Bamberg
Aktion

Eine Zeitung wie gemalt: Deutschland feiert Weltkindertag und die Mediengruppe feiert mit

Am 20. September feiert Deutschland den Weltkindertag. Daher blicken die Zeitungen der Mediengruppe Oberfranken durch die Augen der Kinder auf das Geschehen der Welt. Statt Fotos wird es in allen Ausgaben gemalte Bilder fränkischer Schüler geben.
Artikel drucken Artikel einbetten
Wie die Jugend die Welt sieht: In der Zeitungsausgabe am Weltkindertag (20. September) gibt es nur Bilder, die Schüler aus Franken selbst gemalt haben. Etwa 120 junge Künstler waren am Donnerstag in der Zentralredaktion am Werkeln. Foto: Ronald Rinklef,
Wie die Jugend die Welt sieht: In der Zeitungsausgabe am Weltkindertag (20. September) gibt es nur Bilder, die Schüler aus Franken selbst gemalt haben. Etwa 120 junge Künstler waren am Donnerstag in der Zentralredaktion am Werkeln. Foto: Ronald Rinklef,
+30 Bilder

"Sie sind unsere Zukunft." Kaum eine offizielle Rede zum Thema Kinder kommt ohne diesen Satz aus. Manchmal ist es nur eine leere Worthülse, manchmal aber auch Teil einer korrekten Analyse. Beide eint der Fakt, dass es stimmt: Kinder sind unsere Zukunft. Um den Menschen das wenigstens einmal jährlich öffentlichkeitswirksam vor Augen zu führen, gibt es den Weltkindertag am 20. September.

Fast jeder siebte Franke ist zum Stichtag 31. Dezember 2018 nicht älter als 18 Jahre, das sind 661 751 junge Menschen. Etwa 120 Kinder und Jugendliche waren am Donnerstag in der Redaktion zu Gast, um für die heutige Weltkindertags-Ausgabe jedes der zahlreichen Fotos unserer Zeitungen zu malen. Die Aktion soll die Aufmerksamkeit richten auf unseren Nachwuchs, dessen Zukunft in der Regel von Erwachsenen gestaltet wird.

Mini-Illustratoren erobern die Nachrichten-Redaktion

"Ihr dürft heute jedes unserer Bilder in ein Gemälde verwandeln." Dieses Angebot lassen sich die Schüler am Donnerstag nicht nehmen und stürzen sich auf die vorbereiteten Malplätze in der Zentralredaktion in Bamberg. Dank eifriger Vorarbeit der Redakteure, die so manche Seite bereits vorneweg geplant und mit Bildern bestückt hatten, können die ersten Künstler bereits am Morgen ihre Stifte, Pinsel und Lineale schwingen. Abmalen, lautet die Devise.

In mehreren Etappen arbeiten insgesamt etwa 120 Schüler von der Grundschule Buttenheim, der Pestalozzi-Grundschule Kulmbach, des Eichendorff-Gymnasiums Bamberg und der Offenen Ganztagesschule Strullendorf an dieser ganz besonderen Freitagsausgabe. Unterstützend greift im Laufe des Abends noch der eine oder andere Sprössling von Mitarbeitern der Mediengruppe Oberfranken (MGO) zum Papier.

Der große MGO-Tagungsraum gleicht einem gigantischen Kunstseminar. Die Kinder arbeiten hochkonzentriert an den zum Teil sehr schwierig umzusetzenden Motiven - Erzbischof Ludwig Schick, rasende Rennautos und die Porträtfotos der Redakteure gehören da noch zu den einfacheren Aufgaben ... Der Spaßfaktor ist hoch. So konnten es etwa die jeweils neunjährigen Sophie und Anna aus Buttenheim kaum abwarten, für einen Tag ins Zeitungsgeschäft zu wechseln. Auch für die Leser dürfte manches Bild zum Schmunzeln anregen oder zum Rätselraten animieren.

Hier mal über die Schultern des Nachbartisches geschaut, dort einen Farbtipp von der Klassenlehrerin abgeholt, schnell ein Brötchen von der Versorgungstheke geschnappt und einen Schluck Traubensaftschorle verschüttet - ohne buntes Durcheinander funktioniert kreatives Chaos bekanntlich nicht. Dennoch widmen sich die Zeitungsmaler ihren Aufgaben beinahe akribisch und mit viel Liebe zum Detail. Fotos von tödlichen Unfällen oder sonstige Schreckensmeldungen werden den jungen Künstlern selbstverständlich erspart und finden daher in dieser Ausgabe ausnahmsweise keinen Platz.

Nachholbedarf auch in Deutschland

Wenngleich sich die Rechtelage der Kinder hierzulande in den vergangenen Jahrzehnten schrittweise verbessert, gibt es noch viele offene Baustellen. Viele Kinder sind nach wie vor akut von Armut betroffen und bildungspolitische Instrumente verfehlen mitunter das Ziel. In anderen Ländern vor allem außerhalb Europas zeichnet sich gar eine dramatische Lage: Kinder werden als Soldaten eingesetzt, sterben an Hunger, können keine Schulen besuchen, werden Opfer von sexualisierter Gewalt und müssen schon in jungen Jahren schuften. Auch darauf soll der Weltkindertag aufmerksam machen.

Mehr Mitspracherecht für die junge Generation

Einer repräsentativen Forsa-Umfrage für das Deutsche Kinderhilfswerk zufolge trauen 69 Prozent der Erwachsenen der jungen Generation zu, Verantwortung für den Erhalt der Demokratie in Deutschland zu übernehmen. Dass die Jugend das will, dass sie ihre Zukunft selbst gestalten beziehungsweise retten will, zeigt aktuell die erfolgreiche "Fridays for Future" -Bewegung. Jugendlichen mehr Mitsprache einräumen zu wollen, kommt allmählich an in der Wirklichkeit der Erwachsenen. Diskutiert wird etwa das Absenken des Wahlalters auf 16 und in vielen Kommunen tagen bereits Jugendparlamente. Erste Schritte sind gemacht.

Kommentar vom Autor Stephan Großmann

"Gebt den Kindern das Kommando":

Sie kennen keinen Hass, fürchten weder andere Hautfarben noch scheren sie sich um Herkunft und Konfession. Wenn Kinder auf die Welt kommen, sind sie im besten Sinne unschuldig. Allzu schnell jedoch verlieren sie ihre unbekümmerte Lebensweise, allzu schnell zieht sie ihr Umfeld in das Leben hinein, das oft so weit weg ist von der Unbekümmertheit, die ein Kind eigentlich verdient hätte.

Nun endet Hunger hierzulande in der Regel nicht tödlich, auch gibt es keine Zehnjährigen in einer Frontlinie. Aber selbst in unserer hochgelobten Industriegesellschaft sind Kinder zahllosen Gefahren ausgesetzt. Minderjährige sind massiv betroffen von Armut und werden zu oft zu wehrlosen Opfern psychischer, körperlicher sowie sexueller Gewalt. Von fehlender Zuwendung und massivem Leistungsdruck ganz zu schweigen.

Was tun? Lasst Kinder Kinder sein! Krankmachender Stress darf nicht schon in der Kita beginnen, Lehrpläne dürfen niemanden erdrücken. Peiniger gehören rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen und Kinder in sichere Freiräume. Und: Hört auf die Kinder! Statt bei Fridays for Future und anderen Bewegungen die Nase zu rümpfen, sollten wir uns lieber alle an selbige fassen und den Nachwuchs unterstützen. Schließlich sind wir gerade dabei, die Zukunft unserer eigenen Kinder zu verspielen. Wer kann das schon wollen?

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren