Bamberg
Ölpreise

Energiekosten: Heizöl-Käufer müssen mehr bezahlen

Der Angriff auf die größte Ölraffinerie in Saudi-Arabien hat zu Turbulenzen auf den Märkten geführt. Der Ölpreis stieg am Montag um bis zu fünf Cent. Im Jahresvergleich bleibt er aber immer noch stabil. Wie es nun weitergeht, darüber gehen die Meinungen auseinander.
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Georg Dusold fährt seit 28 Jahren Heizöl an fränkische Haushalte . Foto: Ronald Rinklef
Georg Dusold fährt seit 28 Jahren Heizöl an fränkische Haushalte . Foto: Ronald Rinklef

Als nächstes fährt er in den Hafen, um seinen Tankwagen aufzufüllen. 25.000 Liter pumpt der 58-Jährige im Auftrag des Heizölhändlers Heinrich Fischer & Söhne durchschnittlich in Kellertanks rund um die Domstadt. Solche wie den im Bamberger Berggebiet.

Etwa zehn Minuten braucht Georg Dusold, um die 2000 Liter umzufüllen. Bereits vor etwa vier Wochen hatte der junge Mieter das Heizöl bestellt - eine übliche Wartezeit. Und eine, die sich in dem Falle sogar in barer Münze bezahlt macht.

Wer gestern eine Heizölbestellung abgeben wollte, merkte schnell: Der Preis war im Vergleich zum vergangenen Wochenende gestiegen - und zwar deutlich. Geht es sonst allenfalls hinter dem Komma in die ein oder andere Richtung, waren gestern Preisaufschläge bis zu zehn Prozent keine Seltenheit. Anders ausgedrückt: Der Liter Heizöl konnte je nach Lieferort schon mal fünf Cent teurer sein als noch am Freitag. Das macht bei einer Bestellmenge von 2000 Litern gleich mal 100 Euro mehr aus.

"Nicht verrückt machen lassen"

Was also tun? Dennoch heute oder morgen kaufen, weil's eh noch schlimmer wird mit der Preisentwicklung? "Diese Frage lässt sich nie richtig gut beantworten", sagt Alexander von Gersdorff, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Mineralölwirtschaftsverband. Er rät aber dringend dazu, sich nicht verrückt machen zu lassen. "Generell sind wir weit von den Heizölhochs entfernt." Im langfristigen Vergleich sei das Öl auch gestern noch günstig gewesen. Es bringe nichts, sich über Schwankungen zu ärgern. Den genauen Tiefpunkt beim Ölpreis erreiche man sowieso so gut wie nie.

Was die weitere Entwicklung angeht, so gehen die Meinungen auseinander. Die BayernLB erwartet, dass der Produktionsausfall in Saudi-Arabien nicht von anderen Ländern aufgefangen werden kann.

Auch die Experten der US-Bank Goldman Sachs sehen den Drohnenangriff auf die Raffinerie in Saudi-Arabien als "eine historisch große Störung". Dagegen geht das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln davon aus, dass der Ölpreisschock nur vorübergehend sein dürfte und damit lediglich kurzfristige konjunkturelle Schwankungen nach sich ziehe.

Was regionale Preisschwankungen angeht, so verweist Verbandssprecher von Gersdorff auf die Transportwege. Die Transportkosten zur Raffinerie und von der Raffinerie weg seien im Norden Deutschlands einfach geringer. Das hänge mit den Häfen in Rotterdam und Hamburg zusammen. Bundesländer wie Niedersachsen hätten keine langen Transportwege den Rhein hinunter wie etwa Bayern. Zusätzlich spielten auch die Warenverfügbarkeit und der Wettbewerb zwischen den Händlern eine Rolle.

Georg Dusold fährt seit 28 Jahren Heizöl an fränkische Haushalte und wird bis zum Ruhestande wohl damit auch nicht aufhören - Ölkrisen hin, Ölkrisen her. Nur daheim, da heizt er mit Gas. "Ich wohne doch in der Stadt, da geht's auch anders."

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