Bamberg
Jubiläum

Erneutes Ja zum Ordensleben

Schwester Maria Magdalena, Priorin des Dominikanerinnenklosters Heilig Grab, feierte ihre Silberne Profess.
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Erzbischof Ludwig Schick dankte Schwester Maria Magdalena für ihr Ordensleben in Treue zu Jesus Christus. Foto: Marion Krüger-Hundrup
Erzbischof Ludwig Schick dankte Schwester Maria Magdalena für ihr Ordensleben in Treue zu Jesus Christus. Foto: Marion Krüger-Hundrup
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Wer meint, dass hinter den dicken Mauern rund um das Heilig-Grab-Kloster nur weltfremde Nonnen vor sich hin beten, der irrt. Wer allein schon die Priorin der Dominikanerinnen erlebt, ihren gestenreich unterstrichenen Worten lauscht, der ist erst einmal verblüfft. Schwester Maria Magdalena Pfister steht fest mit beiden Beinen auf dem harten Boden einer Welt, die heutzutage mit ihrem Lebenszeugnis überfordert ist. Oder nichts anfangen kann. "Das Kloster ist kein Selbstzweck, wir kurven nicht um uns selbst!", sagt die Priorin energisch. Das Kloster "weist auf Gott hin", fügt die 48-Jährige bedeutungsvoll hinzu.

Und genau so ein Fingerzeig ist das Ordensleben von Schwester Maria Magdalena seit vielen Jahren. Am vergangenen Sonntag, just am Weltgebetstag für Geistliche Berufungen, beging sie ihre Silberne Profess. Zusammen mit Erzbischof Ludwig Schick, Dominikanerpater Christophe Holzer und weiteren Konzelebranten, mit ihren vier Mitschwestern und einer großen Gemeinde feierte die Priorin den 25. Jahrestag ihrer Ersten Profess 1994. Im festlichen Gottesdienst erneuerte sie ihr bedingungsloses Ja zum Ordensleben: "Gott zu Ehren und vielen Menschen zum Heil", fasste ein von Erzbischof Schick gesprochenes Gebet dieses Ja zusammen.

Die Jubilarin stammt aus Karbach bei Marktheidenfeld in Unterfranken. Während ihrer Ausbildung zur Erzieherin kam sie während einer Kinderbetreuung im Bildungshaus Volkersberg in der Rhön erstmals mit der Dominikanerin Schwester Berthilla Heil in Kontakt, die dort in der Erwachsenenbildung arbeitete. "Ich war damals völlig kirchendistanziert", erzählt Schwester Maria Magdalena offen. Doch als Schwester Berthilla dann einige Kinderbetreuungen später mitteilte, dass sie nach Bamberg ins Kloster gehe, "wollte ich mir das mal angucken, nur einfach mal Schwester Berthilla besuchen", blickt die Priorin zurück.

Die Liebe zu Jesus

Mit dürren Worten lässt sich nicht beschreiben, was dann geschah. So wie zarte Liebe, die zwischen zwei Menschen erblüht, so entfaltete sich eine Liebesbeziehung zwischen der jungen Frau und Jesus Christus: "Gott hat mich gerufen, anderes trägt auch nicht!", stellt Schwester Maria Magdalena fest. 1991 trat sie als Postulantin in das Heilig-Grab-Kloster ein. Für die damals noch größere Schwesterngemeinschaft war dieser Schritt ein Neuaufbruch. Denn zwanzig Jahre lang hatte es keinen Eintritt mehr gegeben. Das zweijährige Noviziat begann 1992, nach der Ersten Profess für drei Jahre folgte die Ewige Profess 1997.

"Wie in einer Ehe gab es auch Krisen und Zweifel", räumt Schwester Maria Magdalena über ihre Lebensentscheidung ein. Und da jeder Mensch fehlerhaft sei, müsse Barmherzigkeit als grundlegende Eigenschaft in einer Gemeinschaft im Kloster ständig eingeübt werden. Doch die Mitschwestern wüssten, dass "unsere Berufung ein Geschenk ist, worauf wir mit unserem Leben antworten". Und: "Wir sind in Gottes Hand, er wird uns zeigen, wie es mit unserem Kloster weitergeht." Wenn Gott es wolle, "schickt er uns Frauen, die sich für unser Kloster interessieren", ist sich die Priorin sicher.

In seiner Predigt brach Erzbischof Schick eine Lanze für kontemplative Orden. Diese seien wichtig, "damit die Kirche nicht funktionalistisch ist und nicht das Herz verliert". Herz und Mitte der Kirche sei der auferstandene Jesus Christus. Ihn zu betrachten und anzubeten, "ist Aufgabe eines kontemplativen Ordens", so Schick. Er nannte den Leitspruch des Dominikanerordens "Contemplata tradere" - Das Betrachtete weitergeben. Dies müsse für alle Christen gelten, denn ohne Gebet, ohne Schriftlesung, ohne Gespräch mit Jesus und Weitergabe zum Heil der Menschen könne die Kirche nicht bestehen.

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