Bamberg
Sommer 2018

Ende des zehn Wochen langen Schönwetters?

Zweieinhalb Monate brannte die Sonne in ungewöhnlicher Ausdauer auf Franken. Doch jetzt könnte der Trend gebrochen sein.
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Schon im April konnte in Bamberg in der Regnitz gebadet werden. Ronald Rinklef
Schon im April konnte in Bamberg in der Regnitz gebadet werden. Ronald Rinklef
Wird 2018 tatsächlich als Jahrhundertsommer in die Annalen eingehen? Oder bleibt es bei einem überhitzten Sommerstart?

Seit April dominierten ausdauernde Hochdruckgebiete über Nordeuropa - die Folge für Franken waren wochenlanger Dauersonnenschein und gelegentliche Unwetter. Nach Spitzenwerten für April und Mai befindet sich in Bamberg auch der Juni auf Rekordkurs - mit 21 Grad bislang waren die ersten zwölf Tage vier Grad wärmer als das langjährige Temperaturmittel.

Doch der Trend scheint gebrochen: Dies bestätigt auf Nachfrage auch Dominik Jung, Diplommeteorologe des Wetterdienstleisters wetter.net. Er rechnet nach dem Durchgang einer großen Front am Montagabend für die nächsten zehn Tage mit gemäßigtem Sommerwetter - ohne extreme Wärmespitzen und ohne hohes Starkregenrisiko. Durchschnaufen ist also angesagt.

Damit ist derzeit alles offen. Der Sommer steht gewissermaßen am Scheideweg. Denn es gibt eine Lehre, die Klimaforscher wie Thomas Foken aus dem Ablauf der letzten Jahre gezogen haben: Die Erhaltungsneigung der Wetterlagen hat sich deutlich erhöht - ein Phänomen, das die Experten mit der Erwärmung des Atlantik in Verbindung bringen. Die Wetterküche tritt gewissermaßen auf der Stelle. Hat sich eine Konstellation einmal herausgebildet, bedeutet das wochenlang ähnliche Wetterereignisse.

Zu spüren war diese Erscheinung in den zurückliegenden Monaten in zweifacher Weise. Im Winter häuften sich die trüben Wetterlagen mit dauerndem Tiefdruckeinfluss. Seit Februar bauten sich immer wieder Hochdruckgebiete über Nordeuropa auf. Etwa seit April sorgten diese für andauerndes Sommerwetter in Franken.

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