dem Hochwasser vor zwei Jahren, warum Anwohner und Einsatzkräfte relativ entspannt bleiben können: Am 9. Januar 2011 stieg die Regnitz bei Pettstadt bis auf sechs Meter an und Überschritt die höchste Meldestufe 4, die als Marke gilt, bei der Katastrophenalarm ausgelöst wird. Die Katastrophenschützer im Landratsamt hatten damals zwar ein wachsames Auge auf das Hochwasser. Aber selbst bei jenem Wasserstand war es letztendlich nicht nötig gewesen, den Alarm tatsächlich auszulösen.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren