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Bamberg
Klimaschutz

Fränkische Bischöfe und ihre Dienstwagen

Wie stark engagieren sich die Bischöfe für den Umweltschutz? Die fränkischen Kirchenvertreter, egal, ob katholisch oder evangelisch, schnitten durchweg ordentlich ab.
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Bambergs Erzbischof Ludwig Schick fährt mit seinem Zweitwagen elektrisch, und damit besonders umweltbewusst.  Foto: EBO/Gahlau
Bambergs Erzbischof Ludwig Schick fährt mit seinem Zweitwagen elektrisch, und damit besonders umweltbewusst. Foto: EBO/Gahlau
Klimaschutz ist jedermanns Sache. Da können sich auch Bischöfe nicht so einfach mit dem Hinweis davonstehlen: "Geht mich nichts an." Auch nicht bei der Wahl des Dienstwagens. Zumal das Zentralkomitee der deutschen Katholiken in einer Erklärung zum Weltklimagipfel 2015 in Paris mit Nachdruck eine drastische Senkung der CO2-Emissionen fordert.
Die meisten Bischöfe bemühen sich denn auch, wie eine Umfrage des Vereins Deutsche Umwelthilfe (DUH) unter 47 Kirchenvertretern beider Konfessionen ergab. Allerdings längst nicht alle. Die Umweltschützer befragten die Kirchenoberen nach den Dienstwagen und dem dazugehörigen Kohlendioxidausstoß der Karossen.

Gradmesser Kohlendioxid

Kohlendioxid deshalb, weil in diesem Treibhausgas einer der wesentlichen Ursachen der Klimaerwärmung gesehen wird. Als Grenzwert diente der DUH ein CO2 -Ausstoß von 130 Gramm je Kilometer - der geltende EU-Klimaschutzgrenzwert. Der Bischof, der den Grenzwert einhielt oder unterschritt, erhielt eine "grüne Karte", wer darüber lag, musste sich die gelbe oder rote Karte gefallen lassen.

Um es vorweg zu nehmen: Die fränkischen Kirchenvertreter, egal, ob katholisch oder evangelisch, schnitten durchweg ordentlich ab.


Zum Beispiel der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann.



Der hatte vor einem Jahr für seinen Dienstwagen mit einem CO2-Ausstoß von 159 Gramm je Kilometer noch die rote Karte erhalten.
In diesem Jahr sah der Bischof grün, weil sein neuer Dienstwagen, ein Mercedes E 300, die Umwelt nur noch mit 107 g/km belastet.

Erzbischof Ludwig Schick

Gelb gab's für Bambergs Erzbischof Ludwig Schick und seinen Dienstwagen, einen BMW 530 Diesel und einen CO2-Ausstoß von 134 g/km.

Dabei übersahen die DUH-Experten allerdings geflissentlich, dass der Bamberger Oberhirte noch über einen Zweitwagen verfügt, noch dazu einen mit Elektroantrieb. Womit der Bischof praktisch CO2-frei unterwegs ist. Was allerdings ebensowenig in die Bewertung einging wie der Umstand, dass sich der Bischof privat einem Golf anvertraut.

Regelrecht mustergültig in Sachen Dienstwagen und CO2-Ausstoß verhalten sich Frankens evangelische Bischöfe. Die bewegen sich allesamt im aus DUH-Sicht grünen Bereich. Egal ob der neue EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, die Bayreuther Regionalbischöfin Dorothea Greiner oder ihre Ansbacher Kollegin Gisela Bornowski - alle erhalten sie vom DUH die grüne Karte. Alle sind sie mit dem gleichen Auto unterwegs, einem 525 BMW Diesel.

So bescheiden gibt sich Essens katholischer Bischof Franz Josef Overbeck nicht. Sein VW Phaeton liegt mit 224 g CO2/km 70 Prozent über dem geltenden EU-Klimaschutzgrenzwert.

Auch Münchens Kardinal Reinhard Marx (148 g CO2/km) schert sich laut DUH wenig um Klimaschutz, oder sein Aachener Bischofskollege Heinrich Mussinghoff (163 g CO2/km). Der sich eher bescheiden gebende Papst Franziskus wird's nicht gern e lesen.

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