Bamberg
Gesundheit

Eine Dose für den Notarzt in Bamberg Stadt und Land

Damit Rettungsdienste und Notärzte alle Informationen über den Patienten schnell finden können, führen Stadt und Landkreis Bamberg nun die Notfalldose ein.
Artikel drucken Artikel einbetten
Lothar Riemer (links), Geschäftsführer des Projekts und der Projektvorsitzende Bamberger Landrat Johann Kalb stellen die Notfalldose vor. Foto: Landratsamt
Lothar Riemer (links), Geschäftsführer des Projekts und der Projektvorsitzende Bamberger Landrat Johann Kalb stellen die Notfalldose vor. Foto: Landratsamt
+5 Bilder

Der Notarzt kommt in die Wohnung, der Patient ist nicht ansprechbar. Es muss schnell gehen, aber der Mediziner weiß nicht, welche Medikamente der Patient braucht, welche er verträgt, ob er Allergien oder Vorerkrankungen hat. "Dann fragt man die Angehörigen, keiner weiß etwas, also muss man durch die Wohnung gehen und mühsam Pillen und Dokumente zusammensuchen", beschreibt Jochen Peter, Notarzt und Ärztlicher Leiter im Rettungsdienstbereich Bamberg-Forchheim, eine Situation, wie er sie mehrfach erlebt habe. "In Notsituationen ist es immer gut, wenn man alles zusammen auf einem Dokument hat, das man schnell findet."

Eine Möglichkeit dafür ist die Notfalldose, ein Projekt der "Gesundheitsregion plus" des bayerischen Gesundheitsministeriums. In einer grünen Dose befindet sich ein Info-Blatt mit Hinweisen zu Vorerkrankungen wie Diabetes oder Nierenerkrankungen, operativen Eingriffen und regelmäßig eingenommenen Medikamenten. Außerdem stehen Name und Kontakt des Hausarztes sowie der Aufbewahrungsort von Medikamenten und weitere Informationen auf dem Dokument.

"Die Dose mit dem ausgefüllten Zettel kommt dann in den Kühlschrank", erklärt der Geschäftsführer der "Gesundheitsregion plus Bamberg", Lothar Riemer, der auch stellvertretender Leiter des Gesundheitsamts des Landkreises ist. "Sie kommt nicht in den Kühlschrank, weil sie gekühlt werden müsste, sondern weil jeder einen hat und er schnell zu finden ist", so Riemer weiter. Außerdem kommt je ein Aufkleber an die Wohnungs- beziehungsweise Haustür und einer an den Kühlschrank, damit die Rettungsdienste und Notärzte wissen, wo sie die Informationen finden.

Die Idee der Notfalldose kommt aus Norddeutschland, so Riemer. Das bayerische Gesundheitsministerium fand die Dose nützlich und stellte Fördermittel zur Verfügung, in Stadt und Landkreis Coburg wird sie bereits eingesetzt. Bamberg ist der zweite Landkreis in Oberfranken, der die Dose einführt. Der Vorsitzende des Projekts ist Landrat Johann Kalb, als sein Stellvertreter agiert der Bamberger Oberbürgermeister Andreas Starke.

"Wichtig ist, dass auch die Not- und Hausärzte sowie die verschiedenen Träger der Rettungsdienste Bescheid wissen", sagt Riemer. Deshalb arbeite man auch eng mit den entsprechenden Stellen zusammen. Primär wurde die Notfalldose für Alleinstehende entwickelt, besonders Ältere. "Das steigert auch das subjektive Sicherheitsgefühl, was in einer Notsituation ebenfalls wichtig sein kann", sagt Riemer.

Die Notfalldose gibt es ab sofort in den Geschäftsstellen des Fränkischen Tags in Bamberg. Ab dem 25. September ist sie auch bei Stadt und Landkreis Bamberg zu bekommen.



Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren