Buttenheim

Geschockt nach dem Überfall in Buttenheim

Nach dem Überfall auf den Buttenheimer Netto-Markt fehlt von den Tätern auch am Freitag jede Spur. Eine erste Großfahndung der Kripo hat noch zu keinem Ergebnis geführt. Durch die unmittelbare Nähe zur Autobahnauffahrt ist wahrscheinlich, dass die Räuber über die A73 entkommen sind.
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Der Netto-Markt in Buttenheim wurde am späten Donnerstagabend von Räubern heimgesucht: Die Kripo Bamberg sucht Zeugen.  Foto: Sebastian Martin
Der Netto-Markt in Buttenheim wurde am späten Donnerstagabend von Räubern heimgesucht: Die Kripo Bamberg sucht Zeugen. Foto: Sebastian Martin
Der Schock sitzt einen Tag nach dem Überfall entsprechend tief bei den Angestellten des Netto-Marktes in Buttenheim. Kurz nach 20 Uhr, zu dem Zeitpunkt hatte der Markt schon geschlossen, haben zwei bisher unbekannte Männer am Donnerstag mit Sturmhauben maskiert den Discounter in der Straße "Am Stauch" ausgeraubt.

Am Freitagmittag wirkt alles ruhig vor der Filiale. Innen trifft man einen besorgten Marktleiter an. Zu dem Überfall äußert er sich nicht - er darf nicht. Nur so viel: Entgegen einer ersten Meldung der Polizei war er während des Überfalls nicht in der Filiale. Seinen beiden Mitarbeitern gehe es entsprechend.


Am Freitag noch kein Fahndungserfolg
Die Angestellten haben Schlimmes erlebt: Laut Polizei gingen die Täter am Donnerstag brutal vor. Der Markt soll bereits geschlossen gewesen sein, da sind die Männer auf eine 30-jährige Mitarbeiterin und einen 22-jährigen Mitarbeiter losgegangen und haben diese mit Messer und Schlagring bedroht. Anschließend fesselten sie die Opfer und flüchteten mit den Tageseinnahmen des Supermarktes in Höhe eines vierstelligen Betrags.

Die Mitarbeiter konnten sich danach jedoch schnell befreien und riefen die Polizei. Die löste sofort eine Großfahndung nach den Tätern aus, doch bis Freitag konnte die Kripo Bamberg, die inzwischen die Ermittlungen führt, noch keine Erfolgsmeldung verlauten lassen.

Eine wichtige Frage bei den Ermittlungen ist laut Alexander Czech, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, wie die beiden Männer nach Ladenschluss in die Filiale gelangen konnten: "Es könnte sein, dass sich die beiden Täter einschließen haben lassen", sagt der Polizeisprecher. "Womöglich sind sie deshalb schon vorher einem Kunden aufgefallen." Die beiden Täter sollen dunkle Sportkleidung getragen haben. Sie sollen mit einem "jugendlichen Slang" gesprochen haben. Die Fahnder schließen daraus, dass es sich um jüngere Männer gehandelt haben könnte.


Autobahnnähe der Grund?
Die Täter sollen nach dem Überfall zunächst zu Fuß aus dem Discounter geflohen sein. Doch hält es die Polizei für möglich, dass sie in der Nähe ein Fluchtfahrzeug abgestellt haben könnten. Das bringt Bürgermeister Michael Karmann zum Nachdenken. Er war am Freitagmorgen, nachdem er von dem Überfall erfahren hatte, vor Ort in der Filiale, um Hilfe anzubieten. "Man ist im ersten Moment schon schockiert", sagt Karmann.

Er will sich nun mit der Polizei in Verbindung setzen und sich beraten lassen. Denn Bürgermeister Karmann hält es nicht für ausgeschlossen, dass die Täter die Anschlussstelle der A73 genutzt haben, um zu entkommen. Die Filiale liegt unmittelbar an der Auffahrt. Ein Grund, warum die Filiale von den Tätern ausgewählt wurde? Karmann kündigte an, sich über ein mögliches Sicherheitskonzept für autobahnnahe Gemeinden zu informieren, um solche Fälle zu vermeiden.

Einen Überfall dieser Art hat es laut Polizeisprecher Alexander Czech in Oberfranken längere Zeit nicht mehr gegeben. Außer vor kurzem, als eine Bäckerei in Coburg überfallen worden war. Die letzte Überfall-Serie hat im Januar in Bayreuth stattgefunden. Der Täter wurde aber bereits geschnappt.


Zum Fahndungsaufruf der Kripo Bamberg

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