Bamberg
Kommunalwahl

Ein Wunderburger will OB von Bamberg werden

Die Zahl der OB-Kandidaten steigt weiter. Nun stellt sich mit Gregor Großkopf ein Ur-Bamberger zur Wahl - als Einzelkämpfer.
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Gregor Großkopf ist in der "Rampe" in Bamberg als "Bürchermastä"-Kandidat nominiert worden.  Foto: Sebastian Martin
Gregor Großkopf ist in der "Rampe" in Bamberg als "Bürchermastä"-Kandidat nominiert worden. Foto: Sebastian Martin

Die Musik aus den Boxen verstummt, Ruhe im Saal, denn jetzt geht es zum offiziellen Teil: Bernd Großkopf eröffnet die Nominierungsveranstaltung der Wählergruppe Wunderburger in der Rockkneipe "Rampe". Das Lokal hat an diesem Donnerstagabend noch einmal zu harter Musik bei Bier und Spare-Rips geladen, bevor es seine Pforten endgültig schließt. Hier also soll der politische Aufbruch für Bamberg beginnen. "Der Kandidat, den wir als Vorschlag bringen wollen, ist ein waschechter Wunderburger", stellt Bernd Großkopf den rund 20 Unterstützern den Mann des Abends vor.

Dann ist sein Bruder an der Reihe, der Kandidat, der die politische Landschaft in Bamberg umkrempeln will: Gregor Großkopf, 54, zwei erwachsene Kinder, selbstständiger Orthopädie-Schuhmacher, Bamberger, Franke, Europäer!

"Was da alles kandidiert in Bamberg gefällt mir nicht, ich will auch wählen", deshalb trete er selbst an, sagt er halb im Scherz an seinem "Rednerpult", das aus einer mit "Gregor for Bürchermastä" beschrifteten Sackkarre besteht. Der Illusion, dass er Amtsinhaber Andreas Starke oder Stellvertreter Christian Lange vom Stuhl stoßen kann, unterliegt er nicht. Doch setzt Großkopf auf einen geplanten "Influencer"-Wahlkampf in den sozialen Medien und auf seine Bekanntheit durch seine vielfältigen Engagements. "Mal schauen, was kommt", sagt er.

Lange ist Großkopf ehrenamtlich Basketball-Trainer (bis zur ersten Damen-Liga) gewesen und bei den Hainbad-Rettern. Er ist der katholischen Jugend verbunden, Mitglied beim Oberen Gärtnerverein, im Stiftungsvorstand bei der Josef-Badum-Stiftung, die unter anderem Menschen in Not unterstützt, oder beim Verein Nationalpark Steigerwald. Und seit einigen Jahren fällt er beim Weltkulturerbelauf als Fahrer des Führungsmotorrads (Moto-Guzzi) mit schwarz-roten Stacheln am Helm auf.

Keine Liste, nur OB-Kandidat

Gemeinsam mit seiner Tochter Laura betreibt der Schuhmacher seit nun elf Jahren ein Orthopädietechnik-Geschäft für Sportler - unter den Kunden sind selbst Stars der amerikanischen Elite-Basketballliga NBA.

Über seine lokalen Themen will er am Nominierungsabend noch nicht reden. Für ihn sind die größten "Feinde" der Menschheit Klimawandel und Umweltverschmutzung. Er habe früher mal Grüne gewählt, aber: "Steinewerfen in Wackersdorf ist nicht mehr."

In Bamberg sieht er vieles im Argen. Ihm sind manche Dinge zu eingefahren, zu wenig radikal, zu vieles abhängig von Parteiinteressen. Und deshalb tritt Großkopf als Einzelkandidat an. Ohne Liste.

Ihm geht es auch darum, Vernetzungen zu schaffen, Informationen auszutauschen und so das Beste für Bamberg zu erreichen - und das über alle Parteigrenzen (außer Rechts) hinweg. Aber, wie gesagt, noch verrät er nicht mehr zum Inhalt.

Anhänger hat er bereits: "Ich wähle Gregor, weil er unabhängig ist und frischen Wind reinbringt", sagt sein Schulfreund Michael Hollfelder. Und Monika Kraus unterstützt den Kandidaten, weil "ich weiß, dass er das, was er sagt, auch einhält". Bamberg müsse neue Wege gehen.

Nach kurzer geheimer Wahl, gibt Bernd Großkopf das Ergebnis bekannt: Sein Bruder ist einstimmig nominiert worden. Damit er endgültig antreten kann, benötigt der 54-Jährige noch die Unterstützerunterschriften von 340 Bambergern - die Monatsfrist startet vor Weihnachten.

Aus den Boxen dröhnt wieder Hardrock - Bamberg hat jetzt elf OB-Kandidaten.

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