Bamberg
Fußball-WM

Public Viewing in Bamberg: Einsamer Jubel auf dem Maxplatz

1500 hoffen und bangen mit der deutschen Elf beim Public Viewing auf dem Maxplatz. Am Ende jubeln zwei einsame Mexikaner.
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Allein in der Menge der schwarz-rot-gelben Anhängerschaft: Patrick Feldhans ist Austauschschüler aus Mexiko.  Foto: Sebastian Schanz
Allein in der Menge der schwarz-rot-gelben Anhängerschaft: Patrick Feldhans ist Austauschschüler aus Mexiko. Foto: Sebastian Schanz
1500 Menschen auf dem Maxplatz schütteln den Kopf und starren entsetzt auf die große Leinwand - doch Patrick Feldhans reißt die Hände nach oben und schwenkt die grün-weiß-rote Flagge. Tor für Mexiko.
"Ich bin in Mexiko geboren", entschuldigt sich der 15-Jährige beinahe, der als Austauschschüler von Guadalajara nach Bamberg gekommen ist. "Ich muss einfach mit meiner Mannschaft jubeln." Seine deutschen Kumpels hinter ihm grinsen. Irgendwie ist die Freude des Mittelamerikaners ansteckend. "Wir werden ihn jedenfalls nicht zusammenschlagen", rufen die Freunde und lachen.
Überhaupt bleibt es friedlich. Eine ausgelassene, nüchterne Stimmung herrscht unter der großen LED-Leinwand, die Radio Bamberg aufgebaut hat. Die Zuschauerzahl von 1500 muss Organisator Marcus Appel schätzen, denn gezählt werden sie nicht. Lediglich eine Sicherheitsgebühr von drei Euro ist zu bezahlen. Die große Leinwand haben er und sein Team gegenüber der vergangenen Turniere auf die andere Seite des Maxplatzes verlegen müssen, wegen "Bamberg zaubert". Nun stehen die LED-Leuchten in der prallen Abendsonne, bieten aber genug Eigenhelligkeit, um für das Publikum eine gute Sicht zu garantieren.
Doch was sie da sehen, mag so recht niemanden vom Hocker hauen. Nur Patrick Feldhans schwenkt immer wieder seine Fahne und grinst über beide Ohren. Zwischenzeitlich lässt er über einen tragbaren Lautsprecher mexikanische Partymusik laufen. Die schwarz-rot-goldenen Anhänger bleiben gelassen. Ganz am Rand taucht noch ein grünes Trikot auf: Nancy Salinas aus Tijuana hält sich mit dem Jubeln zwar dezent zurück, fiebert aber mit ihrem Team mit. Was sie nach Bamberg führt? "Die Liebe", sagt die mexikanische Studentin an der Uni Bamberg und blickt zu ihrem Freund.
1500 blicken wieder an die Leinwand. Kurz keimt Hoffnung auf, als Marco Reus eingewechselt wird. Doch es bleibt beim 0:1. Immerhin zwei Menschen am Maxplatz freuen sich darüber.

Sebastian Schanz
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