Memmelsdorf
Festakt

Drehleiter hat sich schon bewährt

Nach der Segnung nimmt die Memmelsdorfer Feuerwehr ihr neuestes Gerät nun auch offiziell in Betrieb.
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Vor dem Feuerwehrhaus segnete Pfarrer Peter Barthelme die neue Feuerwehrdrehleiter. Joseph Beck
Vor dem Feuerwehrhaus segnete Pfarrer Peter Barthelme die neue Feuerwehrdrehleiter. Joseph Beck
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Die Feuerwehr braucht doch Wasser zum Löschen, meinte ein Memmelsdorfer, und so begann es bei der Kirchenparade nicht zu regnen, aber doch zu nieseln. In einem großen Zug zogen die Feuerwehren von Memmelsdorf und seinen Ortsteilen zur Floriansmesse in die Kirche Mariä Himmelfahrt.

Dort führte Pfarrer Peter Barthelme aus, dass das Motto der Feuerwehren - "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" - ein Motto aus der Bibel sei, da Gottes- und Nächstenliebe zusammen gehen sollen. Die neue Drehleiter sei Symbol dafür, wie der Mensch hinauf- und hinab steigen kann. "Wie die Drehleiter zur Himmelsleiter wird, wenn Menschen gerettet werden, haben wir selbst schon bei uns in der Lichteneiche erfahren", erläuterte Barthelme und schloss seine Predigt: "Ihr gebt Zeugnis von Jesu Christi. Dafür Vergelt's Gott." Am Feuerwehrhaus erbat Barthelme den Segen Gottes für alle, die mit der neuen Drehleiter arbeiten und segnete das Fahrzeug.

80 Bewohner gerettet

Memmelsdorfs Bürgermeister Gerd Schneider erklärte, dass seit 2016 im Gemeinderat umfassend über die Beschaffung der Drehleiter diskutiert worden war. Da 48 Gebäude einen unzureichenden zweiten Rettungsweg aufweisen, hatten das Landratsamt und die Feuerwehrführung die Gemeinde angewiesen, den Kauf eines Hubrettungsfahrzeugs zu beschließen. Der Bürgermeister: " Auf dieses Pilotprojekt der Gemeinde Memmelsdorf als erste Gemeinde des Landkreises bin ich sehr stolz."

Bei dem ersten erfolgreichen Einsatz in der Lichteneiche habe man fast 80 Bewohner retten können. Die Drehleiter habe 631 000 Euro gekostet, Zuschüsse in Höhe von 258 000 Euro gab es von der Regierung von Oberfranken, dem Freistaat Bayern und dem Landesfeuerwehrverband. Dann übergab er symbolisch einen großen Fahrzeugschlüssel an den ersten Kommandanten Udo Winkler.

Landrat Johann Kalb erzählte von seinen Gefühlen, als er vom Kommandanten auf 23 Meter Höhe gehoben wurde. Auch er betonte, dass in diesem Fahrzeug jeder Cent gut angelegt sei. Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann erklärte, dass die gesetzliche Hilfsfrist von den Feuerwehren aus Bamberg, Hallstadt oder Scheßlitz nicht gewährleistet werden konnte, da diese zu weit weg lägen. So habe er und auch Kreisbrandinspektor Stefan Düthorn die Drehleiter gefordert. Gleichzeitig beklagte er, dass das Atemschutzzentrum aus allen Nähten platze.

Leistungsstarkes Team

Kreisbrandmeister Udo Winkler - gleichzeitig Kommandant in Memmelsdorf - stellte klar heraus: "Für die Feuerwehr Memmelsdorf und ganz besonders für mich ist die heutige Einweihung unserer neuen Drehleiter ein bedeutender Tag." Mit der Ausschreibung einher ging die nötige Ausbildung von zunächst vier Maschinisten, die durch weitere sieben ergänzt wurden. Winkler: "Die Memmelsdorfer Wehr ist (...) eine leistungsstarke Mannschaft, die sich regelmäßig aus- und weiterbildet, um jederzeit zu helfen, zu retten und zu schützen." Vorsitzender Thomas Hoffmann untermauerte dies mit Zahlen: In der 168 Jahre alten Wehr sind 110 Mitglieder aktiv, in der Jugendwehr 15.

Weiter ging es in der Halle mit der Feier des großen Tags der Memmelsdorfer Feuerwehr und Musik von "Manni und seinen Rebellen". Dann begann es auch kräftig zu regnen.

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