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Kriminalität

Franken: Nicht nur schön, sondern auch sicher

Einer Studie zufolge werden in fränkischen Städten die wenigsten Einbrüche verübt. Besonders einbruchsicher ist Bamberg. Auch die unsichersten Städte Deutschlands wurden ermittelt.
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Bamberg ist die sicherste Stadt Deutschlands. Das hat eine Studie im Auftrag des Handelsblatts ergeben. Fotos: Ronald Rinklef/Imago
Bamberg ist die sicherste Stadt Deutschlands. Das hat eine Studie im Auftrag des Handelsblatts ergeben. Fotos: Ronald Rinklef/Imago
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Wer in Franken wohnt, wohnt am sichersten in ganz Deutschland. Der Beweis: In einem Ranking der einbruchsichersten Städte liegt Bamberg an der Spitze. Rang 1 ist dem Umstand geschuldet, dass es in der oberfränkischen Stadt im Jahr 2013 ganze 22 Einbrüche in Häuser oder Wohnungen gegeben hat. Damit war nur jeder 1626. Haushalt von einem Einbruch betroffen. Der absolute Spitzenwert unter den 120 größten Städten im Land.
Auch in anderen fränkischen Städten wird kaum eingebrochen. Zum Beispiel in Erlangen. Die ohnehin schon recht geringe Zahl an Wohnungseinbrüchen ist in Erlangen im Jahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr nochmals um 26 Prozent gesunken.

Auf insgesamt 45 Einbrüche im Jahr. Und das in einer Großstadt. Oder Bayreuth. Die Wagnerstadt landete bundesweit auf Rang 6 der sichersten Städte. Gerade mal 32 Wohnungseinbrüche gab es im letzten Jahr. Ähnlich sicher geht es in Aschaffenburg zu. Auch wenn hier die Zahl der Einbrüche im Vergleich zum Vorjahr 2013 um sechs Prozent anstieg. Das hieß in der jährlichen Endabrechnung: 34 Einbrüche. Also auch die Aschaffenburger können ihre Freizeit außer Haus sorgenfrei genießen. Genauso wie die Schweinfurter. Die belegen in der bundesweiten Rangliste der einbruchsichersten Städte immer noch Rang 10. Im Jahr 2013 bedeutete das: 26 Einbrüche, womit jede 808. Wohnung betroffen war.

Die unsichersten Städte im Land

Genauso wie es eine Hitliste der sichersten Städte gibt, existiert natürlich auch ein Ranking, in dem Deutschlands unsicherste Städte gelistet sind. Naturgemäß schneiden hier die Großstädte schlechter ab. Noch dazu, wenn sie in Nordrhein-Westfalen oder noch weiter im Norden liegen. Da wäre zum Beispiel Köln, bekannt für die gute Laune, seiner Bürger.

Und das, obwohl im Jahr 2012 im Stadtgebiet insgesamt 5012 Einbrüche registriert wurden. Das bedeutet 492,7 Einbrüche auf 100.000 Einwohner und in der Hitliste der unsichersten Städte Rang 3. Noch mehr eingebrochen wird in Bremen. In den Stadtstaaten konzentriert sich die Kriminalität stärker. Hier wurden 2933 Einbrüche gemeldet, 534,9 je 100.000 Einwohner. Am unsichersten geht es allerdings in Düsseldorf zu. Mit 541 Einbrüchen je 100.000 Einwohner werden in der wohlhabenden Rhein-Metropole die meisten dieser Straftaten registriert. Der Reichtum zieht eben auch Kriminelle an.

Paradiesische Zustände: Ein Kommentar von Klaus Angerstein

Der Franke an sich neigt nicht dazu, sich am Eigentum seiner Mitmenschen zu vergreifen. Das ehrt ihn. Gleichsam als Beleg und als Bestätigung für seinen honorigen Charakter könnte man jetzt auch noch die vom "Handelsblatt" veröffentlichte Studie anführen, derzufolge in fränkischen Städten kaum Einbrüche registriert werden. Zumindest nur ganz wenige.

Pillepalle im Vergleich mit den Zuständen im Ruhrgebiet oder in den Karnevalmetropolen Köln und Düsseldorf. Dort nimmt, verglichen mit Franken, die Zahl der Wohnungseinbrüche atemberaubende Ausmaße an. Was auch etwas mit der Mentalität der Menschen zu tun haben könnte. Während rheinische Frohnaturen in ihrer oft liebenswert sorglosen Unbefangenheit eher dazu neigen mögen, anderen Zeitgenossen nichts Böses zu unterstellen, bleibt der Franke halt ewig misstrauisch. Aber: Eingebrochen wird nicht nur in Köln und Düsseldorf, sondern auch in Franken. Wenn auch weniger.

Profibanden scheren sich nicht um Mentalitätsfragen. Deshalb: Der Franke bleibt gut beraten, wenn er zu Hause den Schlüssel der Wohnungstür zweimal umdreht. Das Ranking zeigt es: A weng Misstrauen kann nicht schaden. Franken ist nicht umsonst relativ einbruchsicher. Man stelle sich einmal vor, es gäbe keine Profidiebe.In Franken würden nahezu keine Einbrüche mehr registriert. Mein Gott, die Zustände könnten paradiesisch sein.


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