Bamberg
Großeinsatz

Großbrand im Ankerzentrum Bamberg: Kriminalpolizei ermittelt Brandherd

Im Ankerzentrum für Flüchtlinge in Bamberg kam es am Samstag zu einem Großbrand. Drei Feuerwehrleute wurden verletzt. Die Kriminalpolizei ermittelt derzeit noch die Brandursache.
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Im Ankerzentrum für Flüchtlinge in Bamberg hat es am Samstag gebrannt. Die Brandursache ist unklar. Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei. Fotos: News5
Im Ankerzentrum für Flüchtlinge in Bamberg hat es am Samstag gebrannt. Die Brandursache ist unklar. Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei. Fotos: News5
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  • Im Ankerzentrum Bamberg kam es am Samstag zu einem Großbrand
  • Die Kriminalpolizei Bamberg ermittelt wegen aktuell noch unklarer Brandursache
  • Nach ersten Informationen der Polizei wurden im Einsatz drei Feuerwehrleute leicht verletzt
  • Es entstand Sachschaden in Höhe von 2 Millionen Euro
  • Die Polizei schließt einen politischen Hintergrund aus

Großbrand im Ankerzentrum Bamberg: 144 Flüchtlinge evakuiert

Bei einem Großbrand im Ankerzentrum Bamberg wurden drei Feuerwehrleute verletzt. Es entstand ein Sachschaden von rund zwei Millionen Euro. 144 Flüchtlinge konnten das Gebäude unverletzt verlassen und brauchen nun eine neue Bleibe. Am frühen Samstagabend gegen 17.30 Uhr hatte die Feuerwehr den Brand im Dachstuhl eines der Wohngebäude für Flüchtlinge im Ankerzentrum Bamberg (ehemals AEO, Aufnahmeeinrichtung Oberfranken) laut Polizei gelöscht.

Die Polizei ermittelt derzeit noch, wie es zu dem Brand gekommen ist.

Großbrand: Riesige Rauchsäule über Ankerzentrum Bamberg

Am Samstag um 12.58 Uhr war der Notruf bei der Polizei eingegangen, im Dachstuhl eines Wohngebäudes war ein Brand ausgebrochen. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts hatte ihn zuerst bemerkt.

Beim Eintreffen stand der komplette Dachstuhl von Block 10 in Flammen. Auf einer Länge von rund 60 Metern wütete das Feuer. Das liegt auch an der Architektur des amerikanischen Kasernen-Gebäudes: Ein Gang unter dem Dach führt über die gesamte Länge der drei miteinander verbundenen Reihenhäuser. "Der Bereich des Dachbodens ist für die Bewohner verschlossen. Da ist zu", sagt Jakob Daubner, Sprecher der Regierung von Oberfranken, Betreiber des Ankerzentrums.

Das Feuer sei mittig im Bereich des Spitzbodens ausgebrochen, ergänzt Heiko Mettke, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken. Die Brandermittler suchen nun nach dem Brandherd und der Brandursache. "Wir schließen zum derzeitigen Stand der Ermittlungen einen politischen Hintergrund und jede Einwirkung von außen aus", sagt Mettke.

Warum die Löscharbeiten im Ankerzentrum so schwierig waren

Schon von Weitem hatten die Einsatzkräfte eine riesige Rauchsäule gesehen. Das Löschen stellte eine große Herausforderung dar: "Die Stelle auf dem Dach ist schwer zu erreichen. Deshalb ist das Feuer so schwer zu bekämpfen", erläuterte ein Sprecher der Polizei.

Einsatzzentrale in Bamberg: Feuerwehrmänner während Einsatz verletzt

Das Gebäude wurde komplett geräumt. Insgesamt mussten 144 Menschen die Aufnahmeeinrichtung verlassen, zuerst hatte die Polizei von 500 Menschen berichtet. Markzus Oesterlein, Leiter des Ankerzentrums, lobte die Bewohner aus dem Senegal, aus Ghana, Marokko, Russland, Syrien und dem Iran für den reibungslosen Ablauf der Evakuierung. Alle drei Monate werde im Ankerzentrum eine Notfall-Übung inklusive Feueralarm abgehalten. Die Asylbewerber wurden anschließend in einem "deckungsgleichen" Gebäude auf dem Areal untergebracht.

Nach der Evakuierung konnte die Einsatzzentrale vermelden, dass kein Mensch verletzt worden ist. Dabei blieb es aber leider nicht: Während des Einsatzes wurde später ein Feuerwehrmann von einem Balken getroffen, dabei wurde er aber nur leicht verletzt, berichtete die Einsatzzentrale. Die Zahl der verletzten Feuerwehrleute stieg bis zum Abend auf drei. Sie erlitten alle leichte Verletzungen.

Feuerwehr bricht verschlossene Wohnungstür auf

Nicht alle Wohnungen konnten sofort geräumt werden. Eine war verschlossen und musste aufgebrochen werden. Glücklicherweise war sie gerade unbewohnt.

Durch den Brand gab es eine starke Rauchentwicklung. Anwohner wurden gebeten, ihre Fenster und Türen geschlossen zu halten. Mittlerweile wurde die Warnung aufgehoben.

Nach dem Feuer im Ankerzentrum: Was passiert mit dem Gebäude?

Was mit dem beschädigten Gebäude passiert, ist noch unklar. Neben dem Schaden durch den Dachstuhlbrand hat Löschwasser alle Ebenen der drei Reihenhäuser verschmutzt. Die Regierung von Oberbayern will nun zunächst das Ergebnis der Brandermittlungen der Kriminalpolizei abwarten, ehe sie über die Zukunft des Gebäudes entscheidet. Ein Sachverständiger soll entscheiden, ob eine Sanierung in Frage kommt.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) besuchte am Nachmittag den Einsatzort. Für die Einsatzkräfte hatte er nur lobende Worte. Sie hätten sich sehr "kompetent" verhalten, sagte er.

Brand in Flüchtlingsunterkunft: Kripo hat Ermittlungen aufgenommen

Mehr Hintergründe und Aussagen der Polizei sowie der Leitung des Ankerzentrums finden Sie in unserem ausführlichen PLUS-Artikel im Premiumbereich von inFranken.de.

Wie das Feuer ausbrechen konnte, ist nach wie vor unklar. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Wir informieren Sie, sobald neue Erkenntnisse vorliegen. Bereits vor einem Jahr hatte es in einer Asylunterkunft in Bamberg gebrannt. Dabei starb ein Mensch.sts/dvd/ry

Fotos: News5

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