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Mobilität

Handyparken in Bamberg wird nur langsam angenommen

Die Bamberger füttern die Parkautomaten weiterhin lieber mit Kleingeld, anstatt übers Handy ein Ticket zu buchen. Zehn Monate nach Einführung des Handy-Parkens sind die Organisatoren der Stadt aber mit dem Start zufrieden.
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Mit der Smartphone-App "Travipay" können die Parkscheine virtuell gebucht werden.  Foto: Sebastian Schanz
Mit der Smartphone-App "Travipay" können die Parkscheine virtuell gebucht werden. Foto: Sebastian Schanz

Über das Handy lasst sich heutzutage ja angeblich alles finden: vom Geburtstagsgeschenk bis zum Hotelzimmer, vom Markenschuh bis zur Liebe fürs Leben. Warum also nicht auch ein Parkticket? In Bamberg gibt es seit September 2018 das Angebot des Handyparkens. Wer auf den rund 340 öffentlichen Stellplätzen mit 47 Parkautomaten im Stadtgebiet parken will, braucht den Automaten nicht mit Kleingeld zu füttern, sondern kann mit einem virtuellen Ticket einen realen Parkplatz buchen. Mehr oder weniger hilfreiche Tipps, wo es freie Plätze geben soll, liefert die Anwendung auch dazu.

Die Installation der App "PayByPhone" dauert fünf Minuten, dann ist das Handy zum tragbaren Parkscheinautomaten umfunktioniert. Auf dem großen Automaten am Straßenrand steht eine Nummer: Einfach eintippen, einem digitalen Bezahlservice Zugangsrechte aufs Bankkonto geben, Parkzeit auswählen, fertig. Ein bisschen Vertrauen in die Technik braucht es schon, um sein Auto ganz ohne ausgedrucktes Ticket den scharfen Parkwächtern auszuliefern. Doch auch die sind angeschlossen ans digitale System und sehen dann schon, wo bezahlt wurde und wo nicht.

So weit so einfach. Wie wird das Angebot nach zehn Monaten angenommen? Gut, antworten die Organisatoren der Stadt Bamberg. Die bisherigen Nutzerzahlen zeigen aber noch keine Flut an digitalen Tickets - im Gegenteil: Die Bamberger setzen beim Thema Parkschein auf die Devise "Nur Bares ist Wahres".

Immerhin: Die Zahl der Nutzer wächst. "Gleich im September haben 413 Bamberger und Gäste das neue Angebot genutzt, im Februar waren es schon über 1000, was einem Anteil von 2,15 Prozent an allen Parkvorgängen entspricht", berichtet Steffen Schützwohl, Pressesprecher der Stadt. Neuere Zahlen werden derzeit noch dokumentiert.

2,15 Prozent: Wie bewerten die Verantwortlichen diese Zahl? "Die Erfahrung aus anderen Städten zeigt, dass die Nutzung langsam ansteigt, aber beide Bezahlwege dauerhaft gebraucht werden", antwortet Stefan Goller, der in der Stadtverwaltung als Referent für Wirtschaft, Beteiligungen und Digitalisierung zuständig ist.

Vergleich zu anderen Städten

Der Vergleich zu anderen Städten bestätigt das: In Nürnberg wurden im ersten Jahr 3,5 Prozent der Parkgebühren mit dem Handy bezahlt, fünf Jahre später 12 Prozent. In Städten, die den Service schon länger anbieten, wie Amberg und Erlangen, knackt die Quote gegenüber den Parkscheinautomaten laut Sunhill Technologies bereits die 20-Prozent-Marke.

Sunhill Technologies ist auch die Partnerfirma in Bamberg. Sie hat ihren Sitz in Erlangen und gehört zum Volkswagen-Konzern. Im Bamberger Rathaus ist man mit der Funktionalität zufrieden: "Von Anfang an hat die Schnittstelle reibungslos funktioniert, die es dem Parküberwachungsdienst ermöglicht, vor Ort zu prüfen, ob ein geparkter Pkw ein gültiges Handyticket hat", berichtet Christian Eschrich, der im städtischen IT-Amt für die Einführung verantwortlich ist. "Die Verfügbarkeit des Systems lag bei mehr als 99 Prozent." Es habe keine Beschwerden gegeben, weder von Nutzern, noch von Parküberwachern.

Das System soll weiterlaufen. "Im Zentrum steht nicht die Digitalisierung um jeden Preis, sondern der größtmögliche Nutzen und Komfort für die Bürger", sagt Goller. Rein äußerlich wird es an den Automaten demnächst eine Änderung geben: Die Firma Sunhill Technologies ändert ihre bisherige Marke "travipay" auch auf den Straßen zu "PayByPhone" - im App-Store ist dies bereits passiert.

"Das System bleibt das gleiche und günstiger wird es dann auch Die Servicegebühr beträgt bisher 14 Cent plus 14 Prozent der regulären Parkgebühr. Zukünftig dann für alle Bezahlwege maximal zehn Prozent des Ticketpreises", erklärt Pressesprecher Schützwohl.

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