Heiligenstadt
Engagement

Hilfe, die von Herzen kommt

Der Verein "Lasst uns gehen" Heiligenstadt führte wieder einen Hilfstransport in die Ukraine durch.
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Die Freude steht ihnen ins Gesicht geschrieben: Jugendliche eines Waisenhauses nehmen die Hilfsgüter aus Heiligenstadt in Empfang. Foto: p
Die Freude steht ihnen ins Gesicht geschrieben: Jugendliche eines Waisenhauses nehmen die Hilfsgüter aus Heiligenstadt in Empfang. Foto: p
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Zahlen, die betroffen machen: Ein Rentner bekommt in der Ukraine zwischen 50 und 150 Euro im Monat, allein ein Paket Windeln kostet dort fast 50 Euro. Entsprechend willkommen sind die seit vielen Jahren durchgeführten Hilfstransporte aus dem reichen Westen - Ende Oktober führte der Hilfsverein "Lasst uns gehen" Heiligenstadt wieder einmal einen solchen in das osteuropäische Land durch.

Nach der Verabschiedung mit Pfarrer Thomas Bruhnke startete das Team mit Hans Herlitz (Kirchenbirkig), Dietmar Scholz (Wimmelbach) und Friedrich Dorsch (Heiligenstadt) Richtung Ukraine. Vollbeladen war der Transporter mit vielen Altenheim- und Krankenhaussachen vom Altenheim am Bruderwald und dem Medi-Team Bamberg. Mit im Gepäck waren außerdem diverse Hilfsgütern von vielen Spendern aus der Umgebung. Mehrere Pakete von dringend benötigten Inkontinenzartikel und Verbandsmaterial aus Pegnitz waren ebenfalls dabei, die in der Ukraine immer dringend gebraucht werden.

Hauptzielort war das Waisenhaus bei Uzhorod, wo für 22 psychisch labile junge Menschen über 18 Jahre betreut werden - es war in den letzten Jahren schon einige Male von den Besuchern aus Heiligenstadt besucht worden. Vor Ort wurden mit mitgebrachten Geldern Lebensmittel gekauft, gepackt und an arme Familien verteilt.

Die Eigenversorgung des Waisenhauses bestreiten die Verantwortlichen teilweise durch eine kleine Farm, die von den Jugendlichen betreut wird. Für den Unterhalt der Gebäude, Tiere und den Transport fehlt immer wieder das benötigte Geld, obwohl die Hauptbetreuer und ein Pastor ihre Tätigkeiten großteils ehrenamtlich verrichten. Durch das noch immer andauernde Kriegsgeschehen in der Ostukraine ist vieles marode und die Versorgung wird immer schlechter. Das Einkommen der arbeitenden Bevölkerung (150 bis 300 Euro) wird immer weniger wert, da die Inflation durch die Kriegskosten rasant steigt. Viele Leute werden (sind) arbeitslos und können ihre Familien nur unzureichend ernähren.

Über die Runden kommen

Bei einem Besuch in einem Lebensmittelmarkt stellten die westlichen Besucher fest, dass die Preise annähernd unser Niveau haben, auch die Wohnungsmieten sind dem Einkommen entsprechend hoch. "Es ist für uns immer ein Rätsel, wie eine Familie mit einigen Kindern über die Runde kommt", so einer der Transportteilnehmer.

Übernachtet haben die Besucher in dem kleinen christlichen "Nehemia Zentrum", das zu seinem Unterhalt eine kleine Pension, ein kleines Café und zwei Montessori-Kindergärten betreibt. Außerdem führen die Betreiber christliche Seminare durch und bilden Jugendliche und Flüchtlingskinder aus. In den langen Sommerferien betreuen sie auf ihrem Gelände jedes Jahr rund 1200 Kinder. Auch hier übergaben die Heiligenstadter einen Geldbetrag. Einer armen Mutter von zwei Kindern, die große Schicksalsschläge hinter sich hat, konnte man mit einer Spende eine dringend notwendige Augenoperation ermöglichen (berichtet hat Friedrich Dorsch).

Kontakt : Wem eines der genannten Projekte am Herzen liegt oder mehr über die Arbeit des Vereins "Lasst uns gehen" Heiligenstadt erfahren möchte, kann sich auf der Homepage www.lasst-uns-gehen.de informieren oder sich unter Telefon 09198/278 melden.



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