Bamberg
Silvesteransprache

Erzbischof Schick: "Alle Menschen haben eine Berufung"

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick ruft in seiner Silvesteransprache dazu auf, im kommenden Jahr den Sinn des eigenen Lebens in den Blick zu nehmen.
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Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick Foto: Archiv
Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick Foto: Archiv
In seiner Silvesteransprache ruft der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick dazu auf, den Sinn des eigenen Lebens in den Blick zu nehmen. "Alle Menschen haben eine Berufung. Sie entdecken und ihr entsprechend leben, lässt uns den Sinn unseres Lebens finden. Das hilft uns zugleich an das Gute im Menschen zu glauben, was uns so oft abgeht und unser Leben pessimistisch und egoistisch macht", so Schick.

Papst Franziskus habe das Jahr 2015 als "Jahr der Berufung zum geweihten Leben", ausgerufen. "Das wollen wir im Erzbistum Bamberg besonders begehen", predigte der Bamberger Oberhirte an Silvester im Dom. Im Erzbistum Bamberg sei die Gründung des Klosters Michaelsberg vor tausend Jahren ein weiterer Grund, dieses Jahr der Orden zu feiern.

Um die Berufung zum Ordensleben zu fördern sei es wichtig, neu zu erkennen, dass jeder Mensch eine Berufung habe.
"Wir nehmen dann zunächst wahr, dass wir und alle Menschen nach Gottes Bild und Gleichnis geschaffen sind, berufen, Gott zu erkennen und zu lieben und ebenso jeden Nächsten." Dies gebe dem Menschen eine unveräußerliche Würde. "Ein jeder von uns hat auch eine Berufung zum Guten und Gutsein und zum gut handeln", sagte Schick in seiner Predigt. Jeder sei begabt und berufen, einen Beitrag zur Gestaltung der Gesellschaft zu leisten.

Wir sollten nicht nur von Berufung sprechen, wenn es sich um Priester oder Ordenschristen handelt. Es gebe auch Berufung zur Ehe und Familie; auch jeder Beruf sei Berufung zur Mitwirkung an der Gestaltung der Gesellschaft. "Jeder Mensch hat die Berufung, unsere Welt mitzugestalten, dass eine menschenfreundliche, gerechte und friedliche Welt entstehe", sagt der Erzbischof.

Der Bamberger Erzbischof wünscht sich zudem wieder mehr gegenseitiges Vertrauen. "Wenn wir das Leben aller Menschen als Berufung durch den einen Gott verstehen, werden wir in jedem anderen einen Freund, statt einen Feind erkennen, von dem wir Gutes erwarten dürfen. So wird gutes, gedeihliches Miteinander möglich." Die persönliche Berufung zu erkennen, sei eine Bereicherung für das persönliche Leben, aber auch für die Gesellschaft, gebe Sinn, schaffe Gemeinschaft und ermögliche dem Gemeinwohl zu dienen.

Erzbischof Schick regt an, dass jede und jeder im kommenden Jahr über seine persönliche Berufung nachdenken solle. Hilfreich dazu sei auch die Lektüre der Pastoralkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils "Gaudium et spes", die fast in jedem Kapitel von der Berufung des Menschen spreche. So werde wieder eine Atmosphäre der Berufung entstehen, in der dann Berufungen zum Ordensleben und zum Priestertum wachsen und gedeihen könnten.



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