Bamberg
Heroldhaus

Geplante Moschee: Erste Feier findet am Freitag statt

Die Nutzung der Büroflächen als Moschee ist umstritten. Dennoch lädt der Arabische Kulturverein am Freitag zum Abschluss des Ramadan ins Heroldhaus ein.
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Hier wird am Freitag dieser Woche das Ende des Ramadan gefeiert. Im Eingang des so genannten Heroldhauses bezieht der Eigentümer Stellung gegen den vom Stadtrat gewünschten, aus seiner Sicht aber unsinnigen Abbruch von "20 Top-Wohnungen".  MW
Hier wird am Freitag dieser Woche das Ende des Ramadan gefeiert. Im Eingang des so genannten Heroldhauses bezieht der Eigentümer Stellung gegen den vom Stadtrat gewünschten, aus seiner Sicht aber unsinnigen Abbruch von "20 Top-Wohnungen". MW
Es war am Ende der öffentlichen Bausenatssitzung, als es aus Norbert Tscherner (BBB) und Heinz Kuntke (SPD) förmlich herausplatzte. Der eine fragte nach der für diesen Freitag angekündigten Ramadan-Feier des arabischen Kulturvereins. Der andere nannte die Debatte um die Moscheepläne für das Heroldhaus ein unangemessenes "Getöse". Durch die so genannte Veränderungssperre, die der Stadtrat 2016 verhängt hat, seien alle Veränderungen gewissermaßen auf Eis gelegt.


"Das kann lange dauern"

Ist der Streit um die Nutzung des so genannten Heroldhauses also nur ein Sturm im Wasserglas? Gibt es für die im Hain grassierenden Befürchtungen gegenüber einer Moschee in der Nähe von Kindergärten und Schulen gar keinen konkreten Anlass? Glaubt man Kuntke, dem baupolitischen Sprecher der SPD und langjährigen Richter, dann liegt es im Wesen der nach wie vor gültigen Veränderungssperre, dass Umnutzungen nicht vollzogen werden dürfen - zumindest nicht schnell.

Kuntke spricht davon, dass der Antrag des Eigentümers erst dann vom Bausenat entschieden werden könne, wenn der gerade in Aufstellung befindliche Bebauungsplan Rechtskraft erlangt habe. Ausnahmen seien restriktiv zu handhaben. Eine Genehmigung könne folglich lange dauern.

Doch nicht alle Mitglieder im Bausenat teilen diese Auffassung: Ursula Sowa, Chefin der grünen Fraktion und im Zivilberuf Architektin, hält es für unzulässig, wenn durch die Veränderungssperre die geplante Umnutzung von Büroräumen zur Moschee auf die lange Bank geschoben würde. "Bauanliegen müssen auch behandelt werden", sagt Sowa und signalisiert Zustimmung, sofern der vorgeschriebene Brandschutz und genügend Stellplätze nachgewiesen werden können.


77 Stellplätze auf dem Grundstück

Horst-Peter Müller, Inhaber der EM Immobilien GmbH Stegaurach, lässt keinen Zweifel, dass es an diesen Auflagen nicht scheitern wird. Ein aufwändiges Brandschutzgutachten (für das ursprünglich geplante Hotel mit 32 Zimmern) liege vor. Mit 77 Stellplätzen auf dem Grundstück des Hauses könnten zudem selbst Veranstaltungen überörtlichen Charakters in der Ottostraße stattfinden.
Müller ist fest entschlossen, sich von der Stadt weder auf dem bürokratischen, noch juristischen Wege ausbremsen zu lassen.

Deshalb erwägt er nach eigenen Angaben eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Verantwortlichen der Stadt. Daran, dass ein islamisches Kulturzentrum in allgemeinen Wohngebieten zulässig sei, könne kein Zweifel sein, sagt Müller. "Sie können es nicht untersagen."

Eine Art Vorpremiere als Moschee erlebt der Standort in der Ottostraße bereits an diesem Freitag. Dann feiert die bisher in der Gönnerstraße unter beengten Verhältnissen beheimatete arabisch-islamische Gemeinde das Ende des Ramadan im Haingebiet. Hassan Mamo vom Arabischen Kulturverein rechnet mit 200 bis 350 Gläubigen, die der Einladung folgen dürften.
Er hofft zugleich, dass es nicht bei einer Einzelveranstaltung bleibt, sondern dass der Stadtrat der dauerhaften Umwidmung der Erdgeschossräume als Moschee zustimmt. "Wir sind des Suchens müde", sagt Mamo über den Mangel an geeigneten Immobilien in Bamberg.


Polizei erwartet keine Störungen

Anders als vor einer Woche von der Stadt angedeutet, ist eine einmalige religiöse Veranstaltung dieser Art nicht genehmigungspflichtig. Sie muss nicht einmal angemeldet werden. "Wir gehen auch nicht davon aus, dass es zu Problemen kommt", sagt Stadtsprecherin Ulrike Siebenhaar. Ähnlich optimistisch äußert sich die Bamberger Polizei. Sie hat keine Erkenntnisse, dass im Umfeld der bisherigen Moschee in der Gönnerstraße irgendetwas passiert wäre, was gegen Recht und Gesetz verstoßen habe.

Diese Einschätzung gelte auch für die geplanten Ramadan-Feierlichkeiten am Freitag in der Ottostraße. "Wir haben keine Veranlassung, von irgendwelchen Störungen auszugehen; dennoch werden wir die Sache im Auge behalten", sagt Alexander Rothenbücher von der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt.


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