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Untermerzbach
Gerichtsprozess

Nach Todesfällen in Seniorenresidenz: Angeklagte durch Gutachter entlastet- "Kein Grund für Klinik-Einweisung"

Prozess um rätselhafte Todesfälle in der Seniorenresidenz Gleusdorf: In Zusammenhang mit dem Tod eines 79-Jährigen sehen zwei Gutachter keine medizinischen Fehler des Hausarzts.
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Seniorenresidenz Gleusdorf: Rechtsmediziner entlasten Angeklagte in Gerichtsverhandlung. Im Prozess wegen diverser Todesfälle aus den Jahren 2011 bis 2016 in der Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf im unterfränkischen Untermerzbach (Kreis Haßberge) haben zwei Rechtsmediziner am Mittwoch (23. Oktober 2019) als Gutachter ausgesagt und die Angeklagten im Hauptpunkt der Anklage entlastet.

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Aus ihrer Sicht gebe es keinen Beleg, dass der Heimarzt einen 79-jährigen Heimbewohner nach seinem Sturz nicht ausreichend medizinisch versorgt und damit seinen Tod in Kauf genommen hätte, erklärten die Gutachter übereinstimmend. Weder ein Sturz aus dem Bett noch eine kurz darauf folgende Lungenentzündung seien ein zwingender Grund für eine Klinik-Einweisung des Heimbewohners gewesen. Der Heimbewohner starb fünf Tage nach dem Sturz an einer Lungenentzündung. Der damaligen Heimleiterin, dem Pflegedienstleiter und dem Arzt wird im Fall des 79-Jährigen gemeinschaftlicher Totschlag durch Unterlassen vorgeworfen.

Außerdem müssen sie sich in zwei weiteren Fällen wegen versuchten Totschlags durch Unterlassen vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft ermittelte, ob der Grund für einige Todesfälle Misshandlungen oder eine schlechte Versorgung gewesen sein könnten. Den teils hochbetagten Bewohnern wurde nach Überzeugung der Anklage die erforderliche medizinische Behandlung vorenthalten.Das Urteil soll Anfang Januar fallen.

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