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Bamberg
Jubiläum

Ein wichtiger Teil der Schulfamilie

Seit zwanzig Jahren baut der Verein " Mittagsbetreuung Hainschule" eine Brücke zwischen berufstätigen Familien und der Schule. Bedarf und Raumnot sind groß.
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Mittagessen in der Hainschule: Da schmeckt den jungen Schülern sogar Spinat.  Fotos: Marion Krüger-Hundrup
Mittagessen in der Hainschule: Da schmeckt den jungen Schülern sogar Spinat. Fotos: Marion Krüger-Hundrup
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Lernen macht hungrig. Und so freuen sich Leonie, Clara, Josefine, Nils und Benedikt sogar auf Spinat, den es zum Mittagessen gibt. Maia holt sich noch einen Nachschlag: Zum grünen Gemüse kredenzen die fleißigen Küchenhelferinnen Salzkartoffeln und Rinderhackbällchen. Auch der Nachtisch schmeckt den Neun- bis Elfjährigen vorzüglich: Waldbeerenjoghurt! Da macht es den Kindern auch Spaß, nach dem Essen die Tische für die nächste Schülergruppe sauber zu machen, die Gläser zum Spülen zu bringen und neu einzudecken.

Eine Alltagsszene, wie sie sich seit nunmehr zwanzig Jahren in der Grundschule Bamberg-Hain abspielt: Mittagsbetreuung wird hier groß geschrieben. Und zwar vom eingetragenen Verein "Mittagsbetreuung Hainschule" - kurz. Mibet genannt. Die Initiative für Mibet ging von Schülermüttern aus. Angela Berger und Renate Zarling gehören nicht nur zu den Mitbegründerinnen des Vereins, sondern sind von der ersten Stunde an als ausgebildete Erzieherinnen in der Betreuung der jungen Schüler dabei.

"Wir haben mit 18 Kids begonnen und mit der Schubkarre Spielzeug gesammelt", erinnern sich Angela Berger und Renate Zarling an die Anfänge 1999. Das Mittagessen hätten die Kinder noch von daheim mitgebracht, "mit dem Wasserkocher wurde das Spülwasser erhitzt". Mittlerweile steht ein von der Stadt Bamberg errichteter, komfortabler Container samt eingerichteter Küche auf dem Schulgrundstück. Und über hundert Kinder in vier Gruppen kommen gegen Bezahlung in den Genuss eines warmen Mittagessens, das eine Bischberger Metzgerei anliefert.

Nach dem Essen können die Kleinen bis 16.30 Uhr in gemütlichen Gruppenräumen - ansonsten leer stehende Klassenzimmer - spielen, lesen, basteln oder in einem jeweils angrenzenden Raum ihre Hausaufgaben machen. Im Schulhof ist genügend Platz zum Toben, als Rückzugsort bietet sich ein Bauwagen an. Natürlich sind die Kinder nicht sich selbst überlassen: Ein dreizehnköpfiges Team aus Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen, Lehrerinnen und Pädagogikstudenten leitet an, umsorgt, hält ein wachsames Auge offen.

Das Team ist regulär bei Mibet angestellt. Das Entgelt setzt sich aus staatlichen Zuschüssen und Elternbeiträgen zusammen, wie Anja Gerono erklärt. Sie gehört zum Vereinsvorstand, der ehrenamtlich arbeitet. Alle fünf Vorstände müssen mindestens ein eigenes Kind in der Hainschule haben: "Das ist Voraussetzung für einen Vorstandsposten", betont Anja Gerono.

Bedarf ist ungebrochen

Auch wenn die Hainschule keine Brennpunktschule ist, die Schüler im Laufe der vergangenen Jahre selbstbewusster und selbstständiger geworden sind, bleiben Mibet Sorgen nicht erspart. "Die Gruppenräume sind zu klein und entsprechen nicht dem Standard", sagt etwa Erzieherin Zarling. "Wir brauchen eine Raumlösung, zumal die Schülerzahlen im Sprengel von 130 auf 160 laut Kindergartenzahlen steigen werden", ergänzt Vorständin Gerono. Sie befürchtet, dass "politisch unsere Form der Mittagsbetreuung nicht mehr gewünscht ist". Offene Ganztagsschulen und Kinderhorte "werden lieber gefördert", vermutet sie. Dabei sei der Bedarf an qualifizierter Mittagsbetreuung "immer da".

David Hentschel, Rektor der Grundschule Hain, hält jedoch eine "ausreichende Anzahl von Plätzen" für die große Herausforderung in der Zukunft. Aufgrund von Raumproblemen könnten momentan nicht alle Schüler der Hainschule, die eine Betreuung benötigen, aufgenommen werden, bedauert Hentschel. Gleichwohl sei er froh um jede Art des Engagements an seiner Schule: "Es gibt im Hain viele Eltern, die sich im Rahmen der Mittagsbetreuung oder des Fördervereins für die Schule einsetzen."

Und der Rektor hebt den Stellenwert der Mibet hervor: "Sie ist Teil der Schulfamilie und als solche sehr wichtig". Die Eltern hätten dort seit zwanzig Jahren einen Platz, an dem ihr Kind nachmittags "verlässlich gut aufgehoben ist", lobt David Hentschel.

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