Bamberg
Bezirks- und Landtagswahlen

Grüne nominieren Heucken und Lösche

Ulrike Heucken und Andreas Lösche heißen die Direktkandidaten, die von den Grünen im Stimmkreis Bamberg in knapp einem Jahr ins Rennen für Bezirkstags- und Landtagswahl geschickt werden.
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Landtagskandidat Andreas Lösche, Bezirkstagskandidatin Ulrike Heucken, Bundestagskandidat für Bamberg-Forchheim Wolfgang Grader und der Grünen-Landesvorsitzende aus München Dieter Janecek (von links)  Foto: Andreas Reuß
Landtagskandidat Andreas Lösche, Bezirkstagskandidatin Ulrike Heucken, Bundestagskandidat für Bamberg-Forchheim Wolfgang Grader und der Grünen-Landesvorsitzende aus München Dieter Janecek (von links) Foto: Andreas Reuß
Ulrike Heucken, Stadträtin der GAL in Bamberg, ist bereits seit sechs Jahren mit dem oberfränkischen Bezirksratsmandat betraut. Ein relativ neues Gesicht, vor allem in der Stadt Bamberg, ist laut Pressemitteilung der Grünen hingegen Andreas Lösche aus Oberhaid. Er setzte sich in einem knappen Kopf-an-Kopf-Rennen gegen die GAL-Stadträtin Ursula Sowa durch.

Vor allem bei umweltpolitisch interessierten Bürgern habe sich Lösche in den vergangenen Jahren durch sein hartnäckiges Engagement für einen Nationalpark Steigerwald einen Namen gemacht. Der seit 2006 als Kreisvorsitzender der Land-Grünen aktive Oberhaider habe unter anderem dafür gesorgt, dass sich die bayerischen Grünen als einzige im Landtag vertretene Partei klar für das Projekt ausgesprochen haben - und er wolle dieses Ziel im Falle seiner Wahl mit Vehemenz weiterverfolgen.

EEG-Umlage muss gerecht sein


In seiner Bewerbungsrede vor knapp 40 Grünen-Mitgliedern aus den Kreisverbänden Stadt und Land habe der 45-Jährige aber auch andere Schwerpunktthemen genannt. Bei der Energiewende bekannte er sich klar zur EEG-Umlage, die allerdings gerecht sein müsse und Großkonzerne nicht flächendeckend von Zahlungen befreien dürfe. Konflikte zwischen Windenergie und Naturschutz forderte er offen auf den Tisch zu legen: "Nicht wegreden wollen, sondern im Dialog lösen", so sein Motto.

Der Germanist und Politikwissenschaftler, der über Jahre auch als Realschullehrer tätig war, kritisierte entschieden die Bildungspolitik der CSU und die besonders im bayerischen Schulsystem ausgeprägte soziale Ungerechtigkeit: "Bildung wird in Bayern kaputt gespart. Die Mittelschule ist vor allem eine mittellose Schule." Außerdem forderte Lösche eine Stärkung der Zivilgesellschaft gegen rechten Terror, eine Willkommenskultur für Flüchtlinge und mehr politischen Gestaltungsspielraum für Kommunen, womit er konkret die Konversionsflächen in Bamberg ansprach.

Sowa kandidiert im Land


Lösches Konkurrentin um den Stimmkreis Bamberg-Stadt, Ursula Sowa, wird nun nach Aufforderung der Grünen-Versammlung im Stimmkreis Bamberg-Land als Direktkandidatin antreten. Ihre Chancen auf einen Einzug in den Landtag hängen dann von der Aufstellung der Wahlkreisliste im Bezirk Oberfranken ab und stehen nach internen Einschätzungen der Grünen ziemlich gut. Dort will die Vorsitzende der GAL-Stadtratsfraktion gegen die amtierende Landtagsabgeordnete Ulrike Gote antreten und die grüne Oberfranken-Liste auf Platz Eins anführen. Wenn der Bambergerin dies gelingt, wäre ihr ein Mandat sicher, heißt es in der Mitteilung.

Noch während der Aufstellungsversammlung kündigten Sowa und Lösche einen engagierten gemeinsamen Wahlkampf an: "Wir wollen starke Grüne in der ganzen Region Bamberg."

Heucken will im Bezirkstag bleiben


Mit im Wahlkampf-Team ist auch wieder Ulrike Heucken (49), die erneut in den Bezirkstag einziehen will. Sie bezeichnete das "leider kaum bekannte Gremium" als einen Ort, wo sich "Stellschrauben für viele soziale Fragen" befinden. "Ob ein Kind mit Behinderung einen Schulwegbegleiter bekommt oder ob alte Menschen im Seniorenheim in Doppel- oder Einzelzimmern wohnen - hier wird das entschieden", sagte sie. Deshalb setze sie sich für eine bessere Finanzausstattung des Bezirks ein, und dass die Bezirksaufgaben generell ernster genommen werden. "Beim drohenden Fachkräftemangel in Oberfranken müssen dringend die Pflegesätze angehoben werden, damit höhere Löhne in den sozialen Einrichtungen gezahlt werden", so Heucken, "auch hier ist der Bezirk gefragt."

Die gebürtige Bambergerin vertritt die GAL bereits seit 2002 im Bamberger Stadtrat. Darüber hinaus ist sie als stellvertretende Vorsitzende des Bürgervereins Sand und als Geschäftsführerin der Sandkerwa Gmbh bekannt. Heucken hofft darauf, im nächsten Bezirkstag nicht mehr als grüne Einzelkämpferin vertreten zu sein, sondern mindestens ein zweites grünes Mandat zu erringen. Auch für die Bezirkstagswahl steht die Aufstellung der grünen Oberfranken-Liste im Januar bevor. Die Bamberger Direktkandidatin wird wie bei der Wahl zuvor erneut für den ersten Listenplatz kandidieren, was ihr ein Bezirkstagsmandat sichern würde.
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