Bamberg
Natur

Ein Heim für den Schwarzstorch im Landkreis Bamberg

Ein neues Zuhause für den größten heimischen Wandervogel: Im östlichen Landkreis Bamberg entsteht ein neuer Storchenhorst.
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Oliver Wolf und Norbert Fiebach beim Horstbau in der Baumgabelung. Fotos: Ronald Rinklef
Oliver Wolf und Norbert Fiebach beim Horstbau in der Baumgabelung. Fotos: Ronald Rinklef
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Der Ort ist gar nicht so leicht zu finden, es geht ein ganzes Stück in den Wald hinein, dann erreicht man den Platz, an dem die Mitarbeiten des "Bayerischen Staatsforsten" schon in Aktion sind.

Sie arbeiten hier in der Nähe von Scheßlitz an einem besonderen Projekt, für das sie sich sogar Hilfe aus Norddeutschland geholt haben: Es soll hier ein neues Nest für die Schwarzstörche entstehen, die in der letzten Zeit in der Gegend gesichtet wurden.

Zu dem Team, das dieses Vorhaben in die Tat umsetzten will, gehört Stephan Keilholz, der Forstbetriebsleiter in Forchheim, und Heinrich Rudolf, Mitglied des Landtages und Beirat der "Bayerischen Staatsforsten", einer Anstalt des öffentlichen Rechts, die sich nach eigenem Bekunden für die Erhaltung und Verbesserung der natürlichen Lebensräume vor allem der Waldtier-und -pflanzenarten einsetzt.

Mit dabei ist auch der ehrenamtliche Spezialist Alfred
Nottdorf, der extra aus Niedersachsen angereist ist. Er ist ein Schwarzstorchexperte mit bereits über 40 Jahren Erfahrung im Bau von Kunsthorsten und dem Ansiedeln des Schwarzstorchs.Davon können die andren Beteiligten bei ihrem Unterfangen profitieren. Der 75-jährige weiß genau, worauf es dabei ankommt: "Es ist auch wichtig, wo genau das Nest gebaut wird. Die Störche mögen es ruhig und bevorzugen Gebiete, die nahe an fischreichen Gewässern liegen."

Der Standort hier entspricht diesen Kriterien. Platz genug haben die künftigen Bewohner auch: Normalerweise brauchen sie ein Gebiet von mindestens 100 Hektar, um sich niederzulassen. Der Wald hier ist ca. 300 Hektar groß, sagt Stephan Keilholz. Alfred Nottdorf berichtet dazu: "In Rothenburg habe ich sie aber auch schon in einer Baumreihe nisten sehen."

Hoch hinaus

Bis vor kurzem ist Alfred Nottendorf auch noch selbst in die Bäume geklettert, doch heute überlässt er das seinen Kollegen. Diese sind bereits in luftiger Höhe angelangt:Der Forstwirt Oliver Wolf und der eherenamtliche Helfer Norbert Fiebach, der wie wie Alfred Nottdorf aus Niedersachsen kommt und schon öfter mit ihm zusammen arbeitete. Langsam lässt sich schon erahnen, wie das Nest aussehen wird, wenn es fertig ist.

Mit einer Seilvorrichtung werden Äste nach oben gezogen, dann wird noch Moos zum Aufbau verwendet. So nimmt der Hort langsam Gestalt an und man ist in der Gruppe zuversichtlich, dass er die Störche bei ihrer Rückkehr anlocken wird.

Hoffnung für den Bestand

Noch sei der Schwarzstoch hier in Bayern recht selten, doch dank der bundesweiten Schutzbemühungen breite er sich in den letzten Jahren immer weiter aus, erklärt Stephan Keilholz; und er und seine Mitstreiter wollen ihren Teil dazu beitragen.

Auch Alfred Nottendorf ist optimistisch: "Ich sehe noch nicht schwarz für den Schwarzstorch", meint er augenzwinkernd.

Damit die Vögel allerdings so wenig wie möglich gestört werden, soll der genaue Standort des neuen Horstes auf Wunsch der Beteiligten nicht verraten werden.

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