Ebrach

Fabienne-Folgen werden für Ökologie genutzt

Der Forstbetrieb Ebrach lässt viele abgebrochene Bäume im Wald. Privates Brennholzlesen wird aber nicht ausgeweitet.
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Foto: Anette Schreiber
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Fabienne tobte vor gut vier Wochen im westlichen Landkreis - bayernweit das bei den Staatsforsten am meisten betroffene Gebiet. Aber schadensmäßig kommt Fabienne nicht ansatzweise an die in Forstkreisen schon schaurig legendäre Wiebke heran, die 1990 tobte. Lothar hauste 1990 und zuletzt hat sich Kyrill im Schadensranking der Unwetter eingeprägt. "Durch Fabienne haben wir etwa ein Zehntel der Schäden von Wiebke", so Ulrich Mergner, Leiter des Forstberiebs Ebrach, zu dem 17 000 Hektar Staatswald gehören.

"Zum Glück", sagt Mergner auf der Fahrt durch die Wälder bei Ebrach, "wurden keine Einrichtungen der Bayerischen Staatsforsten wie Baumwipfelpfade, Grillplatz oder Infopoint am Radstein in Mitleidenschaft gezogen".

Dafür hat sich Fabienne punktuell umso heftiger ausgetobt. "Bäume sind regelrecht explodiert, das müssen unvorstellbare Kräfte gewesen sein", schildert Revierförster Fabian Löchner seine Interpretation dessen, was da kreuz und quer in den Beständen liegt.

Als erstes wurden Straßen und Wege in die Wälder hinein frei gemacht, dann Schäden begutachtet und Aufräumstrategien erarbeitet. Oberstes Prinzip ist Sicherheit. Wanderwege sind zwar wieder frei, dennoch ist es derzeit nicht ratsam, in die von Windwurf betroffenen Bereiche direkt hinein zu gehen, so Mergner. Man habe sogar die Drückjagden abgesagt.

Von Fabienne betroffen sind alle Baumarten im Forstbetrieb Ebrach, insgesamt etwa 25 000 Festmeter: 34 Prozent Buche, 5 Prozent Eiche, 32 Prozent Fichte und 21 Prozent Kiefer. Besonders ungünstig das Letztere, weil der Markt voll mit Käferholz aus anderen (Bundes-) Ländern ist, mit entsprechend geringen Preisen. Dagegen hätte man die großen Buchen gerne noch stehen und wachsen lassen. Und selbst von den umgenieteten Buchen kann man nicht alles verwerten, da sie noch an den Wurzeltellern hängen - mit entsprechender Spannung.

Keine Risiken

Der Forst geht hier keinerlei Risiken ein und lässt mehr Stammmeter zurück. Insgesamt bleiben mehr abgebrochene Bäume (außer Fichten, wegen des drohenden Käferbefalls) im Wald, wovon die Ökologie profitiert, mehr Lebensräume entstehen können, so Mergner. Mehr Holz im Wald, heißt das für Brennholzsucher verlängertes Lesen? Mitnichten. Die Anmeldezeiten sind vorbei. 30 Prozent des dem Wald entnommenen Holzes wird Brennholz. Das Gros davon holen professionelle Brennholzproduzenten aus der Region.

Was Holzsammler wissen müssen

Brennholz aus Staatswald kann prinzipiell jeder erwerben, also selbst lesen. Dies jedoch innerhalb eines vorgegebenen Abstands zum Rückeweg und nach Anmeldung.

Anmeldung ist somit unbedingt erforderlich, in Ebrach beim Forstbetrieb und bis spätestens Mitte Oktober.

Voraussetzung dafür, dass sich jemand Brennholz aus dem Staatswald holen (kaufen) kann, ist der Nachweis eines bestandenen Motorsägenlehrgangs und der von vorgeschriebener Sicherheitskleidung. Verwendet werden dürfen nur Biotreibstoff und biologisch abbaubares Kettensägenöl; verboten ist der Einsatz von Seilwinden.

Begrenzung besteht bei der Abnahmemenge: maximal 20 Ster (Raummeter) pro Haushalt.

Einweisung geben die zuständigen Revierförster zusammen mit Lageplänen.

Preise 27 Euro kostet heuer der Ster Hartholz (Buche/Eiche), 16 Weichholz.an

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