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Bamberg
Jahreswechsel

Bamberg feiert weitgehend friedlich: So lief die eher ruhige Silvesternacht ab

Die Bamberger haben 2019 mit Raketen und Krachern bei Nieselregen etwas kürzer begrüßt als sonst. Gravierende Zwischenfälle hat es nicht gegeben.
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Ein beliebtes Ziel zum Jahreswechsel ist in Bamberg immer die Untere Brücke. Hier wie auch im restlichen Stadtgebiet wurde weitgehend friedlich gefeiert. Foto: Ronald Rinklef
Ein beliebtes Ziel zum Jahreswechsel ist in Bamberg immer die Untere Brücke. Hier wie auch im restlichen Stadtgebiet wurde weitgehend friedlich gefeiert. Foto: Ronald Rinklef
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Wenige Stunden nach dem Silvesterfeuerwerk präsentiert sich die Stadt schon wieder blitzblank. In den späten Vormittagsstunden des Neujahrstages hatten die städtischen Arbeiter den ganzen Raketen- und Böllermüll schon fast komplett beseitigt. Die Lange Straße präsentierte sich zur Mittagszeit wie geleckt.

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Gegen 12 Uhr kehrten die Arbeiter die Reste auf der Kettenbrücke zusammen, die in der Nacht ein Schwerpunkt der öffentlichen Feiern in der Stadt waren. Viele Menschen versammelten sich hier, um ihre Raketen gen Himmel abzufeuern oder Kracher zu zünden. Das Spektakel hielt sich heuer aber in Grenzen. In der Stadt war relativ wenig los.

Erst kurz vor zwölf kamen mehr Leute in den Straßen. Die klassischen Einzel-Raketen scheinen verdrängt zu werden von den Batterien, die nur einmal gezündet werden müssen und dann relativ schnell im wahrsten Sinne des Wortes ihr gesamtes Pulver verschießen. Der Nieselregen mag dazu beigetragen haben, dass sich die Menschen bald wieder nach drinnen verabschiedeten.

Von einer "durchschnittlichen" Silvesternacht ist bei der Polizei die Rede. Viele Einsätze ja, für Silvester aber nicht gerade ungewöhnlich viele. Sieben Leichtverletzte hat es laut Polizei bei Körperverletzungsdelikten gegeben. Schwere Delikte, Brände oder Verkehrsunfälle habe es nicht gegeben.

Fehlalarm am Theater

Bei der Feuerwehr herrschte kurz Aufregung, als gegen 0.40 Uhr ein Dachstuhlbrand am E.T.A.-Hoffmann-Theater von einem besorgten Anwohner gemeldet wurde. Zum Glück stellte sich dann aber heraus, dass es sich doch nur um Pyrotechnik gehandelt hatte, die wohl vom Obergeschoss des Hauses aus gezündet worden war. Für den Anwohner hatte es wohl so ausgesehen, als ob es brennt.

Vermutlich durch Silvesterkracher wurde am Dienstag, gegen 2 Uhr, Baustellenmaterial und Sperrmüll in der Promenadestraße in Brand gesetzt. Der Brand konnte durch die Feuerwehr gelöscht werden, es entstand allerdings Sachschaden in Höhe von 2000 Euro.

Rakete in Menschenmenge

Auf der Unteren Brücke wurde eine 20-Jährige von einer Silvesterrakete getroffen. Die junge Frau feierte mit Bekannten, als aus einer Personengruppe gezielt eine Rakete in ihre Richtung geschossen wurde. Die Frau wurde leicht verletzt, eine Fahndung nach den Tätern verlief erfolglos.

Silvesterböller hatte um 22.40 Uhr ein 24-Jähriger von einem Balkon in der Seehofstraße geworfen. Einer der Böller, er war offenbar gezielt geworfen worden, detonierte dabei neben einem 15-jährigen Jugendlichen, der ein Knalltrauma erlitt.

Mit einer Schreckschusswaffe hantierte am Silvesterabend ein 31-jähriger Bamberger am Maxplatz. Da er keinen sogenannten "Kleinen Waffenschein" besaß, wird er angezeigt. Die Schreckschusswaffe wurde sichergestellt.

Nach Alkoholkonsum enthemmt

Nach einem Polizeieinsatz kurz nach Mitternacht in der Straße "Fabrikbau" ermitteln nun die Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Bamberg wegen Bedrohung und Sachbeschädigung. Wie die Polizei berichtet, verließ eine Frau "im psychischen Ausnahmezustand" nach einem Streit mit ihrer Familie die Wohnung und trug ein Messer bei sich. Im Treppenhaus beschädigte sie mehrere Wohnungstüren und traf auf eine 28-jährige Amerikanerin. Hierbei habe die alkoholisiert wirkende Frau unkontrolliert mit dem zirka 30 Zentimeter langen Messer herumgefuchtelt, wobei die Amerikanerin glücklicherweise keine Verletzungen davontrug. Auf der Straße griff die 39-jährige Deutsche dann unvermittelt einen 29-Jährigen an. Sie kratzte ihn mit ihren Fingernägeln am Hals. Der Mann erlitt leichte Verletzungen. Polizisten konnten die Frau in Tatortnähe festnehmen. Auch bei der Frau selbst wurden Schnittverletzungen festgestellt, die ärztlich versorgt werden mussten.

Gegen 1 Uhr wurde aus einer Diskothek in der Pödeldorfer Straße eine gefährliche Körperverletzung bei der Polizei angezeigt. Ein 33-Jähriger schlug einem anderen Gast ein Cocktailglas auf den Kopf, anschließend mischte sich noch ein 21-jähriger Begleiter des 33-Jährigen in den Streit ein. Die beiden attackierten den Geschädigten weiter, der leicht verletzt liegen blieb. Die beiden Täter flüchteten, bei der anschließenden Festnahme leistete der Jüngere noch Widerstand gegen die Polizeibeamten. Die beiden Aggressoren mussten die restliche Nacht in der Ausnüchterungszelle verbringen.

Gegen 1.40 Uhr musste die Polizei in die Hegelstraße ausrücken. Hier hatte ein 28-jähriger Bamberger eine Frau in den Bauch geboxt. Die Frau muste ins Klinikum eingeliefert werden. Der Grund der Auseinandersetzung liegt noch im Dunkeln, die Beteiligten waren auch hier alkoholisiert.

Auf der Unteren Brücke griffen zwei Männer gegen 2.30 Uhr einen 23-Jährigen an. Aus bisher unbekanntem Grund kamen die Beteiligten in Streit, die zwei schlugen auf den 23-Jährigen ein. Ein weiterer Mann mischte sich noch ein, das Ergebnis waren zwei Leichtverletzte. Die polizeilichen Ermittlungen in dem Fall dauern an.

Jahreswechsel besoffen verpennt

Eine 52-jährige Bambergerin bekam den Jahreswechsel gar nicht mehr richtig mit, weil sie ihn in der Ausnüchterungszelle verbrachte. Sie biss am Silvesterabend gegen 18.40 Uhr in der Austraße einen Mann in den Daumen. Einen hinzugerufenen Rettungssanitäter beleidigte sie anschließend. Die Frau war erheblich betrunken, sie wurde bei der Polizei ausgenüchtert.

In Franken kam es an Silvester aber auch zu schweren Verletzungen: Zum Beispiel im Kreis Bamberg, wo Munition in einer Hosentasche eine Böller entzündet hat.