Tiefenellern
Fest

Ein großer Tag für die Feuerwehr Tiefenellern

Die Floriansjünger aus Tiefenellern freuen sich über das lang ersehnte Tragkraftspritzenfahrzeug. Auf die Fahrzeugsegnung folgte bei Kaiserwetter ein langer Zug mit 40 Vereinen, bevor dann im 1000-Mann-Zelt weitergefeiert wurde.
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Lang hat die Freiwillige Feuerwehr Tiefenellern auf diesen Tag gewartet: die Segnung ihres neuen Feuerwehrfahrzeuges. Bisher musste sie immer bei Alarm einen Bulldog organisieren, der ihren Anhänger mit der Motorspritze zum Einsatzort brachte. Nun kann sie schnell samt Personal im neuen Fahrzeug starten. Es ist ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF), in das die Pumpe von 2005 übernommen wurde. Zu den Kosten von rund 75 000 Euro gewährte der Freistaat Bayern 20 000 Euro, den Rest teilen sich die Gemeinde Litzendorf und der Feuerwehrverein Tiefenellern.

Fast genau auf den Tag 40 Jahre nach der Fahnenweihe, erfolgte zunächst die feierliche Totenehrung mit Kranzniederlegung vor der Kapelle Mariä Geburt. Die Reservistenkameradschaft Tiefenellern stand mit Fackeln Ehrenspalier. Dann zelebrierte Pfarrer Marianus Schramm den Festgottesdienst im Zelt hinter der Schule. In seiner Predigt hielt er ein Model eines Feuerwehrautos mit Drehleiter in die Höhe. Wie ein Feuerwehrauto regelmäßig einen Service brauche, gelte das auch für uns Menschen, führte der Pfarrer aus. Ölwechsel, Brems-, Beleuchtungs-, Spurkontrollen und andere Inspektionen seien für das Auto notwendig. "Derselbe, noch dazu kostenlose Service ist aber auch für uns und unser Verhältnis zu Gott notwendig", meinte er im weiteren Verlauf seiner "Feuerwehrpredigt". Leider zeige sich die Amtskirche oft nicht einladend auf die Menschen, kritisierte er. Er betonte dann: "Jesus ist für uns die Himmelsdrehleiter, die nicht nur nach oben, sondern quer durch alle Tage geht." Nach dem Gottesdienst, den die Liedertafel Melkendorf unter ihrer Dirigentin Anastasia Maarsman-Bayer und die Blaskapelle Lohndorf mit ihrem Leiter Karl-Josef Hübner musikalisch begleiteten, segnete Pfarrer Schramm das neue Fahrzeug. Er erbat Gottes Schutz für die Feuerwehrfrauen und -männer bei ihren Einsätzen.

Am Nachmittag zog dann bei Kaiserwetter ein langer Zug mit 40 Vereinen durch das kleine Tiefenellern mit seinen 210 Einwohnern. Neben den Feuerwehren aus den Orten der Gemeinde Litzendorf marschierten auch die Kameraden aus den Nachbargemeinden des Jura, aber auch des nord-westlichen Landkreises mit. Dazu gesellten sich auch Gartenbau-, Gesang- und Reservistenvereine, ja sogar die Garde aus Schammelsdorf war dabei. Die Blaskapellen Lohndorf, Hohenpölz, Pünzental und das Jugendblasorchester Pödeldorf sorgten mit ihren schmissigen Klängen für einen unterhaltsamen musikalischen Nachmittag. Es führten zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Kirche den Festzug an, denen die Jubelwehr folgte. Sie hatte neben ihrem neuen Fahrzeug die alte Handdruckspritze und den früheren Spritzenanhänger an Traktoroldtimern im Zug mitgeführt, was besonders bei älteren Zuschauern nostalgische Erinnerungen weckte.

Groß war der Jubel im 1000-Mann-Zelt, als die Fahnenträger in das Festzelt einzogen. Vorsitzender Matthias Rosenzweig, Kommandant Johannes Pfeufer und Zweiter Kommandant Eva Winkler freuten sich über die vielen Gäste und begrüßten alle Vereine. Landrat Johann Kalbs (CSU) Dank galt vor allem der Vorstandschaft der Tiefenellerner Feuerwehr für ihre Aktivitäten. Dann ehrte er zusammen mit Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann und dem Schirmherrn Bürgermeister Wolfgang Möhrlein Roland Götz für 40 Jahre Feuerwehrdienst, Markus Binner, Oliver Nüßlein und Jörg Stadter für 25 -jährigen Dienst.

In seiner Ansprache gratulierte Ziegmann der Wehr zum neuen TSF. "Es stehen einfach nicht mehr die Traktoren zur Verfügung, um im Notfall schnell das Löschgerät zur Stelle zu bringen. Hierbei spielt der Ellerer Berg auch eine besondere Rolle. Diese Anschaffung war also dringend notwendig." Weiter führte er aus: "Was Tiefenellern auszeichnet, ist, dass nicht gejammert wird, dass kein Personal da ist, sondern wir haben hier eine Ortschaft, wo auch Neubürger sofort mit eingebunden werden. Diese sind dann von der Sache Feuerwehr begeistert und mit dabei."

Bürgermeister Wolfgang Möhrlein (CSU) lobte den guten Teamgeist der Wehr. Deshalb habe die Gemeinde auch gerne der Neuanschaffung des Autos zugestimmt. Kommandant Johannes Pfeufer sprach in seinen Dankesworten noch einmal den lang gehegten Wunsch der Ellerer Wehr an. Man merkte es ihm und seinen Kameraden an, wie froh sie über die Segnung waren. Stolz nannte er 35 aktive Feuerwehrleute und sieben bei der Jugendwehr. Sein besonderer Dank galt seinem Team und der Bevölkerung für ihre Hilfe, ohne die ein solches Fest nicht möglich wäre.

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