Bamberg
Aufnahmeeinrichtung

Herrmann will mehr Sicherheit: Wo die Schwerpunkte von Straftaten in Bamberg sind

Mit der Aufnahmeeinrichtung hat sich die Kriminalitätsbelastung in Bamberg verschoben. Das zeigen Heatmap-Analysen der Polizei.
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Oberfrankens Polizeipräsident Alfons Schieder hat am Montag die Analyse der  Kriminalitätsbelastung in Bamberg vorgestellt. In dieser Heatmap wird deutlich:   Noch  2014 sind  die Schwerpunkte Altstadt, Sandgebiet und der Bereich um den Hauptbahnhof  erkennbar (gelb/rot).  Darstellung: Polizei Oberfranken
Oberfrankens Polizeipräsident Alfons Schieder hat am Montag die Analyse der Kriminalitätsbelastung in Bamberg vorgestellt. In dieser Heatmap wird deutlich: Noch 2014 sind die Schwerpunkte Altstadt, Sandgebiet und der Bereich um den Hauptbahnhof erkennbar (gelb/rot). Darstellung: Polizei Oberfranken
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Die Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO) in Bamberg wurde von CDU und CSU als mögliches Vorbild für weitere Flüchtlingseinrichtungen in Deutschland bezeichnet. Zwar ging es dabei um die effizientere Zusammenarbeit aller Behörden an einem Ort. Dennoch wurde außer Acht gelassen, dass sich die Sicherheit im Umfeld der AEO und selbst in der Innenstadt von Bamberg seit Bestehen der Einrichtung zunehmend verschlechtert hat.

Diesen Zusammenhang stellte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nun deutlich heraus. "Die Kriminalität hat zugenommen, durch Personen dieser Einrichtung", sagte Herrmann am Montag in den Räumen der Bamberger Polizei.

Der Großteil der derzeit rund 1300 Menschen in der AEO soll sich zwar rechtskonform verhalten. Dennoch hat die Polizei einen Anstieg der durch Zuwanderer begangenen Straftaten von 492 im Jahr 2016 auf 1046 im Jahr 2017 im Vergleichszeitraum der ersten neun Monate erfasst. Darunter sind auch Delikte wie Sachbeschädigungen. In erster Linie handle es sich aber um Ladendiebstähle und Rohheitsdelikte, wie Oberfrankens Polizeipräsident Alfons Schieder erklärte. Mehr als 65 Prozent der Ladendiebstähle gingen auf das Konto von Zuwanderern, ein Großteil der gefährlichen bis schweren Körperverletzungen, die durch die Bewohner begangen wurden, geschehen innerhalb der Aufnahmeeinrichtung (34 von 47 Taten).


Gezielte Schwerpunkteinsätze

Minister Herrmann will nun mehr für die Sicherheit rund um die Aufnahmeeinrichtung im Osten der Stadt, aber auch im Innenstadtbereich tun: "Wir planen gezielte Schwerpunkteinsätze vor Ort." Zwar arbeiteten seit der Einrichtung der Aufnahmeeinrichtung alle Dienststellen vor Ort eng zusammen. Mit Kripo, Verkehrspolizei sowie den Inspektionen Bamberg-Land und -Stadt seien über 370 Beamte im Einsatz. Dennoch soll die Bamberger Polizei durch 20 Kräfte der Einsatzzüge aus Bayreuth, Coburg und Hof, bei Bedarf auch mit Hilfe der Bereitschaftspolizei, unterstützt werden, um die Konzepteinsätze durchführen zu können.

Diese sollen versuchsweise im ganzen Monat November laufen. Die Polizei will nach den Worten von Bambergs Polizeichef Thomas Schreiber vor allem an folgenden Stellen sichtbar vor Ort sein: In der Innenstadt (Sandgebiet, Fußgängerzone), am Berliner Ring, in der Pödeldorfer Straße und im Kapellenschlag, außerdem am Zentralen Omnibusbahnhof und dem Hauptbahnhof. "Wir zeigen Präsenz, kontrollieren Personen und Fahrzeuge, überprüfen die Identitäten und verfolgen Straftaten konsequent", kündigte Schreiber an. Die genannten Stellen in der Stadt sind der Polizei bei der Analyse der Straftaten besonders aufgefallen (siehe Heatmaps in der Bildergalerie). Darüber hinaus soll es mit den zusätzlichen Kräften weiterhin lageorientierte Begehungen in der Aufnahmeeinrichtung geben.


Bereits 89 Personen kontrolliert

Die Schwerpunktkontrollen haben vergangenes Wochenende bereits begonnen. Laut dem Leitenden Polizeidirektor sind innerhalb von drei Tagen 89 Personenkontrollen, 88 Datenbankabgleiche, 47 Durchsuchungen von Personen durchgeführt und fünf Straftaten im "unterschwelligen Bereich" festgestellt worden. Schreiber glaubt, dass sich die verstärkte Präsenz und Kontrollen bemerkbar machen werden: "Ich rechne damit, dass wir einen spürbaren Rückgang bei Ladendiebstählen erreichen werden." Im Dezember sollen die Konzepteinsätze analysiert werden. Über deren Wirkung will auch Innenminister Herrmann Ende des Jahres informiert werden. "Mit diesen Maßnahmen gehen wir gezielt auf Ängste und Sorgen unserer Bürgerinnen und Bürger ein", so Herrmann.

Der Minister hatte am Montag erklärt, dass bei der Inspektion Bamberg-Stadt inzwischen 14 der 20 neu zugewiesenen Stellen besetzt worden seien. Demnach stünden der Dienststelle 124 Beamte zu Verfügung. Dennoch sind noch immer nicht alle Stellen besetzt. Herrmann sieht nun aber in den 20 zusätzlichen Kräften der Einsatzzüge anderer Dienststellen eine große Entlastung.

Und Oberfrankens Polizeipräsident Schieder beruhigte: "Es mag paradox klingen, aber die Sicherheitslage in Bamberg ist gut."



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