Ebrach

Ebrach: seit einem Jahr ohne Lebensmittelmarkt

Die Chance für Ebrach besteht nun in einem Dorfladen. In dieser Woche soll sich dafür eine Genossenschaft formieren.
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Nichts geht mehr  in Sachen Lebensmittel: Der Markt in Ebrach ist seit über einem Jahr geschlossen.Foto: Anette Schreiber
Nichts geht mehr in Sachen Lebensmittel: Der Markt in Ebrach ist seit über einem Jahr geschlossen.Foto: Anette Schreiber
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Die drei Bäcker haben aufgerüstet: Obst, Gemüse, ja sogar Wurst und - Klopapier - bekommt man inzwischen. Doch das alleine stellt noch keine ausreichende Grundversorgung für die rund 1800 Bürger der Marktgemeinde dar. Seit gut einem Jahr hat der kleine örtliche Einkaufsmarkt geschlossen und die Bemühungen, um eine neue dauerhafte Lösung beschäftigen Bürger und Bürgermeister Max-Dieter Schneider gleichermaßen intensiv.

Es gibt, wie eingangs erwähnt, nun zwar die drei Bäckereien mit aufgestocktem Angebot. Und auch der örtliche Metzger hat zumindest wieder an einem Wochentag geöffnet. Und an zwei Tagen rollt zusätzlich ein Metzgerei-Verkaufswagen aus Geiselwind an. Doch eine wirkliche Nahversorgung ist das laut Schneider nicht dar.

Ein Interessent

Seit sich die Schließung des Lebensmittelmarktes Nebel, gegenüber dem Rathauses gelegen, abzeichnete, hat das Oberhaupt der Marktgemeinde in alle Richtungen seine Fühler ausgestreckt. Es gab sogar einen vielversprechenden Interessenten, der den kleinen Markt wiederbeleben wollte. "Doch dann sagte er aus persönlichen Gründen ab", berichtet Schneider.

Die Gemeindeverwaltung hat mit nahezu allen Versorgern und Discountern Kontakt aufgenommen - um nahezu unisono zu erfahren, dass Standorte erst ab einer Bevölkerung von 5000 Einwohnern oder der Lage an einer Autobahnausfahrt infrage kommen.

Schneider kann nicht verstehen, dass im Falle Ebrachs die jährlich 50 000 Tagestouristen nicht gewertet werden. Ebenso wenig die Bediensteten der Vollzugsanstalt, oder die Schüler der im Ort ansässigen Realschule. Dazu kommen dann noch Touristen vom Baumwipfelpad, die den Ort besuchen.

Im Frühjahr letzten Jahres hatte man nach einem Seminar des Amtes für Ländliche Entwicklung die Idee, es mit einem Experten in Sachen Dorfladen zu probieren. Der Fachmann hat deutschlandweit rund 100 solcher Dorfläden begleitet und betreut.

Experten gefunden

Nachdem weitere Versuche, einen neuen Betreiber zu finden gescheitert waren, fand dann eine Infoveranstaltung mit dem Dorfladen-Experten statt, berichtet Eva-Maria Schmitt, Allianzmanagerin für die beiden Partner-Gemeinden Ebrach und Burgwindheim.

Auch Burgwindheim sieht sich mit dem Problem der Nahversorgung konfrontiert: Im Frühjahr diesen Jahres machte hier der Lebensmitteladen (mit Backwarenverkauf) dicht. Seitdem wird der Kernort je zweimal wöchentlich von einem Metzger- und einem Bäckerverkaufswagen angesteuert; zudem werden seit etwa einem Monat wöchentliche Einkaufsfahrten angeboten. Laut Burgwindheims Bürgermeister Heinrich Thaler (CSU) würde dieses Angebot bedauerlicherweise so gut wie nicht angenommen. Obwohl die Bürger derzeit augenscheinlich zurecht kommen, bemühe man sich weiter um eine dauerhafte und stationäre Lösung, einen Dorfladen also.

Ebrach ist hier schon einen Schritt weiter. Nachdem sich ein spezieller Arbeitskreis mit einem festen Stamm von etwa 20 Mitgliedern gebildet hatte, wurde hier bereits auch ein Fragebogen erarbeitet, verschickt und bewertet. Den Rücklauf von fast 240 Stück bei 800 versendeten werten Allianzmanagerin und Bürgermeister als sehr positiv.

Für einen Dorfladen, so lässt Schneider wissen, gebe es in Ebrach mehrere Optionen - in bestehenden Immobilien. Denkbar sei aber auch der Neubau, beispielsweise neben dem Sportgelände. Es gilt, diverse Fördermöglichkeiten abzuklopfen. Am Donnerstag, 28. März, um 19 Uhr in der Remise der Klosterbräu findet eine weitere Infoveranstaltung statt, an deren Ende erstmals Anteile an einem möglichen Laden (Mindesteinlage 300 Euro) gezeichnet werden können. Die Zahlung erfolgt erst bei der Umsetzung des Vorhabens, auch später können noch Anteile gezeichnet werden. Parallel dazu geht die Suche nach einem privaten Betreiber weiter. "Wir sind bei den Lösungen flexibel", so Schneider, Hauptsache, es gibt eine Nahversorgung.

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