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Landtagswahl

Diese Kandidaten könnten in den Landtag kommen

Seit 15 Jahren wird Bamberg im Landtag nur von der CSU vertreten. Nun stehen die Zeichen auf etwas mehr Vielfalt.
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Blick in den Plenarsaal des Bayerischen LandtagsArchivbild: Frank Leonhard/dpa
Blick in den Plenarsaal des Bayerischen LandtagsArchivbild: Frank Leonhard/dpa

Nach der Wahl 2013 war klar: Im Landtag ist die Region nur mit zwei Abgeordneten vertreten. Melanie Huml und Heinrich Rudrof (beide CSU) gewannen die Direktmandate in den Stimmkreisen Bamberg-Stadt und Bamberg-Land. Von den acht Abgeordneten, die aus Oberfranken über die Parteilisten ins Maximilianeum einzogen - vier von der SPD, zwei von den Freien Wählern, eine von den Grünen und einer von der CSU -, kam keiner aus der Stadt oder dem Landkreis Bamberg. Seit 2003 herrscht damit im Maximilianeum für die Region Bamberg eine schwarze Monokultur. Bei der anstehenden Landtagswahl kann sich das aber ändern.

Trotz vorhersehbarer Stimmenverluste für ihre Partei gehen die Direktkandidaten der CSU, Melanie Huml (Stadt) und Holger Dremel (Land), als Favoriten ins Rennen. Huml hat - vor allem in der Stadt Bamberg - das schwierigere Terrain. Für Dremel liegt die Messlatte dagegen besonders hoch: im Landkreis eroberte Heinrich Rudrof zuvor viermal in Folge, mit Erststimmenergebnissen zwischen 72,1 und 51,7 Prozent das Direktmandat für die CSU.

Grünes Licht für Sowa?

Neben den Platzhirschen von der CSU hat wohl Ursula Sowa (Grüne) die besten Chancen auf ein Abgeordnetenmandat in München. Die ehemalige Bundestagsabgeordnete (2002 bis 2005) tritt im Stimmkreis Bamberg-Stadt an. Angesichts aktueller Umfragewerte für die Parteien und den in Bamberg traditionell starken Grünen, kann Sowa möglicherweise sogar am Ergebnis von Huml kratzen, die vor fünf Jahren noch 47,8 Prozent der Erststimmen erhielt.

Wahrscheinlicher ist aber, dass sie über die oberfränkische Wahlkreisliste in den Landtag einzieht. 2013 schaffte es Sowa, die damals im Stimmkreisliste Bamberg-Land angetreten war, hinter der Bayreutherin Ulrike Gote auf Rang zwei bei den Grünen. Allerdings durften die oberfränkischen Grünen dann nur einen Sitz in München einnehmen.

Dieses Mal tritt Sowa auf Platz 1 der Liste an. Anders als bei Bundestagswahlen ist damit die tatsächliche Reihung zwar noch nicht festgeschrieben. Die Chancen, mit dieser prominenten Position viele Zweitstimmen aus dem gesamten Regierungsbezirk einzusammeln, sind damit aber gestiegen.

Mit Platz 10 auf der Grünen-Liste hat es Georg Lunz deutlich schwerer als Sowa. Zumal er als Direktkandidat im Stimmkreis Bamberg-Land antritt, in dem die Grünen bislang hinter den Ergebnissen in der Stadt zurückblieben.

SPD einst mit zwei Abgeordneten

Vor hohen Hürden stehen auch die SPD-Bewerber für den Landtag. Die Sozialdemokraten haben landesweit ähnlich der CSU mit schlechten Umfragewerten für ihre Partei zu kämpfen. Aufgeben wollen Heinz Kuntke (Stadt/Listenplatz 6) und Uwe Metzner (Land/Listenplatz 8) dennoch nicht. Es ist allerdings auch schon 15 Jahre her, dass beide Kreisverbände zuletzt Abgeordnete nach München schickten.

Seit ihrem erstmaligen Einzug in den Landtag nach den Wahlen 2008 haben auch die Freien Wähler (FW) aus Bamberg noch keinen der ihren ins Parlament gebracht. Den Versuch, es nun zu schaffen, unternehmen bei dieser Wahl Verena Scheer (Land) und Dietmar Schutty (Stadt). Auf ihrer Wahlkreisliste stehen die beiden FW-Kandidaten auf den Plätzen 7 beziehungsweise 9. Dort haben sie vor allem Konkurrenz von den Kandidaten aus den FW-Hochburgen im Norden des Bezirks und vor allem in Forchheim.

Bei der vergangenen Landtagswahl waren für die Parteien ohne Direktmandate in Oberfranken etwa fünf Prozent Stimmanteil nötig, um einen Kandidaten über die Liste ins Landesparlament zu bringen. Die FW schafften mit 9,3 Prozent sogar zwei Mandate. Die SPD benötigte immerhin schon 23,3 Prozent für ihre vier, und bei den Grünen reichten 7,1 Prozent nur für eines.

Allerdings gingen mehr als 15 Prozent der gesamten Wählerstimmen an Parteien, die schließlich an der Fünfprozenthürde scheiterten. Je mehr Parteien ins Parlament kommen und den Gesamtstimmenanteil in die Höhe treiben, desto höher wird auch die Hürde für ein Listenmandat werden.

Listenplatz allein zählt nicht

Dass die AfD die Fünfprozenthürde nimmt, daran bestehen derzeit kaum Zweifel. Ihre beiden Bamberger Kandidaten werden sich dennoch schwer tun. Auf der Liste, die nur acht Namen umfasst, stehen Jan Schiffers (Stadt) und Florian Köhler (Land) auf den Plätzen 4 und 7. Damit es für den Landtag reicht müssten sie in ganz Oberfranken kräftig punkten.

Spannender, ob die Partei den Sprung ins Parlament schafft, dürfte es bei der FDP und den Linken werden. Einen prominenten Listenplatz hat bei der FDP zumindest der Bamberger Martin Pöhner. Der Direktkandidat im Stimmkreis Stadt geht als Nummer 2 ins oberfränkische Rennen. Sollte er den Forchheimer Sebastian Körber aber nicht überholen können, müsste er wohl schon auf zweistelliges Ergebnis für die Liberalen hoffen. Land-Kandidat Martin Wünsche rangiert auf Listenplatz 5.

Einen sehr guten Startplatz hat Paul Lehmann (Linke). Er steht auf der Pole-Position und ist Direktkandidat in Bamberg -Stadt. Sollte Die Linke fünf Prozent in Bayern knapp erreichen, wäre es immer noch nicht sicher, dass auch ein Kandidat aus Oberfranken zum Zuge kommt. Andreas Tränkenschuh, Direktkandidat für Bamberg-Land, rangiert auf Platz 7 der Linken-Liste.

Unter den Bamberger Kandidaten aller Parteien, die ohne Direktkandidatur nur über die Liste Zweitstimmen sammeln können - insgesamt sind dies 20 Namen -, findet sich kaum einer, der oberfrankenweit gleichmäßig stark punkten kann.



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