Bamberg
Aktion

Herberge dringend gesucht

Auf Initiative der Bamberger Linken Liste machten Aktivisten auf einen jahrelangen Leerstand in der Unteren Königstraße aufmerksam.
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Maria und Josef (Antonia Raßmus und Hubertus Schaller) auf Herbergssuche in der Unteren Königstraße Fotos: Julian Megerle
Maria und Josef (Antonia Raßmus und Hubertus Schaller) auf Herbergssuche in der Unteren Königstraße Fotos: Julian Megerle
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Bamberg in der Vorweihnachtszeit. Das Schneetreiben hüllt die rund 20 Menschen, welche in der Unteren Königstraße zusammenkommen sind, in kleine weiße Flocken. Studenten, ältere Menschen, Frauen und Männer. Mit Transparenten und Schildern wollen sie auf einen jahrelangen Leerstand hinweisen: die Anwesen der Hausnummern 13 bis 15.

"Wohnen = Menschenrecht" steht auf einem der Banner. Mitten drin dabei: Maria und Josef. "Wir suchen dringend eine Unterkunft für unsere junge Familie", meint Hubertus Schaller alias Josef. Sein Frau Maria pflichtet ihm bei: "Wir suchen schon so lange. Wir brauchen dringend etwas Bezahlbares", findet Antonia Raßmus. Aber noch stehen sie vor verschlossener Tür: Bretterverschläge im Erdgeschoss und leere, unbewohnte Räume in den oberen Geschossen prägen das Bild seit Jahren. Geschätzt 40 Menschen könnten in dieser Innenstadtlage mit Weltkulturerbeatmosphäre leben.

Spekulanten Kontra geben

Nun signalisiert die Stadt Bamberg Kaufbereitschaft, um den Missstand zu beheben. Die Bamberger Linke Liste, die zur Aktion aufgerufen hat, will sicherstellen, dass die Stadt die beiden Häuser nicht nur erwirbt: "Wir wollen, dass die Stadt Bamberg die Immobilien über die Stadtbau entwickelt und damit dauerhaft bezahlbaren Wohnraum schafft", erklärt Stephan Kettner, Anmelder und OB-Kandidat der Bamberger Linken Liste. Zudem stelle man sich gegen Immobilienspekulationen wie sie die German Property Group betreibe, welcher ebenfalls das Haus in der Oberen Sandstraße 20 gehöre.

Unverhofftes Geschenk?

Dass dieser Zustand noch nicht vorbei sei, zeigten die Aktivisten bildhaft: Erst stehen sie mit der Anzahl der möglichen Bewohner des Hauses vor den Anwesen. Dann werden die benötigten Wurfzelte ausgepackt. Ob die Stadt zeitnah den Druck vom Wohnungsmarkt tatsächlich nehmen kann und mit dem Kauf der Häuser noch ein unverhofftes nachträgliches Weihnachtsgeschenk überreichen darf, steht freilich noch in den Sternen.

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