Bamberg
Ausstellung

Elena Helfrecht präsentiert "Nightmares" in Bamberg

Schockierend schön sind Bilder, die Elena Helfrecht inszeniert. Außergewöhnlich die Aufnahmen, die die 21-Jährige unter dem Titel "Nightmares" ab 6. Januar in Bamberg ausstellt. Wir sprachen mit der Studentin, deren Fotos schon diverse Print- und Online-Magazine aufgriffen.
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Ein Selbstporträt der Künstlerin, die ab 6. Januar im Sound 'n' Arts Bamberg ausstellt: Elena Helfrecht
Ein Selbstporträt der Künstlerin, die ab 6. Januar im Sound 'n' Arts Bamberg ausstellt: Elena Helfrecht
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Ein Gesicht inmitten von Finsternis. Schwarze Farbe rinnt aus dem Mund, den großen grünen Augen, die einen bannen. Sie spiegeln die dunkle Seite einer Welt, in deren Hamsterrad wir uns abstrampeln, funktionieren, weiter und weiter perfektionieren. Halt! Stopp! Bis hierhin und nicht weiter! Für einen Moment lang soll die Maschinerie ruhen, in der sich alles um Macht, Einfluss und Besitz dreht. Aufrütteln möchte Elena Helfrecht mit den "Nightmares", die sie ab 6. Januar im Bamberger Sound 'n' Arts inszeniert: Menschen aus dem Albtraum eines Automatismus reißen, den keiner mehr hinterfragt, weil er längst selbstverständlich wurde.


Schockieren, um Menschen zu erreichen


"Ja, ich will schockieren. Schockieren, um auch die zu erreichen, die an ,nur' Schönem vorübergehen", sagt die 21-jährige Künstlerin.
Verdrängt würden Abgründe, Ängste und Schmerz in einer Gesellschaft, die auf immer aberwitzigere Weise nach Perfektion strebt. "Das beginnt bei der Darstellung von Frauen in Modemagazinen, die sie als formvollendete, aber seelenlose Hüllen stilisieren", so die Oberpfälzerin, die seit zwei Jahren in Erlangen Kunstgeschichte und Buchwissenschaft studiert. Darüber hinaus aber an Bildern arbeitet, die demaskieren und für manches stehen, was im Unterbewusstsein schlummert.

"Wo Licht ist, gibt's Schatten. Und wo kein Schatten ist, gibt's auch kein Licht", sagt Elena Helfrecht, die sich mit "Nightmares" gegen Verlogenheit, Realitätsverleugnung und Selbstbetrug wendet. Sich Schmerz und Ängsten zu stellen, hat die Waldershoferin gelernt, die in der Schule gemobbt wurde - wie andere, die gegen den Strom schwimmen. "Jeder sollte sich näher mit sich selbst befassen - seinen Träumen, aber auch Albträumen. Und ich hoffe, dass meine Bilder dazu anregen." Bilder, die eben auch den Zauber der Welt spiegeln, wie die Reihe "Road to nowhere", die den Betrachter aus dem Hier und Jetzt zieht. Wie Landschaften von bizarrer Schönheit, die die 21-Jährige ebenso verfremdete wie viele Selbstporträts für "Nightmares". "Die Natur war ja mein Rückzugsgebiet, wenn es mir als Mädchen schlecht ging. Hier fand ich Ruhe" - und erste Motive, nachdem Elena Helfrecht Menschen erst Jahre später ins Visier nahm. "Ich hatte fast misanthropische Züge, wollte mich anfangs nur dem Reinen und Wahren widmen."


Buchcover von Ted Chiangs jüngstem Werk


Ein Teil der Arbeiten, die vom 6. Januar bis 28. Februar im Sound 'n' Arts zu sehen sind, waren heuer auf dem britischen "Bram Stoker International Film Festival" zu sehen, wie die Künstlerin berichtet. Diverse Magazine griffen die Fotos Helfrechts auf (Virus Magazine, Pictures Magazine, Dark Beauty Magazine u. a.) , die online auch via Photo Vogue Italia, Trendhunter Toronto und einer Reihe weiterer Adressen veröffentlicht wurden. Selbst das Buchcover des neuesten Werkes von Ted Chiang ziert ein Werk der Wahlbambergerin, um "Das wahre Wesen der Dinge" im Sinne des US-amerikanischen Science-Fiction-Autors zu symbolisieren.

Wovon träumt die Senkrechtstarterin noch? Was möchte sie nach ihrem Studienabschluss erreichen? "Mein Ziel ist es, mich auch für andere bislang unbekannte Künstler zu engagieren, die ich als Kuratorin einem großen Publikum vorstellen könnte."

Weitere Infos zur Künstlerin gibt's auf ihrer Homepage. Hier findet man neben der Bio und weiteren Arbeiten auch eine Liste der Magazine, die bereits über die Wahlbambergerin berichteten. Zum Club, in dem die Bilder Elena Helfrechts zu bewundern sind, geht's online über die Sound-'n'-Arts-Adresse,wo auch die Öffnungszeiten der Location vor und während Konzerten und anderen Veranstaltungen zu finden sind. Um 19 Uhr beginnt am 6. Januar die Vernissage mit der 21-Jährigen in der Oberen Sandstraße 20.

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