Limbach
Online-Handel

Online-Gigant Amazon zeigt Interesse an weiterem Verteilzentrum in Franken

Im Limbacher Gewerbegebiet möchte sich ein Logistikunternehmen ansiedeln. Von der Amazon-Pressestelle heißt es nun, dass der Online-Gigant derzeit prüfe, dort ein Verteilzentrum zu eröffnen.
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Im Limbacher Gewerbegebiet möchte sich ein Logistikunternehmen ansiedeln. Von der Amazon-Pressestelle heißt es nun, dass das Unternehmen derzeit prüfe, dort ein Verteilzentrum zu eröffnen. Foto: Barbara Herbst/Archiv
Im Limbacher Gewerbegebiet möchte sich ein Logistikunternehmen ansiedeln. Von der Amazon-Pressestelle heißt es nun, dass das Unternehmen derzeit prüfe, dort ein Verteilzentrum zu eröffnen. Foto: Barbara Herbst/Archiv

Im Limbacher Gewerbegebiet möchte sich auf 40 000 Quadratmetern ein Logistikunternehmen ansiedeln und so die restliche freie Fläche nutzen. Nachdem die Bedenken bei den Limbachern immer größer wurden, fand in Pommersfelden eine Infoveranstaltung zu der geplanten Ansiedlung statt. "Wir haben alles auf den Tisch gelegt, was es wird", sagt Bürgermeister Hans Beck (WB Sambach) auf FT-Nachfrage.

Besonders die Lärm- und Verkehrsbelastung macht vielen Limbachern Sorgen. Eine zusätzliche Zufahrt zum Gewerbegebiet sei nicht geplant, entkräftigt der Bürgermeister die Gerüchte. Er geht davon aus, dass die Fahrzeuge, die zum Logistikunternehmen anfahren, ohnehin von der B 505 und der Autobahn kommen. Hauptsächlich sollen zu dem Logistikunternehmen Lkw und Kleinsprinter fahren, die die Pakete zum Endverbraucher bringen, sagt Beck.

Zufahrt könnte erweitert werden

Sollte die Zufahrt von der B 505 ins Gewerbegebiet zu eng werden, könnten ein Kreisverkehr oder eine Ampel helfen. Deshalb solle das staatliche Bauamt zumindest einmal prüfen, ob dort ein Kreisverkehr möglich wäre, so Beck.

Ein Hochregallager soll auf der Fläche nicht entstehen, das Gebäude sei nicht höher geplant als die bestehende Bebauung im Gewerbegebiet. 110 auf 60 Meter soll die Halle ungefähr fassen, sagt Beck. Weil die ursprünglich geplante Ringstraße wegen der Größe des Logistikbetriebes nicht mehr nötig ist, muss der Bebauungsplan geändert werden. Außerdem müssen ein Regenrückhaltebecken und Ver- und Entsorgungsleitungen verlegt werden. Eine Erweiterung des Gewerbegebietes sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant. Die Änderung des Bebauungsplanes liegt nun bei den Behörden aus.

Schon viele Anfragen

Wenn Beck auf das Limbacher Gewerbegebiet zu sprechen kommt, blickt er auch auf die Aufregung zurück, die damit oft verbunden war. Die Gemeinde habe schon viele Anfragen für das Gewerbegebiet abgelehnt, etwa, weil die Betriebe zu wasserintensiv gewesen wären. Beim aktuellen Logistikunternehmen habe die Gemeinde alles geprüft und den Betrieb besichtigt.

Um welches Logistikunternehmen es sich handelt, möchte Beck nicht sagen, solange die Verträge nicht unterzeichnet sind. Zu den Gerüchten, dass der Online-Gigant Amazon auf dem Gelände ein Verteilzentrum eröffnen möchte, bezieht Beck auf Nachfrage keine Stellung. Auch wenn alle Indizien darauf hinweisen: Zu dem Logistikunternehmen sollen hauptsächlich Lkw und Kleinsprinter anfahren, die die Pakete zum Endverbraucher bringen. Erst im September ist in Eggolsheim (Lkr. Forchheim) Frankens erstes Amazon-Sortierzentrum eröffnet worden.

Von einer Amazon-Pressesprecherin heißt es auf FT-Nachfrage: "Wir prüfen derzeit die Möglichkeit, ein Verteilzentrum in Pommersfelden zu eröffnen. Das Konzept befindet sich noch in einem frühen Stadium." Amazon Logistics, Amazons eigener Transportdienst, biete lokalen Lieferpartnern die Möglichkeit, mit Amazon zu wachsen. Diese würden zusätzliche Kapazität und Flexibilität für die "letzte Meile" - den letzten Schritt der Lieferkette - bringen. Dadurch werde Amazon wachsender Kundennachfrage gerecht und könne den Kunden in der Region einen noch besseren Service bieten, so die Amazon-Pressesprecherin.

Bei einem Verteilzentrum, wie es in Limbach entstehen könnte, liefern Lkw (rund 30 Stück) in der Nacht die Pakete an, mittels "intelligenter Routenplanung" werden die Pakete sortiert und dann von den Lieferpartnern abgeholt und an den Kunden zugestellt. Bei ähnlichen Amazon-Verteilzentren seien für die Auslieferung an den Endverbraucher rund 180 Fahrer zuständig (Beispiel Nürnberg). Die Halle eines Verteilzentrums sei meist um die 10 000 Quadratmeter groß.

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