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Corona-Krise

Um Grundversorgung zu gewährleisten: Mitarbeiter unter Quarantäne im Gebäude der Stadtwerke Bamberg

In Bamberg bleibt die Grundversorgung von Strom, Wasser und Wärme während der Corona-Krise gewährleistet. Dafür setzen sich die Mitarbeiter ein - und stellen sich freiwillig im Stadtwerk unter Quarantäne.
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Stadtwerke Bamberg: Um die reibungslose Versorgung von Strom, Wasser und Wärme nicht zu gefährden, haben sich laut vier Mitarbeiter im Stadtwerk am Margaretendamm  freiwillig unter Quarantäne gestellt. Dort werden ihnen verschiedene Freizeitaktivitäten zur Verfügung gestellt - gearbeitet wird in Schichten. 

Alle acht Tage werden die Mitarbeiter ausgewechselt. Um eine Ausbreitung des Coronavirus innerhalb der Stadtwerke zu verhindern, wird jeder Angestellte, der sich freiwillig in Quarantäne begibt, im Voraus vom örtlichen Krankenhaus auf das Virus getestet. Für den Pressesprecher der Stadtwerke, Jan Giersberg, sind diese Mitarbeiter "das Rückrat der Versorgung hier in Bamberg."

Quarantäne im Stadtwerk: Freizeitmöglichkeiten und Schichtarbeit

Vier Mitarbeiter befinden sich gleichzeitig im Stadtwerk und kümmern sich um die Versorgung der Bamberger. Dazu wird in einem Vier-Schichtsystem gearbeitet. Das bedeutet: Während eine Person die Verantwortung über die Strom-, Wasser- und Gasanlagen übernimmt, ruhen sich die restlichen drei Mitarbeiter aus. Dabei sind die vier Angestellten der Stadtwerke zu jeder Zeit von der Außenwelt abgeschottet.

Wie Norbert Eichfelder, einer der isolierten Mitarbeiter, gegenüber der Agentur News5 berichtet, könne sich jeder im Gebäude frei bewegen. Dennoch seien es besondere Maßnahmen, "dass wir hier 24 Stunden im Haus eingesperrt sind." Doch für ihn stand das Übernehmen dieser Verantwortung zu keiner Zeit in Frage: "Es ist es schon anders. Ich sag einfach, es ist mein Job und ich will meinen Teil dazu beitragen, dass die Stadtwerke weiterhin für die Bevölkerung da sind. Darum habe ich nie in Erwägung gezogen, dass ich es nicht mache."

Für alle vier Mitarbeiter wurde eine eigene Schlafstätte in den Räumlichkeiten der Stadtwerke eingerichtet. Freizeitmöglichkeiten gebe es zu Genüge. Neben Spielekonsolen oder Puzzles habe man bei warmem Wetter auch die Möglichkeit, Basketball, Tennis oder Federball zu spielen, so Eichfelder weiter. Auch der Zugang zu den Küchengeräten der Kantine ist während dieser Zeit gewährleistet - der Kühlschrank wurde mit Lebensmittelvorräten für mindestens zehn Tage befüllt.

Pandemie-Plan bei den Stadtwerken Bamberg

"Wir haben in den vergangenen Wochen einen umfangreichen Pandemie-Plan bei den Stadtwerken umgesetzt, um die Versorgungssicherheit in Bamberg sicherzustellen", erklärt Pressesprecher Giersberg. Strom müsse nun mal fließen, ebenso wie Wasser und Gas. Auch ein schnelles Internet solle für die Bürger der Stadt gewährleistet sein.

Damit die aktuell gute Stimmung nicht irgendwann kippt, werde dafür gesorgt, dass die Mitarbeiter alle acht Tage ausgewechselt werden - um immer wieder ein frisches und durchgemischtes Team zu garantieren. Allerdings werde jeder, der sich freiwillig in Quarantäne begibt, vorher auf das Coronavirus getestet. Denn man wolle auf keinen Fall riskieren, dass sich die Krankheit innerhalb der Stadtwerke ausbreitet.

Für Norbert Eichfelder ist die gesamte Situation Neuland. Er habe nicht damit gerechnet, "dass so eine Krise kommt." Auch wenn er einen normalen Arbeitsablauf bevorzuge, an dem er Abends nach der Arbeit wieder zuhause bei seiner Frau sei, sieht er sich aufgrund der aktuellen Lage dennoch in der Verantwortung. "Jeder Bamberger will früh seinen Strom haben, Warmwasser haben. Hierfür sind wir da."

 

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