Hirschaid
Kirche

Ein strahlender Festtag für Sassanfahrt

Zum Höhepunkt der 90-Jahr-Feier für die Pfarrkirche St. Mauritius zelebrierte Erzbischof Ludwig Schick ein festliches Hochamt.
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Erzbischof Ludwig Schick beim Einzug in das Gotteshaus Foto: Matthoas Hoch
Erzbischof Ludwig Schick beim Einzug in das Gotteshaus Foto: Matthoas Hoch
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Was für ein strahlender letzter Sommertag des Jahres 2019 für den Hirschaider Ortsteil Sassanfahrt! Zum Höhepunkt der 90-Jahr-Feier für die Pfarrkirche St. Mauritius zelebrierte Bambergs Erzbischof. Ludwig Schick in Begleitung zweier befreundeter Bischöfe und weiterer Geistlicher das festliche Hochamt vor zahlreichen Gläubigen im gut gefüllten Gotteshaus. Und nicht nur das: Der Oberhirte beging am selben Tag auch seinen 70. Geburtstag. Dass er an seinem Wiegenfeste das Allerheiligste segnend durch die Dorfstraßen trug, rechnen ihm die Sassanfahrter ganz gewiss hoch an, denn wie immer am Patronatsfest zogen auch gestern die Dorfbewohner in feierlicher Prozession durch ihren Heimatort. Erzbischof Schick brachte zwei weit gereiste Gäste, den Erzbischof Sebastian Francis Shaw aus Lahore/Pakistan und Bischof André Gueye aus dem Senegal mit nach Sassanfahrt. Ein kurzes Gedenken galt dem Indienmissionar Pater Otto Hopfenmüller, der Ende des 19. Jahrhunderts eine Zeitlang Seelsorger in Sassanfahrt war.

Als die Glocken von St. Mauritius zum Hochamt riefen, war das 1929 eingeweihte mächtige Gotteshaus fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Begleitet von den Fahnenabordnungen des Trachtenvereins Ebrachtaler, der Feuerwehr, der KAB und der Andreas-Hofer-Schützen zogen die kirchlichen Würdenträger und die örtliche Prominenz in die Kirche. Er freue sich, das Kirchenjubiläum und seinen Geburtstag zusammen mit den so zahlreich erschienenen Sassanfahrtern feiern zu können, versicherte Erzbischof Schick, wobei er besonders die große Zahl von Ministranten lobte. Auch für die Buben und Mädchen war es ein besonderes Ereignis, gerade bei dieser Eucharistiefeier dienen zu dürfen. Das unentwegt dampfende Weihrauchfass jedenfalls verriet einen ganz besonderen Diensteifer.

Das Kirchenjubiläum nahm der Oberhirte zum Anlass für einen dankbaren Blick zurück und einen ermutigenden in die Zukunft: Die Kirche als Zeichen für die Anwesenheit Gottes in der Gemeinde. Kirchenbauten bauten Kirchen auf, das Haus aus Stein solle lebendige Christen formen, wünschte der Festprediger. Lebendige Gemeinden stellten sich gegen Resignation, Pessimismus und Duckmäusertum. Frieden und Heil für die Zukunft, das wünschte der Erzbischof den Sassanfahrtern.

Die waren sich der Ehre voll bewusst. Pfarrvikar Robert Mayr, Pfarrgemeinderatsvorsitzender Alexander Dippolt und Dritter Bürgermeister Hans Wichert, der Schirmherr der 90-Jahr-Feier, brachten ihre Freude über den hohen Gast aus Bamberg und seine Begleiter zum Ausdruck.

Stolz der Dorfgemeinschaft

Wichert erinnerte an die Zeit nach dem ersten Weltkrieg: Als auch den Menschen in Sassanfahrt und Köttmannsdorf Elend, Hunger und Armut ins Gesicht geschrieben standen, hätten sie sich entschlossen, auf dem höchsten Punkt von Sassanfahrt eine große Kirche zu bauen und sie dem heiligen Märtyrer Mauritius zu weihen. Sie ist bis heute der Stolz der Dorfgemeinschaft.

Nach dem sakramentalen Segen im Anschluss an die Prozession schüttelte Erzbischof Schick die Hände vieler Gratulanten. Einige hatten auch was mitgebracht: Honig, den fleißige Bienen im Umgriff von St. Mauritius gesammelt haben, sollen dem Jubilar Kraft geben. Und wenn's dann doch mal zwickt und knirscht, kann er auf Heil- und Stärkungsmittel zurückgreifen, die ihm Bürgermeister Klaus Homann zusammen mit einer Geldspende für die bischöfliche Stiftungen in die Hand drückte. Ein paar Dorfkinder schließlich luden den Hochwürdigsten Herrn Erzbischof schon mal zur nächsten Sause ein, in zehn Jahren ...

Zu Klängen der Sassanfahrter Blasmusik stimmte die im Pfarrgarten versammelte Gemeinde in ein Hoch auf den Altersjubilar ein. Der strahlte ob all der Ovationen mit der Sonne um die Wette und aß mit den Gratulanten zu Mittag, bevor er sich zur nächsten Feier nach Bamberg verabschiedete.

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