Bamberg
Bühne frei

Ein Ensemble aus Studierenden

In unserer neuen Serie stellen wir die Bamberg University English Drama Group vor, die in wechselnder Besetzung Stücke in englischer Sprache aufführt.
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Die Bamberg University English Drama Group gibt es mittlerweile seit 35 Jahren - hier eine Szene aus "Six Characters in Search of an Author" (Januar 2017). Foto: BUEDG
Die Bamberg University English Drama Group gibt es mittlerweile seit 35 Jahren - hier eine Szene aus "Six Characters in Search of an Author" (Januar 2017). Foto: BUEDG

In der Serie "Bühne frei" präsentieren wir wöchentlich Theatergruppen, Einzelkünstler und sonstige Ensembles aus Stadt und Landkreis. Theaterschaffende gibt es auch an der Uni Bamberg: Die Bamberg University English Drama Group (BUEDG) ist am Lehrstuhl für Englische Literaturwissenschaft angesiedelt und gehört der Interessengemeinschaft Freie Darstellende Künstler an. Im Interview beschreiben BUEDG-Schatzmeisterin Gisela Hirschmann-Raithel, Schriftführerin Kerstin-Anja Münderlein und die diesjährige Regisseurin Alice Limmer, was diese Theatergruppe ausmacht.

Was ist das Besondere an Ihrem Ensemble?

Hirschmann-Raithel/Mün- derlein: Das Besondere an unserem Ensemble ist, dass es sich um eine rein studentische, von Semester zu Semester sich ändernde Zusammensetzung der Schauspieler handelt. Und natürlich die Englischsprachigkeit.

Wie ist Ihre Leidenschaft für die darstellenden Künste entstanden?

Der Theaterkreis wurde 1984 gegründet, ab diesem Jahr gab es jährliche Aufführungen, im Jahr 1996 wurde ein Verein gegründet. Initiatoren und Mitglieder rekrutierten sich aus dem Lehrstuhl für Englische Literaturwissenschaft zusammen mit dem Lektor der Englische Sprachwissenschaft. Mittlerweile sind viele Mitarbeiter des Instituts für Anglistik und auch ehemalige Studierende Mitglieder.

Mit der Gründung des Vereins wurde dem Wunsch der Studierenden, Gelerntes beim Spracherwerb zu intensivieren, Kenntnisse in der kulturellen und literarischen Bildung zu vertiefen und auf einer Bühne zu präsentieren, entsprochen. Auch wenn sich das Ensemble immer wieder neu zusammensetzt, gibt es doch Akteure, die während ihres gesamten Studiums mitspielen.

Was sind Ihre nächsten Projekte?

Unsere diesjährige Sommerproduktion ist "Rosencrantz und Guildenstern are dead" von Tom Stoppard. Ort und Zeit stehen für heuer noch nicht final fest. Üblicherweise finden unsere Aufführungen an wechselnden Spielorten statt, Zeitraum Ende Juli bzw. Ende Januar Die Auswahl der Stücke und die Umsetzung für die Bühne werden im Ensemble beschlossen und erarbeitet. Auch für die übrige Logistik wie Regie, Dramaturgie, Bühnenbild und -technik, Kostüme usw. ist das Ensemble verantwortlich. Grundsätzlich werden sehr unterschiedliche Stücke gezeigt: sowohl Modernes als auch Klassisches, Komödie oder Tragödie.

Welches Bühnenerlebnis werden Sie so schnell nicht vergessen?

Limmer: Eines meiner besonderen Bühnenerlebnisse stammt noch aus meiner ersten Produktion mit der Drama Group. Ich spielte damals nur eine kleine Nebenrolle, eine gefangene Amazonenkriegerin, die gefoltert wurde und der am Ende der Szene das Genick gebrochen wurde.

Als kleinen Soundeffekt hat, während mir scheinbar das Genick gebrochen wurde, ein anderer Schauspieler auf der Bühne - also für alle sichtbar - eine Plastikflasche zerquetscht. Wir hatten diese Szene schon des Öfteren geprobt, dementsprechend war es für mich nichts Besonderes mehr, doch in der Aufführung ging an dieser Stelle auf einmal ein geschocktes Raunen durchs Publikum und es dauerte einen Moment, bis alle den Trick entdeckt hatten. Solche Momente, wo man als Darsteller auf der Bühne wirklich spürt, wie das Publikum mitfiebert und sich von uns in eine andere Welt hineinziehen lässt, unabhängig davon, ob diese Welt schön ist oder nicht, sind für mich wirklich etwas Besonderes.

Wo wollen Sie in fünf Jahren stehen?

Hirschmann-Raithel/Mün- derlein: Wir hoffen, dass das Interesse der Studierenden am Einstudieren und der Präsentation von Theaterstücken weiterhin bestehen bleibt und dass wir noch viele interessante Theaterstücke sehen werden.

Die Fragen stellte Stefan Fößel.

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