Bamberg
Wirtschaft

Dr. Pfleger investiert 10 Millionen Euro

Es ist ein zehn Millionen Euro teures Bekenntnis zum Standort: Mit dem Neubau einer Verwaltungszentrale will das Pharmaunternehmen Dr. Pfleger die eigene Vitalität stärken. In die alten Stiftungsgebäude sollen Schulen einziehen.
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So soll das neue zentrale Verwaltungsgebäude des Pharmaunternehmens Dr. Pfleger in der gleichnamigen Straße aussehen.  Foto: Dr. Pfleger/Simulation
So soll das neue zentrale Verwaltungsgebäude des Pharmaunternehmens Dr. Pfleger in der gleichnamigen Straße aussehen. Foto: Dr. Pfleger/Simulation

Gegen Kopfschmerzen hat Dr. Pfleger seit 1952 das Medikament Neuralgin im Angebot, gegen Blasenschwäche Spasmex, gegen Akne hilft Nadixa. Godamed-Tabletten beugen der Entstehung von Blutgerinnseln vor. Und bei Innovationsstau? Auch hier will das Pharmaunternehmen vorbeugen - sich selbst mit einer neuen, modernen Verwaltungszentrale fit machen. Das Mittel der Wahl ist nicht billig: Zehn Millionen Euro kostet die Investition.

"Wir wollen unsere Innovationskraft steigern und neue Produkte entwickeln", spornte Geschäftsführer Günter Auerbach sich und seine Mitarbeiter beim feierlichen Spatenstich an. "Der Neubau soll Dr. Pfleger an einer Adresse zusammenführen. In der Dr.-Robert-Pfleger-Straße 1 in Bamberg", erklärte der zweite Geschäftsführer Ralf Will.

Derzeit hat das 375 Mitarbeiter große Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 92 Millionen Euro auf diesem Areal nur die Produktion untergebracht. Die Verwaltung für den Vertrieb in über 40 Länder residiert jenseits der Staatsstraße in der Emil-Kemmer-Straße, die bereits zu Hallstadt gehört. Kurze Wege, bessere Vernetzung, mehr Raum für Kreativität: "Mit dem Einzug in den Neubau 2020/2021 wollen wir die Grundlage für weiteres Wachstum schaffen", sagte Will. Die Investition sei ein Standortbekenntnis. "Der Neubau war in Anbetracht der beengten Situation mit den beiden Standorten aus Sicht der Beschäftigten überfällig", lobte Betriebsratsvorsitzende Martina Freund. "Der Neubau war in Anbetracht der beengten Situation mit den beiden Standorten aus Sicht der Beschäftigten überfällig", lobte Betriebsratsvorsitzende Martina Freund.

Stiftung steht dahinter

"Der Neubau kostet viel Geld. Daraus entspringt auch eine Verpflichtung", mahnte Rainer Drewello, der Stiftungsratsvorsitzende - Firmengründer Dr. Robert Pfleger hatte durch eine testamentarische Verfügung bestimmt, dass sein pharmazeutisches Unternehmen und alle seine Vermögenswerte nach seinem Tod (1971) in eine Stiftung eingebracht werden sollen. Diese sozial-caritative Verpflichtung, die "Stiftungsaufgabe", hob Drewello besonders hervor.

Die Gebäude an der Emil-Kemmer-Straße sollen nach dem Umzug der Verwaltung deshalb in eine gemeinnützige Weiternutzung überführt werden. So gibt es laut Geschäftsführung und Stiftungsleitung Bestrebungen, die Räume der Montessori-Schule und einer Altenpflegeschule zur Verfügung zu stellen.

Der Bamberger Kultur-Bürgermeister Christian Lange (CSU) lobte diese Ideen für die Weiternutzung als äußerst positiv. Ebenso der Hallstadter Bürgermeister Thomas Söder (CSU). Die Investition und das Standortbekenntnis wertete er als "gutes Signal für die Region" - zumal die Firmenleitung versicherte, man verstehe sich weiterhin als Bamberger/Hallstadter Unternehmen. Die Organisation als Stiftung erweise sich als Segen, erklärte auch Vize-Landrat Johann Pfister (BI).

"Wir beobachten in den vergangenen Jahren eine massive Verlegung der Produktion von Arzneimitteln ins Ausland", warnte Regierungsvizepräsident Thomas Engel. "Die weltweite Zentralisierung der Produktion auf wenige Herstellungsorten kann irgendwann zu Lieferengpässen bei Medizin führen." Um so wichtiger sei Dr. Pflegers Bekenntnis, regional zu produzieren. Die Bauarbeiten starten nun.

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