Priesendorf
Adventsaktion

Ein leerer Magen lernt nicht gut

Die Grundschule Peycouck in Bambergs Partnerbistum Thiès braucht dringend eine Kantine für das Mittagessen. Viele Kinder bleiben sonst hungrig.
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Die kleinen Schüler in Peycouck sind mit Lerneifer und Disziplin im Unterricht dabei. Foto: Marion Krüger-Hundrup
Die kleinen Schüler in Peycouck sind mit Lerneifer und Disziplin im Unterricht dabei. Foto: Marion Krüger-Hundrup
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Es ist Mittagszeit in Peycouck in Bambergs senegalesischem Partnerbistum Thiès. Die jungen Schüler haben erst einmal Pause. Der eine oder die andere zieht ein trockenes Baguette aus dem Rucksack und macht sich darüber her. Andere haben nicht einmal ein solches Stück Brot, um den ärgsten Kohldampf zu stillen. "Ihre Eltern sind zu arm, um ihnen etwas mitgeben zu können", bedauert Schwester Marie Jeanne Tine, die Rektorin dieser Grundschule mit über 400 Kindern aus der ganzen Umgebung, davon 107 christliche und 309 muslimische.

Schwester Marie Jeanne will nicht länger zusehen müssen, wie blanker Hunger ihre Schützlinge quält. "Ein leerer Magen lernt nicht gut", weiß ebenso Abbé Epiphane Maissa Mbengue, Caritas-Direktor der Diözese Thiès und als solcher auch in der Verantwortung für das Wohl in einigen Schulen. Gemeinsam mit der Rektorin plant Abbé Epiphane, in der Schule "Mère Rosalie Chaplain de Peycouck" eine Kantine aufzubauen, in der einige Frauen für die Schüler ein warmes Mittagessen zubereiten sollen - gegen Entlohnung natürlich. Doch weder die Caritas noch der Träger dieser Bildungseinrichtung, die Kongregation "Töchter vom Heiligsten Herz Mariens", haben die finanziellen Mittel für einen dauerhaften Betrieb einer solchen Kantine.

Genauer Finanzplan

Schwester Marie Jeanne hat einen genauen Finanzplan aufgestellt. Für Reis, Fleisch, Fisch, Milch, Gemüse, Obst, Öl und Gewürze sowie das Entgelt der Köchinnen werden genau 4385 Euro gebraucht (2 877 000 CFA). Mit dieser Summe wäre eine solche Schulmensa für die nächsten drei Jahre gesichert. Und die Kinder, die montags bis freitags Unterricht von acht Uhr morgens bis nachmittags 16.30 Uhr haben, wäre das Lernen ohne Hunger sicher einfacher. "Manche Kinder sind erst abends gegen 19 Uhr zu Hause, weil der Schulweg so weit ist", fügt die Rektorin hinzu und weist darauf hin, dass an den Samstagen die christlichen Schüler noch Religionsunterricht (Katechese) haben.

Abbé Epiphane hofft auf die Großzügigkeit der FT-Leser, gerade auch aus Priesendorf. Denn dort kennt man den humorvollen Priester, der jedes Jahr in den Sommerwochen den urlaubenden Pfarrer vertritt. Der Senegalese - und auch Schwester Marie Jeanne - bitten, im kommenden Advent die kleinen Schüler in Peycouck nicht zu vergessen. "Es wäre ein Weihnachtsgeschenk, wenn es mit der Kantine klappen könnte", sagt Abbé Epiphane. Und sprudelt bei der Gelegenheit hervor, dass es drei weitere Schulen im Bistum Thiès mit dem gleichen Problem "Hunger" gibt. Jedenfalls garantiert der Caritas-Direktor, dass eingehende Spendengelder auch tatsächlich zweckgebunden eingesetzt werden. Falls die Adventsaktion "Kantine Peycouck" mehr als die notwendigen 4385 Euro einbringen sollte, kommen die weiteren Mittel einer weiteren Schule zugute.

Spendenkonto

Kontoinhaber: Erzbischöfliche Finanzkammer Bamberg, Liga Bank Bamberg, IBAN: DE54 7509 0300 0009 0166 60. Verwendungszweck: Senegal - Kantine Peycouck. Die Gelder werden an die Finanzkammer des Bistums Thiès weitergeleitet. Spendenbescheinigungen für das Finanzamt werden bei vollständiger Adressenangabe ausgestellt.

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