Bamberg
Michelsberg

Halbzeit-Fest mit Ausblick am Kloster St. Michael

Die umfangreiche Instandsetzung des Klosters St. Michael begleitet das Bergfest.
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Bauschutt und Gerüste stören die Bergfest-Besucher nicht. Markus Klein
Bauschutt und Gerüste stören die Bergfest-Besucher nicht. Markus Klein
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Kling, kling, kling: Das Durchschreiten der Pforte in den Innenhof des Klosters St. Michael wird von Handwerksgeräuschen begleitet. Allerdings wurde während des Bergfestes am Samstag nicht an den zahlreichen Gerüsten gearbeitet, die seit zehn Jahren Teil des Klosterareals sind. An diesem Tag ist Halbzeit des umfangreichen Instandhaltungsprojekts, in zehn Jahren soll das Kloster fit für die nächsten tausend Jahre sein.

Beim Festtreiben meißeln die Kinder im Innenhof ihre Initialen oder Blumen in Stein, springen in der Hüpfburg umher oder jonglieren mit Bällen, Tellern und Tüchern. Die Älteren informieren bei Vorträgen über die lange Geschichte des Kloster, dessen Ursprünge ins frühe elfte Jahrhundert zurückreichen. In den vergangenen drei Jahren wurden die Fassaden der Abtei-, Konvent- und Wirtschaftsgebäude saniert, die ehemalige Abteikirche statisch instandgesetzt und ihr Dach neu gedeckt.

Mit dem Aufzug aufs Baugerüst

Einen weiträumigen Überblick über Bergfest und Baustelle können sich 16 Abonnenten des Fränkischen Tags verschaffen: Bei einer Verlosung haben sie eine Fahrt mit dem Aufzug gewonnen, bis ganz oben auf das etwa 50 Meter hohe Baugerüst. Während der Reporter bei der ruckligen Fahrt versucht, Sicherheitsabstand von den Rändern zu gewinnen, bleibt Joseph Jevtic cool und lehnt sich breit grinsend über das Geländer: "Mensch hab ich ein Glück", sagt er. "Das ist ja der Wahnsinn, das muss man wirken lassen." Der Rentner nutze seine Zeit häufig, um sein Haus instand zu halten oder für Baumarbeiten, "da gewöhnt man sich an die Höhe". Entsprechend entspannt fachsimpelt Jevtic mit dem Baulogistik-Leiter Rudolf Heinzel über Baumaterialien. Heinzel bringt während des Festes die Besucher mit dem Aufzug nach oben. "Ich betreue viele Projekte in Bamberg", sagt Heinzel, "aber das hier ist mein liebstes."

Oben angekommen knirschen die Holzplatten bei jedem Schritt zwischen den erst kürzlich neu angebrachten Dachziegeln. In dieser luftigen Höhe findet dann auch der schwindelfreie Jevtic seine Grenze: "Ohne die Absperrungen und Schutzwände würde ich das auch nicht machen wollen. Also Gerüstbauer wäre nichts für mich."

Da diese Aufgabe bereits erledigt ist, kann Jevtic den Rundumblick genießen, von der Altenburg über den Dom zur Erba-Insel. Durch die ungewohnte Perspektive "erkenne ich wieder, wie schön die Bamberg eigentlich ist", sagt er. Denn nicht nur an die Höhe, auch an die Schönheit seiner Umgebung gewöhnt man sich mit der Zeit.

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