Burgwindheim
Unwetter

Fabienne ist noch lange nicht abgearbeitet

Vor gut zwei Wochen verwüstete Sturm Fabienne jede Menge Gebäude, die Beseitigung der Schäden wird noch lange andauern.
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Die von Fabienne verwüsteten Gebäude beschäftigen die Menschen im Westen. Foto: Anette Schreiber
Die von Fabienne verwüsteten Gebäude beschäftigen die Menschen im Westen. Foto: Anette Schreiber
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"In allem Unglück hatten wir noch Glück." Das sagt der Untersteinacher Heinrich Thaler an seinem Frühstückstisch, von dem aus er mit seiner Frau Sabine auf ein Trümmerfeld blickt - die Spuren des Sturmes Fabienne, der den Westen des Landkreises vor zwei Wochen mit voller Wucht getroffen hat. Bis vor zwei Wochen war der in fünfter Generation geführte und stets instand gehaltene Hof, der Stolz der Familie. "Den werden wir in diesem Leben nicht mehr aufbauen", steht für Thaler fest.

Den an insgesamt zwölf Gebäuden entstandenen Sturmschaden schätzt er auf etwa eine halbe Million Euro.

Für die beiden Söhne einmal ein Haus zu bauen, sei jetzt nicht mehr drin, so Thaler. Aber: "Wir könnten auch alle tot sein," weiß Burgwindheims Bürgermeister. Hätte man am 24. September keinen Besuch gehabt und wäre deswegen nicht im Parterre, sondern wie üblich zu dieser Zeit am Tisch im Dachgeschoss gewesen, dann hätten die durch die Balkontüre hereinkatapultierten Ziegelsplitter die Familie wohl wie Geschosse getroffen.

Weil das Steinachtal seit Jahrhunderten als sturmsicher gegolten hat, hatten Thalers keine Sturmversicherung. Wie viele andere. Und so hat Fabienne in dem 220-Seelen-Ort Untersteinach fast jeden getroffen. Thaler lobt den Zusammenhalt und die gegenseitige Hilfe nach dieser Katastrophe.

Seitens der Gemeinde wurde ein Hilfsfonds eingerichtet, damit die Menschen ein bisschen Hilfe erhalten. Wer sich im Ort umblickt, sieht jede Menge Handwerker an den Häusern Schäden beseitigen.

Schäden gibt es auch in Gemeindeteilen des benachbarten Ebrach zu beseitigen. Freilich wussten die beiden Gemeinden nichts von den jeweiligen Miseren: Es gab keinen Strom und damit auch keine Kommunikation. Der Ebracher Marktgemeinderat und Feuerwehrmann Jürgen Ulrich kritisiert, dass es noch viele 20 000-Volt-Freileitungen durch den Wald oder in Baumnähe gibt; auch hin zum Mobilfunkmast oberhalb des Gressinger Bergs. Diese Leitung hat Fabienne gleichfalls wie andere Stromleitungen durch einen umgestürzten Baum gekappt. Die Folge: Weder Telefone noch Handys funktionierten, so konnte auch keine Sirene die Feuerwehrleute alarmieren.

So ging man intuitiv vor, berichtet der Großgressinger André Trapp. Er ging auf die Straße, sah viele große Teile herumliegen und rannte zum Feuerwehrhaus. Wie andere Aktive. Dann tastete man sich vor, machte als erstes Straßen frei. Allein bis Ebrach lagen zehn Bäume. Dankenswerterweise hatten Landwirte die Initiative ergriffen, sich mit Traktor und Motorsäge aufgemacht. "Obwohl das auch aus Versicherungsgründen gefährlich ist", so Ebrachs Bürgermeister Max-Dieter Schneider. Die Wehren konnten nur über den Funk in den Wehrfahrzeugen kommunizieren und nach und nach Hilfe organisieren.

Wasser und Abwasser betroffen

Ohne Strom funktionierte die Wasserversorgung nicht, ebenso wenig die Abwasserentsorgung. Grund genug dafür, dass die Gemeinde sich ein (Not- )Stromaggregat besorgt und die Umrüstung solcher Gebäude dafür vorantreibt, in denen man Menschen unterbringen kann, "denn ohne Strom gehen auch die Heizungen nicht." Dank ihrer Aggregate hatten nur das Gefängnis und das Seniorenheim Strom, berichtet Schneider. Bis die Leitungen im Gemeindeteil Buch wieder stehen, versorgt ein großes Stromaggregat die Bürger. Die meist versichert sind und seit dem Sturm intensiv mit ihren mit Versicherungen "verhandeln".

Handlungsbedarf gibt es auch für die Straßenmeisterei des Staatlichen Bauamtes. Auf einer Länge von 800 Meter sind zwischen Eberau und Untersteinach Leitplanken zerstört. Mindestens 50 000 Euro Schaden, so Sachgebietsleiter Thomas Neundörfer. Der Radweg in diesem Bereich ist noch gesperrt, auch hier dauern die Aufräumarbeiten an. Wie in den Bereichen, durch die Fabienne eine Schadensschneise geschlagen hat.

Der Hilfsfonds der Gemeinde

Bankverbindungen: Sparkasse Bamberg: IBAN DE 09 7705 0000 0810 3000 79 sowie

Raiffeisenbank Burgebrach-Stegaurach eG: IBAN DE 18 7706 2014 0000 7047 50, Stichwort "Sturmschäden Markt Burgwindheim" ; Zahlungsempfänger: Markt Burgwindheim, Infos zu Spendenquittungen gibt es unter Telefonnummer 09553/92200.

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