Zapfendorf
Wettkampf

Ein Zapfendorfer ist Ditsch-Weltmeister

Der Zapfendorfer Manuel Stumpf hat sich den Weltmeistertitel im Ditschen gesichert. Er ließ den Stein zwölf mal über das Wasser hüpfen.
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Wenn Manuel Stumpf mit seiner Freundin Bettina Christa an den Main geht, liegt sie alleine in der Sonne, während er Steine sammelt. Der 30-Jährige hält nach flachen, runden, möglichst symmetrischen Steinen Ausschau. Er will sie über das Wasser schnellen lassen und sehen, wie viele Sprünge sie schaffen, er will sie "ditschen".

Der Zapfendorfer ist sicher nicht der einzige mit dieser Leidenschaft, doch bei ihm hat sich die Freude am Ditschen schnell mit dem Wettkampfgedanken verbunden. Der Basketballer sagt von sich selbst: "Ich bin einfach so ein Typ, der sich gerne mit anderen misst. Und da probiert man eben aus, wer den Stein weiter, öfter oder zielgenauer ditschen kann." Heute darf er sich mit dem Titel Ditsch-Weltmeister schmücken.

Angefangen hat alles am Baggerloch bei Zapfendorf, an dem er mit Freunden häufig zum Baden war. Im August nahm er an der Ditsch-WM teil. Bei dem Wettkampf an der Ostsee, organisiert von der Tourismus-Agentur "Ostseefjord Schlei", musste sich der 30-Jährige mit rund 70 Kontrahenten messen.

Er gewann in der Disziplin "Meister der tausend Sprünge", indem er den Stein zwölfmal hüpfen ließ. "Ich habe damit gerechnet, dass ich dort den Profis zuschauen kann, wie sie den Stein 30 bis 40 Mal über das Wasser ditschen. Dass ich mit zwölf Sprüngen gewinne, hätte ich nie gedacht," sagt Stumpf. Sein persönlicher Rekord liegt bei 33. Der 30-Jährige sieht sich nicht als weltbester Ditscher. "Ich kann mich vielleicht als deutscher Meister bezeichnen, aber auf der Welt gibt es sicherlich Leute die das besser können als ich."

Die nächsten Titel im Visier

Stumpf hat Ambitionen, sein Können auch in anderen Ländern unter Beweis zu stellen. "In Schottland gibt es einen Wettbewerb, bei dem es darum geht, den Stein möglichst weit zu ditschen. Da kommt es dann nicht darauf an, wie oft dieser hüpft, sondern welche Strecke er zurücklegt. Da würde ich nächstes Jahr gerne teilnehmen." Bei Wettkämpfen in den USA geht es auch darum, wessen Stein die meisten Sprünge hinlegt.

Wie die Beschaffenheit des perfekten Ditsch-Steins aussieht, ist laut Stumpf eine Philosophie, in der es ganz unterschiedliche Meinungen gibt. Es komme immer ganz darauf an, wie stark der Wind und unter Umständen die Wellen sind. Hat man ein ruhigeres Gewässer, könne man auch einen leichteren Stein häufig hüpfen lassen. Da müsse man aber darauf achten, dass er nicht zu weit von sich entfernt auf dem Wasser aufkomme. Sonst drehe er sich in der Luft "und es wird nichts mit dem Ditschen". Wenn das Wasser unruhiger ist, "hat man mit einem etwas schwereren Stein mehr Erfolg." Was aber auf jeden Fall gegeben sein sollte: "Der Stein muss möglichst flach sein. Und wenn man ganz theoretisch sein will, sollte er in einem Winkel von 30 Grad auf dem Wasser aufkommen." Man könne sich das also so vorstellen, dass sich der Stein beim Aufsetzen in einer ähnlichen Position zum Wasser befinden sollte, wie ein Flugzeug, das sich im Landeanflug befindet. Stumpf gibt aber zu bedenken: "Man kann nicht jeden Stein gleich werfen." Es komme auf die Form und das Gewicht an. Je nachdem müsse man ihn früher oder später auf dem Wasser aufsetzen lassen. Die Technik sei aber immer die gleiche, so Stumpf: "Man geht leicht in die Hocke, wirft den Stein aus der Hüfte, dabei kommt die Kraft aus dem Ellenbogen, und dreht ihn beim Verlassen der Hand leicht mit dem Zeigefinger an. Dadurch rotiert er und fliegt aerodynamischer."

Freundin immer dabei

Stumpfs Freundin Bettina Christa ist bei Wettkämpfen immer dabei und bemüht sich, für die geplante Reise nach Schottland Urlaub zu bekommen. Stumpf nennt sie scherzhaft seine "Managerin". Sie entgegnet lachend: "So schnell steigt man von der Freundin zur Managerin eines Weltmeisters auf." Auf der anderen Seite müsse sie damit leben, am See alleine in der Sonne zu liegen, "weil er auf Steinsuche für den nächsten Wettkampf ist."

Je lockerer, desto besser

Die beiden haben Spaß an dem Sport, lassen jedoch die ganze Sache eher locker angehen. So hat Stumpf auch keinen festen Trainingsplan, an den er sich akribisch hält. Genau das ist zugleich sein Erfolgsrezept. "Je lockerer man ist, desto besser ist der Wurf."

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