Bamberg
Sagen und Legenden

Ein kopfloser Mann, eine tote Jungfrau und eine Armee aus Geistern: 6 Sagen aus dem Steigerwald

Eine Armee aus Toten, eine tragische Liebesgeschichte und mysteriöse Todesfälle: Im Steigerwald gibt es zahlreiche schaurige Geschichten aus vergangenen Zeiten. Wir haben die sechs besten zusammengestellt.
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Um den Steigerwald ranken sich viele gruselige Sagen und Legenden. Symbolfoto: pexels/Spencer Selover
Um den Steigerwald ranken sich viele gruselige Sagen und Legenden. Symbolfoto: pexels/Spencer Selover

Um zahlreiche Orte im Steigerwald ranken sich gruselige Legenden, die aus alten Zeiten überliefert wurden. Sie handeln von Geistern, unerklärlichen Todesfällen und einer Armee aus Toten:

Das wilde Heer

Zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag zieht das wilde Heer - eine Armee aus Toten und Geistern - durch den Steigerwald. Wanderer spüren sein Kommen durch plötzlichen Sturm im Wald und das ungute Gefühl, dass etwas auf sie zukommt. Es wird erzählt, dass der Anführer des Heers seine Opfer am Kopf packt und mit bloßen Händen zerbricht. Ein Bauer soll einst vom wilden Heer bis ins nächste Dorf geschleift worden sein. Dort wurde er mit gebrochenem Genick aufgefunden. Sein Knecht, der den Angriff überlebt hat, soll die Geschichte vom wilden Heer verbreitet haben.

Der Knecht von Sintmann

In Sintmann, das heute ein Ortsteil von Weisendorf ist, lebte ein junger und gutaussehender Knecht, der bei den Mädchen sehr begehrt war. Er entschied sich schließlich für eine Magd aus dem Nachbardorf. Eine Magd aus Sintmann gab die Hoffnung nicht auf und brachte ihn dazu, sich mit ihr außerhalb des Dorfes zu treffen. Die Freundin des Knechts bekam Wind davon und kam ebenfalls zu der Stelle. Als sie die beiden sah, erstach sie die Nebenbuhlerin mit einer Mistgabel. Auch sie selbst kam dabei ums Leben - wie genau, weiß man bis heute nicht. Der Knecht war von da an spurlos verschwunden und niemand in Sintmann hörte jemals wieder etwas von ihm.

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Der Molitor von Aschbach

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts lebte der Molitor als Gutsverwalter in Aschbach. Zu seinen Lebzeiten erzählte man sich, dass er sich unsichtbar machen könne. Deshalb konnte er der Sage nach Wilderer im Wald überraschen, die er dann im Schlosskerker einsperrte und folterte. Bei seiner Beerdigung soll der Molitor vom Giebelfenster seines Hauses, mit dem Kopf unter dem Arm, höhnisch grinsend auf den Leichenzug herabgeschaut haben. Der kopflose Molitor soll auch heute noch in Aschbach sein Unwesen treiben. Wer sich im Schlosshof aufhält, sollte nicht in die Stallungen schauen. Dort soll der Molitor auf einem schwarzen Pferd sitzen und jeder, der ihn anschaut, soll tot umfallen. Das Haus des Molitors steht heute noch am Fuß des Kaulbergs.

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Hildegundis von Münchaurach

Hildegundis war die Tochter des Grafen Goswin von Höchstadt und wird bis heute in Münchaurach als Lokalheilige verehrt. Es wird überliefert, dass Hildegundis von ihrem Vater gezwungen wurde, zu heiraten, obwohl sie geschworen hatte, Jungfrau zu bleiben. Am Tag ihrer Hochzeit, einem 14. Oktober um 1100, starb sie überraschend. In seiner Betroffenheit stiftete ihr Vater an ihrem Todesort das Benediktinerkloster Münchaurach.

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Der Einarm bei Priesendorf

Ein Bauer war dabei, sein Feld zu pflügen, als er merkte, dass die Pflugschar stumpf wurde. Er schickte seinen Sohn ins Dorf, um sie schärfen zu lassen. Der Junge ließ sich sehr viel Zeit, was den Vater sehr wütend machte. Voller Zorn warf er die Pflugschar nach dem Sohn und schlug ihm damit einen Arm ab. Hilflos musste der Vater zusehen, wie der arme Junge verblutete. Aus Reue stellte er an der Stelle bei Priesendorf einen Stein auf, der als "Einarm" bekannt ist. Noch heute kann man dort um Mitternacht das Wehklagen des Bauern hören.

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Der He-He von Prichsenstadt

Einst stritten die Gemeinden Rüdern und Untersambach darüber, wem das Waldstück Kientännig gehörte. Am Tag der Entscheidung schaufelte ein Schäfer aus Rüdern Erde in seine Schuhe und versteckte einen Schöpflöffel in seinem Hut. Als er als Zeuge angehört wurde, sagte er: "So wahr der Schöpfer über mir ist, so wahr stehe ich auf Rüderner Boden!" Daraufhin ging das Waldstück an die Gemeinde Rüdern. Nach seinem Tod wurde der Schäfer wegen seines Meineids dazu verdammt, als He-He im Wald sein Unwesen zu treiben. Der Überlieferung nach tritt er in verschiedenen Gestalten auf: Als kleines Männchen, als Riese, als Jäger oder als großer schwarzer Hund. Ein Wirt aus Wiesentheid ritt eines Tages durch den Rüderner Wald, obwohl er vor dem He-He gewarnt worden war. Kurz bevor er den Wald durchquert hatte, wurde er vom Pferd gestoßen und starb auf der Stelle.

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