Laden...
Bamberg
Renovierung

Für Sicherheit und Schönheit

Im Bamberger Dom gehen die routinemäßigen Sanierungsmaßnahmen zügig voran.
Artikel drucken Artikel einbetten
Alle 40 bis 50 Jahre  muss der Bamberger Dom durch den "Tüv".  Fotos: Julian Megerle
Alle 40 bis 50 Jahre muss der Bamberger Dom durch den "Tüv". Fotos: Julian Megerle
+15 Bilder

Zwölf Meter oberhalb des Kirchenschiffs knarzen die Holzplatten, als die Fachgruppe des staatlichen Bauamts zum Pressetermin einlädt. Seit Anfang des Jahres ist die Dombauhütte im Auftrag des Freistaats fleißig dabei, den Kaiserdom zu renovieren und die Sicherheit zu prüfen.

"Das ist ein anspruchsvolles Projekt, da wir bei laufendem Betrieb arbeiten müssen", erklärt Ulrich Först. Ein Kompromiss, um den Menschen den Zugang nicht komplett zu verwehren. Der Leiter der Dombauhütte betreut verschiedenen Abschnitte im altehrwürdigen Gotteshaus. Das heißt: die Decken reinigen, Risse ausfugen und Fenstersimse putzen.

Noch steckt der Bamberger Reiter gut gesichert hinter einer Holzverschalung. Der Bereich um die Orgel und das Kaisergrad ist fast fertig, so dass demnächst die stählernen Gerüste weiterwandern können: Zu Ostern wird die Altarinsel umringt sein. Um den nächsten Bauabschnitt zu beginnen, muss für eine Woche der Besuch draußen bleiben. Von kommendem Montag, 16. März, an bis zum Samstagnachmittag sind nur die Handwerker im Dom zugange.

Die Renovierungsarbeiten gingen bis jetzt zügig voran. "Nur die Raumtemperatur hat die Geschwindigkeit etwas ausgebremst", erklärt Jürgen König, Leiter des staatlichen Bauamts in Bamberg. In dem man die Maßnahmen in die besucherarmen Zeiten verlegt habe, wolle man die Beeinträchtigung der Besucher so gering wie möglich halten.

Im Zweischichtbetrieb erneuern die Fachkräfte den Kalkputz an der Decke, wo auch die Farbverläufe sich als gewisse Herausforderung darstellen: "Da ist immer etwas Leben drin. Je nach Witterung kann die Farbe entsprechend trocknen und somit entsteht ein leicht unterschiedliches Bild", erläutert König. Alle 40 bis 50 Jahre muss so ein Dom sozusagen durch den Tüv. Zwei Millionen Euro stecken in den Maßnahmen, welche das Bauamt leitet und finanziert. Mit der Dombauhütte als "Wissenspeicher mit 100 Jahren Erfahrung" habe man einen guten Partner an seiner Seite, findet der Leiter des Bauamts. Seit der letzten Renovierungsaktion in den 70ern hat auch die Elektrik ein paar Jahre angesammelt. Verteilerkästen, Sicherungen und Leitungen werden modernisiert.

Neue Beleuchtungstechnik

Auch in Sachen Umweltschutz passiert etwas: Alte 1000-Watt-Lampen weichen moderner Technik. Der Kirchenbau wird mit rund 200 neuen LED-Strahlern erhellt, die mit unterschiedlichen Farbtönen arbeiten können. Aber keine Angst: Der Dom wird trotz allem nicht zur Disco. "Die Arbeiten im Westchor werden etwas aufwendiger sein, da es mehr Dekorationen gibt", schildert Först die Lage.

Die meisten Sitzbänke werden schon viel früher zur Verfügung stehen. Zu Weihnachten werde aber nur noch ein kleines Gerüst dort stehen. Mit dem vollständigen Abschluss der Arbeiten sei im Laufe des Jahres 2021 zu rechnen, schätzt König.

Verwandte Artikel