Bamberg
Vernissage

Geheimnisvolle Geschichten auf Leinwand

In seiner Reihe "Kunst im Treppenturm" zeigt das Kaufhaus Karstadt in Bamberg Arbeiten von Ryszard Opalinski.
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Ryszard Opalinski vor einer Auswahl seiner Werke  Fotos: Barbara Herbst
Ryszard Opalinski vor einer Auswahl seiner Werke Fotos: Barbara Herbst
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Computerkunst, Malerei, Objektkunst und Fotografie - ein breites Spektrum an inhaltlichen und stilistischen Variationen bot auch in dieser Ausstellungssaison das Kaufhaus Karstadt in seiner Reihe "Kunst im Treppenturm". Zum Abschluss werden bis zum 1. September (während der üblichen Öffnungszeiten) großformatige Gemälde des Künstlers Ryszard Opalinski aus Eltmann präsentiert.

Ryszard Opalinski (geb. 1947 in Polen) studierte an der staatl. Kunstakademie Krakau und hatte zahlreiche Ausstellungen in Polen, Spanien, Schweden und in Deutschland. Seit 1992 lebt und arbeitet der Künstler in Eltmann, wo er sich mit einem eigenen Atelier freiberuflich niedergelassen hat. Die Malerei von Ryszard Opalinski knüpft an die Stilsprache des deutschen Expressionismus an.

Das bildnerische Œuvre von Ryszard Opalinski ist sehr facettenreich: "Er ist ein brillanter Grafiker und Zeichner mit hochkarätigen Radierungen, Bleistift- und Tuschezeichnungen, und er ist ein ausgezeichneter Maler, der teils auf kleinen, gerne aber auch auf großen Formaten arbeitet, wobei Malerei und Zeichnung nicht selten fließend ineinander übergehen. Dabei erweist sich Opalinski als scharfer Beobachter und hervorragender Handwerker zugleich", sagte in seiner Einführung der Kunsthistoriker und Kurator der Reihe "Kunst im Treppenturm", Matthias Liebel, bei der Vernissage.

Opalinski schaffe Stadtansichten und Architekturlandschaften, unter Einbezug der atmosphärischen Stimmungen präzise wiedergegeben und nicht selten auf historische Gebäude fokussiert, auch Ansichten von Bamberg in ganz vorzüglicher Qualität; und er schaffe Figurenbilder: treffend wiedergegeben in ihrer anatomischen Struktur, bisweilen expressiv überlängt, dabei oft von exaltiertem körpersprachlichem Ausdruck, der manchmal ins Tänzerische überspielt, oft aber auch schauspielerisch anmutet.

Liebel: "Opalinski erzählt uns mit seinen Gemälden eine Geschichte - das können wir deut-lich erahnen. Doch welches die letzten Inhalte dieser Geschichten sind, mithin ihre semiotische Bedeutung, bleibt dem Betrachter zumindest anfangs meist noch verborgen - zumal der Künstler seinen Arbeiten keine Titel gibt. Wir müssen uns schon ziemlich genau einlesen in die jeweilige Szene, um nach und nach zu ergründen, worum es bei dem Dargestellten gehen mag. Allein: Sicher sein können (und sollen) wir uns dabei nie!"

Eine Deutung, die heute schlüssig und stimmig wirke, könne morgen unsinnig oder schlichtweg falsch erscheinen. Das sei das Lebendige, aber auch das Geheimnisvolle an den Figurenbildern von Ryszard Opalinski. "In diesem Sinne stehen seine Darstellungen der rätselhaften Bildsprache des Surrealismus näher als der überwiegend eindeutigen Ikonologie des Expressionismus."
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