Bamberg
Verlagerung

Geka will mittelfristig den Standort Bamberg schließen

Der Hersteller von Kosmetikverpackungen fasst seine Aktivitäten am Stammsitz Bechhofen zusammen. Vor vier Jahren hatte er den Traditionsbetrieb Oeka übernommen.
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Zwei Firmen auf einem Gelände: Geka und Oekatech sind jeweils eigenständig. Die geplante Schließung betrifft nur Geka. Foto: R. Rinklef
Zwei Firmen auf einem Gelände: Geka und Oekatech sind jeweils eigenständig. Die geplante Schließung betrifft nur Geka. Foto: R. Rinklef

Die Firma Geka, Hersteller von Kosmetikverpackungen, will ihren Standort an der Hallstadter Straße in Bamberg mittelfristig schließen. Dies bestätigte gestern die Schweizer Muttergesellschaft Sulzer auf unsere Nachfrage hin. Der Schritt, die Bamberger Produktionseinrichtungen an den Geka-Stammsitz nach Bechhofen (Landkreis Ansbach) zu verlagern, war der Belegschaft Ende April erstmals mitgeteilt worden.

Abspaltung der Metallfertigung 2015

Geka hatte im Juni 2015 das insolvente Traditionsunternehmen Oeka gekauft und rund 220 Mitarbeiter übernommen. Die Metallfertigung bzw. Autozulieferersparte von Oeka wurde damals abgespalten. Dieses Geschäft unter dem Firmennamen Oekatech und mit rund 60 Mitarbeitern übernahm die Münchner Beteiligungsgesellschaft Radial Capital Partners.

Oekatech fertigt heute mit 80 Mitarbeitern Teile für Kupplungen, Bremsen, Airbags oder auch für autonomes Fahren. Neben der Automotive-Palette gehören auch andere Metallprodukte wie Türschließsysteme zum Sortiment. Da völlig eigenständig, ist Oekatech von der Geka-Schließung nicht betroffen. Die ehemaligen Oeka-Gebäude auf dem Firmengelände zwischen Hallstadter Straße und Laubanger sind von Geka und Oekatech dem Vernehmen nach nur angemietet.

Bündelung an einem Standort

Als Grund für das Geka-Ende in Bamberg - unbestätigten Informationen nach im Oktober nächsten Jahres - gibt die Sulzer-Gruppe "aktuelle Marktveränderungen" im Kosmetikmarkt an. Um die Produktion von Lippenstifthülsen oder Mascarabürsten in Deutschland halten zu können, müsse das Unternehmen seine Aktivitäten an einem Standort zusammenfassen, heißt es in einer Pressemitteilung von der Sulzer-Zentrale in Winterthur. Der größere der beiden Standorte in Bechhofen eigne sich, weil "die notwendigen Ausbaukapazitäten vorhanden" seien. Noch in diesem Jahr werde dort mit dem Bau einer Erweiterungshalle begonnen.

Wechselnde Geka-Eigentümer

Vor vier Jahren noch hatte Geka den Einstieg in Bamberg unter anderem damit begründet, dass man in Bechhofen in einem eher strukturschwachen Gebiet ansässig sei, wo es schwerer gelänge, an Fachkräfte zu kommen. Damals gehörte Geka allerdings nicht zu Sulzer, sondern mehrheitlich einer internationalen Beteiligungsgesellschaft in London. Für die aktuell rund 190 Geka-Mitarbeiter in Bamberg wird nun mit Arbeitnehmervertretern über Interessenausgleich und Sozialplan verhandelt. "Geka wird seinen Mitarbeitern die Möglichkeit bieten, von Bamberg nach Bechhofen zu wechseln", heißt es aus der Schweiz. Angesichts der teilweise verkehrsreichen Strecke ins 140 Kilometer entfernte Bechhofen für viele wohl nur ein theoretisches Angebot.

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