Strullendorf
Tradition

Geisfeld in Feierlaune

Auch das Wetter zeigte sich bei der Kirchweih in Geisfeld von seiner besten Seite.
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Mit vereinten Kräften wird der Kirchweihbaum aufgestellt.  Fotos: Joseph Beck
Mit vereinten Kräften wird der Kirchweihbaum aufgestellt. Fotos: Joseph Beck
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Es war der letzte Tag des Hochsommers mit strahlend blauem Himmel und hohen Temperaturen, als die Geisfelder vom Ortseingang unter der Marschmusik der Geisfelder Musikanten ihren Kirchweihbaum abholten und am Platz schräg gegenüber der Kirche aufstellten. Unter der fachkundigen Regie von Wolfgang Linsner hievten die Männer die 28 Meter lange Fichte aus dem Waldteil Mösten gekonnt in die Höhe und erhielten von den vielen Zuschauern kräftigen Applaus für ihr Werk.

Dann zogen alle in die Alte Dorfstraße, wo die Kulturelle Dorfgemeinschaft Geisfeld (KDG) unter ihrer Vorsitzenden Nicole Düsel und der DJK-Sportverein unter ihrer Vorsitzenden Doris Pflaum die Kirchweih mit Zelten, Buden, in Garagen und im Freien veranstalteten. Da beide Geisfelder Wirtschaften nicht zur Verfügung standen, gingen die Dorfbewohner unter der Regie ihrer beiden Führungsfrauen selbst zur Sache, ließen die Differenzen wegen der Umgehungsstraße nicht einmal andeutungsweise hochkommen, riefen wie bei den Olympischen Spielen im alten Griechenland Waffenruhe aus und hatten damit Erfolg.

Auch die erstmals in die Alte Dorfstraße verlegte Kirchweih zeigte sich hier optimal präsentiert, denn es herrschte eine richtig gute Atmosphäre, die sich noch steigerte, als Bürgermeister Wolfgang Desel (CSU) ohne Spritzer das erste Fass anstach. Dirigent Konrad Kalb spielte dazu mit seinen Musikern die lustigen alten Kerwaslieder und von überall erschall das Prosit auf Geisfeld und seine Kerwa.

Besonderes Jubiläum

Manfred Kestler, Geisfelder Urgestein und Träger des Goldenen Ehrenrings der Gemeinde Strullendorf, begrüßte anschließend die Gäste aus nah und fern und dankte allen Helfern. "Wir haben zwar einen Festplatz am Sportheim, die Kirchweih aber gehört ins Dorf", verteidigte er den damaligen Gemeinderatsbeschluss, diese Straße für den Verkehr zu sperren. Der Höhepunkt des Festes aber seien der Festgottesdienst und die Prozession durch den Ort mit Professor Peter Wünsche, fuhr er fort.

"Dieses Jahr aber haben wir noch ein besonderes Jubiläum", erläuterte er, "denn die Schaustellerfamilie Grauberger aus Siegelsdorf bei Fürth ist zum 70. Mal bei uns in Geisfeld." Kestler erklärte, dass 1949 Andreas und dessen Frau Maria ihren damaligen Stand in der Litzendorfer Straße aufbauten. Auch sein Sohn Heinz mit Gattin Hilde kamen jedes Jahr zum Fest in den Ort. Diese Tradition führte auch die nächste Generation mit Armin und Regina weiter, die aber ihrerseits schon von den Kindern Monique und David unterstützt werden. Dabei ist auch immer noch Witwe Hilde, die die Geisfeldern ins Herz geschlossen haben und umgekehrt. Kestler und Bürgermeister Desel überreichten deshalb eine Urkunde und Geschenke an die Grauberger als kleine Anerkennung für diese lange Treue. Die Schausteller aber ließen sich nicht lumpen und überreichten zur Freude und zum Erstaunen aller 500 Euro in bar an Kindergartenleiterin Sylvia Einwich.

Dann aber hieß es, die Kundschaft am Karussell, an der Schiffschaukel oder am Stand mit den Mandeln und den Lebkuchenherzen zu bedienen, die dort bereits geduldig warteten.

Erinnerungen an früher

Hilde Grauberger erzählte zwischendurch: "Die erste Schießbude war mehr eine Bretterbude, aber so war das halt damals." Ihr Sohn Armin erinnerte sich: "Ich wurde von Marie Karmann immer ,bettfertig' gemacht. Es ist schön, mit ihren Kindern heute auf dem Bänkla zu ratschen."

Alle aber freuen sich jedes Jahr wieder auf den guten Kuchen von Kestlers Frau Erika.

Super-toll fanden auch drei Braumeister die Geisfelder Kirchweih. Sie hatten sich während der Ausbildung kennengelernt und waren bei ihrer Wanderung auf dem 13 Brauereienweg durch die Fränkische Toskana genau richtig zum Kirchweihbaum-Aufstellen nach Geisfeld gekommen. Nichtsahnend und unkundig beteiligten sie sich auch am Hahnenschlag und Marcel Tolgauer aus Berlin traf bereits als dritter Teilnehmer den Blumentopf. Seine Freunde Manuel Kleifges aus Bitburg und Jörn Petersen aus Erding jubelten mit ihm vor Freude und kommentierten die Kirchweih so: "Bier ist und bleibt gesellig."

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