Franken
Getötete Studentin

Familie nimmt öffentlich Abschied von Sophia L.: Bewegender Nachruf für getötete Tramperin

Als sie von Leipzig nach Amberg trampen wollte, wurde Sophia L. vor zwei Monaten getötet. In einem öffentlichen Nachruf nehmen die Angehörigen von der getöteten Studentin Abschied.
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Das Schicksal von Sophia L. beschäftigte viele Menschen. Auch im Internet wurde Abschied von ihr genommen. Foto: Stephan Großmann
Das Schicksal von Sophia L. beschäftigte viele Menschen. Auch im Internet wurde Abschied von ihr genommen. Foto: Stephan Großmann
Tramperin wurde auf dem Heimweg getötet: Fast zwei Monate ist es her, dass die 28-jährige Studentin Sophia L. auf dem Weg von Leipzig nach Amberg spurlos verschwand. Am 14. Juni wollte sie in ihre Heimatstadt trampen. Doch die junge Frau kommt dort nie an. Am 21. Juni wird ihre Leiche abseits einer Autobahn in Spanien gefunden.

Bis die Leiche zweifelsfrei identifiziert ist, vergehen mehrere Tage. Der tatverdächtige Lkw-Fahrer sitzt da schon länger in spanischer Untersuchungshaft. Die Ermittlungen dauern bis heute an.

Am 1. August fand die offizielle Trauerfeier für Sophia L. in Amberg statt. Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm verwehrte sich damals gegen eine Instrumentalisierung von Sophias Tod - ebenso wie die Angehörigen der Studentin. Neben der Kritik an rechter Hetze bleiben jedoch auch Vorwürfe gegenüber den Ermittlern hängen: Dass zu spät oder nur halbherzig gefahndet wurde, dass man die Angehörigen nicht richtig betreut habe. "Wir haben uns nicht ernst genommen gefühlt", sagte der Bruder der Getöteten, der Bamberger Grünen-Politiker Andreas Lösche., damals.


Emotionaler Nachruf auf Sophia L. - Glaube an das Gute

In einem emotionalen Nachruf im "Tagesspiegel" verabschiedeten sich die Angehörigen nun von Sophia. Trotz ihrer Jugend habe sie "so viele und vieles bewegt", heißt es da. Sie habe einen unerschütterlichen Glauben an das Gute in den Menschen gehabt und für eine gerechtere Welt gekämpft. Es wird deutlich: Angehörige und Freunde wollen nochmals all jenen entgegentreten, die ihren Tod für rechte und rassistische Hetze instrumentalisieren wollten.
Schon einmal hatte sich der 51-jährige Andreas Lösche in einem offenen Brief gegen diese Instrumentalisierung gewehrt: "Sophia würde unter keinen Umständen wollen, dass auf ihre Kosten rassistische Hetze betrieben wird". In einem Interview mit inFranken.de hatte er sich dann auch zu den Hassmails geäußert, die ihn zahlreich erreicht haben.

In ihrem Nachruf zeichnen die Angehörigen nun das Bild einer politisch aktiven, weltoffenen Frau, die doch viel mehr war, als eine Kämpferin gegen die "Großkopferten": Stattdessen fiele ihnen zuerst "ihr Spaß, ihre Lebensfreude" ein und "Ihre Begeisterungsfähigkeit für jede noch so abwegige Idee." Es bleibe die Hoffnung, dass die Bewegung, die Sophia verkörpert und auf andere übertragen habe, erhalten bleibe und sich "durch nichts und niemanden mehr" bremsen lasse.

Den gesamten Nachruf können Sie auf der Internetseite des Tagesspiegel lesen.
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