Bamberg
Kommentar

Dieselkrise: Zögern schadet noch mehr

Das Agieren des Bundesverkehrsministers beim Thema Nachrüstung von Dieselmotoren hilft der Branche keineswegs, meint unser Kommentator.
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Foto: Marijan Murat, dpa
Foto: Marijan Murat, dpa
Die Dieselkrise ist noch lange nicht überwunden. Dabei könnte das Thema inzwischen längst erledigt sein. Technisch sind Dieselfahrzeuge, die die Grenzwerte einhalten, heute kein Problem. Auch ein Nachrüsten älterer Modelle würde überschaubare Kosten verursachen. Doch die Autohersteller bewegen sich nicht. Alle haben sie im vergangenen Jahr Rekordgewinne eingefahren. Die Verantwortung für die Tricksereien bei Dieselabgasen wollen sie jedoch nicht übernehmen. Und das CSU-geführte Verkehrsministerium hält seine schützende Hand über die Konzerne.

Doch mit seinem Zögern erweist Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer der gesamten Branche einen Bärendienst. Der Dieselmotor wird weiter unnötig verteufelt. Der Geiz der Autohersteller im Hinblick auf Nachrüstungen, die über nicht wirksame Software-Updates hinausgehen, verhindert seine Rehabilitierung. Und bei den Autohändlern blockieren Dieselfahrzeuge der Euro-6-Norm, die die Grenzwerte immer noch nicht einhalten, riesige Flächen. Es wird Zeit, dass der Verkehrsminister die Augenwischerei endlich beendet und den Diesel politisch nicht weiter beschädigt.


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