LKR Bamberg
Urteil

Eine Woche Dauerarrest für Sex mit einer Zwölfjährigen

Der Sex mit einer Zwölfjährigen war einvernehmlich, rechtlich war er aber sexueller Missbrauch. Daher gibt es eine Woche Dauerarrest für den Täter.
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Sein Geständnis legte der junge Mann unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab. Ferdinand Merzbach
Sein Geständnis legte der junge Mann unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab. Ferdinand Merzbach
Unter Ausschluss der Öffentlichkeit legte ein 19-Jähriger ein Geständnis vor Jugendrichterin Anne Breith ab - lediglich Staatsanwalt André Libischer und Rechtsanwalt Thomas Drehsen aus Bamberg durften zuhören. Denn was der Berufskraftfahrer am Amtsgericht Bamberg zu sagen hatte, betraf nicht nur die eigene, sondern insbesondere die Intimsphäre seines gerade einmal zwölfjährigen Opfers.

Der Hintergrund: Im November 2017 hatte der Angeklagte einvernehmlichen Sex mit einem Mädchen in der Wohnung ihrer Eltern im Landkreis Bamberg. Weil sie damals noch unter 14 Jahren war, also ein Kind, er aber bereits volljährig, gilt dieser Geschlechtsverkehr als schwerer sexueller Missbrauch von Kindern.

Für den 19-Jährigen, der als Heranwachsender (zwischen 18 und 21 Jahren) gilt, wurde das erzieherische Jugendstrafrecht angewandt. Am Ende des Tages wurde eine Woche Dauerarrest verhängt, den er in der Justizvollzugsanstalt Würzburg absitzen muss. Als erzieherische Maßnahme muss er zudem 30 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten und eine Geldauflage in Höhe von 1200 Euro an den Verein für Jugendhilfe Bamberg bezahlen, wie Pressesprecher Peter Neller erklärte.

Außerdem wurde der Verurteilte angewiesen, sich für sechs Monate vom "Verein für Jugendhilfe" betreuen zu lassen. "Aufgabe der Betreuungsweisung ist es, dem Verurteilten zu helfen und ihm Anregungen zu vermitteln, die konkret geeignet erscheinen, dass er sich künftig rechtstreu verhält und keine Straftaten begeht. Die Anbindung ist in der Regel deutlich stärker als die an einen Bewährungshelfer," so Peter Neller vom Amtsgerichtes Bamberg. Die Kosten des Verfahrens muss der Verurteilte tragen.

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